Magic Cleaning nach der KunMari-Methode | Buchrezension

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Die Japanerin Marie Kondo hat ein Buch geschrieben, dessen Lektüre in den vergangenen Tagen viel in mir ausgelöst und mich in meinem Antritt, WIE ich meinen Besitz reduzieren möchte, stark beeinflusst hat. Die Aufräum- und Ordnungsberaterin hat eine Methode entwickelt, mit der man – konsequent angewendet – nur noch ein einziges Mal im Leben aufräumen muss … und sich dadurch nicht nur von materiellem, sondern auch von emotionalem Ballast befreit. Sie nennt es Magic Cleaning oder auch KunMari-Methode.

Ich habe ihre Prinzipien griffig zu sieben Regeln (oder auch Schritten oder Phasen) zusammengefasst:

Magic Cleaning – 7 goldene Regeln

1. Überlege Dir VORHER, warum Aufgeräumtheit so erstrebenswert ist: Was ist Dein ideales Leben?

2. Nicht Räume werden aufgeräumt, sondern Dinge!

3. Aufräumen beginnt IMMER mit Aussortieren und Reduzieren, erst danach wird über Ordnungsprinzipien und Orte zur Aufbewahrung nachgedacht.

4. Nimm Dir immer ALLE Dinge aus einer Kategorie auf einmal vor, wenn Du mit dem Aufräumen beginnst. Trage sie vom bisherigen Aufbewahrungsort/Standort zentral zusammen (nichts bleibt, wo es bisher war!), bevor Du mit dem Aussortieren beginnst.

5. Das EINZIGE Auswahlkriterium lautet: Es dürfen nur Dinge bleiben, die glücklich machen. Um zu entscheiden, was wirklich glücklich macht, wird JEDES Ding einer Kategorie einzeln in die Hand genommen, um die Gefühle wahrzunehmen, die es auslöst.

6. Jedes verbleibende Ding bekommt seinen festen dauerhaften Platz.

7. Begrenze die Phase dieses Aufräumens auf einen Zeitraum von maximal einem halben Jahr. Nach diesem grundlegenden Aufräumen, muss – versprochen! – nie wieder aufgeräumt werden. Denn: Das wahre Leben beginnt NACH dem Aufräumen.

… und was davon ist die wichtigste Regel? Aus meiner Sicht ist es das knallharte Auswahlkriterium „was glücklich macht“, welches für das Gelingen von grundlegender Bedeutung ist. Wer das nicht berücksichtigt, lässt sich auch weiterhin von der Dingwelt beherrschen. Dass über kurz oder lang in den Räumen alles wieder „zuwächst“, ist dann quasi vorprogrammiert. Davor warnt Marie Kondo.

Ich selbst habe in den vergangenen Tagen in einem ersten Probelauf die KunMari-Methode auf meine Kleidung und auf meine Bücher angewendet – noch nicht in letzter Konsequenz, aber fast. 😉 Ich bin von dem Vorgang des Aussortierens sehr inspiriert, denn ich erlebe ihn nicht als belastend, sondern als befreiend. Es fiel mir mit dem Glücksansatz tatsächlich auch nicht mehr schwer, mich von etwas zu trennen…

Was auf mich bei der Lektüre jedoch höchst befremdlich gewirkt hat, ist die permanente Rede vom Wegwerfen. Marie Kondo hat überhaupt keine Idee von nachhaltiger Entsorgung, sie lässt ihre Klienten alles in Müllbeuteln wegwerfen und sie ist sogar stolz darauf, wenn davon eine dreistellige Zahl beim Ausmisten zusammen kommt. DAS geht gar nicht!

Ich habe mir jetzt tatsächlich zum Ziel hesetzt, bis Ende 2014 mit dieser Art des Aufräumens komplett durch zu sein. Schaun mer mal… Ich halte euch auf dem Laufenden!

***

PS: Wer von Euch hat das Buch schon gelesen?Wer hat sich an die Aufräum-Methode bereits herangewagt?

 

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20 Gedanken zu “Magic Cleaning nach der KunMari-Methode | Buchrezension

  1. Liebe Dörte, ja, ich besitze das Buch tatsächlich (noch) als eines der letzten. Dies, weil ich es, ganz ähnlich wie Du, als recht inspirierend empand, jedoch ganz genau die gleich Kritik anmerken möchte. Einfach wegschmeißen mag schnell gehen und entlastend sein. Es ist aber anderweitig (Umwelt!) belastend.

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    • Ach, schau an, Du bist also auch eine Magic Cleanerin… Ich hab es mir aus der Bücherei ausgeliehen. Und bin jetzt dabei, sehr radikal meine Wohnung umzustülpen. Dabei hab ich mir gestern meine beiden Klappstühle derart heftig auf den Knöchel geschubst, dass es mich zum Innehalten zwingt. 😉 Das KunMari-Geheimnis ist wohl auch, es nicht zu schnell anzugehen – es braucht eben doch Zeit für Gefühle…

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  2. Buchhaltungsunterlagen von vor fünf Jahren machen mich nicht glücklich. Heizungsventile machen mich ebenso wenig glücklich wie Lichtschalter. Klopapier macht mich nicht glücklich. All das möchte ich – aus unterschiedlichen Gründen – dennoch behalten. Ist an der Kondoschen Methode etwas nicht in Ordnung oder bin ich schlicht zu schwierig glücklich zu machen?

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    • Nun ja, Glück ist vielleicht ein großes Wort. Doch Klopapier kann schon glücklich machen, das merkt Du halt erst, wenn es alle ist und Du aufm Klo festsitzt… 😉 Du hortest Reserve-Lichtschalter? Du hortest Reserve-Heizungsventile? Wozu das denn? 😉 Ich seh das so: In unserer Überflussgesellschaft bilden wir uns ein, dass Hamsterkäufe, Schnäppchenjagden mit Vorratshaltung und der Besitz von mehr vom selben irgendwie erstrebenswert ist. Aber warum?

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        • Ich habe zu Studi-Zeiten mal in einer Automobil-Zulieferer-Fabrik gearbeitet. Die hochdotierte Verwaltungsleute hatten auf’m Klo dieses Flausch-Papier. Da war ich im dritten Semester. Im zweiten Semester, da war ich unten, in der Produktion. Die hatten dieses harte Papier.
          Aber so im Rückblick muss ich sagen, dass die dicke nicht den Unterschied gemacht. (Fragt mich jetzt nicht über den Unterchied, der ist nämlich einen GANZ langen Blog-Beitrag wert.)

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  3. Danke für die Zusammenfassung!! Das ist wirklich nützlich!

    Wenn ich mich gerade so in meinem Zimmer umsehe, dann entsteht Unordnung bei mir (auch) dadurch, dass ich nicht die Disziplin habe, jedes Ding sofort nach Gebrauch wieder an seinen Platz zu legen.

    Zudem ziehe ich auch gerne innerhalb meiner eigenen Wohnung um, d.h. mal arbeite ich am Schreibtisch, mal am Küchentisch, dann auf dem Sofa sitzend. Und immer schleppe ich Handy, Notizbuch, Teetasse, Stift, Lesebrille, … mit.

    Schreibt sie auch etwas dazu?

    Schritt 5 gefällt mir sehr. Vor allem mag ich die konkrete Überprüfung anhand des Körpers. Damit meine ich: den Gegenstand in die Hand zu nehmen und zu spüren, welche Gefühle er in mir auslöst. Denn der Körper lügt nicht.

    Liebe Grüsse in den Norden 🙂

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    • Genau das hatte ich auch gedacht. Man muss nur noch einmal im Leben aufräumen? Klingt für mich eher nach „Man muss nur noch einmal im Leben ausmisten“. Ich stelle Schmuck her, und natürlich haben meine Perlen, Metallkomponenten, Werkzeuge etc. ihren Platz (auch sehr minimalistisch übrigens!). Aber aufräumen muss ich das Ganze doch, wenn ich ein Projekt fertig gestellt habe. Und während eines kreativen Prozesses (z.B. bei der Entwicklung eines neuen Designs) kommt auf dem Tisch eine ziemliche (für mich eigentlich sehr untypische) Unordnung zusammen.

      Würde mich auch interessieren: Findet man dazu in dem Buch etwas?

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  4. Grundsätzlich finde ich die Ideen in diesem Buch ja gar nicht schlecht, also wenn ich so deine Regeln dazu lese. ABER diese Geschichte mit dem Wegwerfen, das geht ja mal gar nicht!
    Spannend finde ich diese Vorarbeit mit dem kompletten Zusammensammeln einer Kategorie. Das klingt sehr gut für mich, aber auch sehr anstrengend. Andererseits finde ich es gar nicht schlimm, wenn ähnliche Dinge an verschiedenen Orten liegen dürfen. Manche Ordnung ergibt sich halt durch Nutzung anders als zuvor geplant. (Vor meinem geistigen Auge seh ich bei diesem Vorsortieren und Zusammensammeln ein sehr großes Chaos entstehen, wenn ich alle Gegenstände einer Kategorie irgendwoher zusammentrage… kicher)

    Aber vielleicht bin ich da auch eine Ausnahme, denn die meisten Dinge bei uns hier sind ziemlich vorsortiert-zusammengesammelt – und haben auch ihren festen Platz! Genau diesen Punkt mit dem festen Platz, an den alles wieder zurückkommt, finde ich nämlich auch wichtig (und predige das gebetsmühlenartig, wenn eines der Kinder mal wieder frühs in aller Eile auf der Suche nach dem Schlüssel für das Fahrradschloss panisch die Wohnung durchkämmt, um ihn schlussendlich in der nicht ausgeräumten Freibadtasche oder am Notenständer hängend zu finden. ggg). Für mich persönlich und meine persönliche Ordnung einer der wichtigsten Punkte überhaupt: Ein fester Platz für jedes Ding – und Beweise beseitigen, direkt nachdem man irgendetwas gemacht hat. (Auch das mit dem Beseitigen von Beweisen predige ich gebetsmühlenartig – und mein Sohn macht sich da inzwischen einen Wettbewerb draus: heimlich einen Pudding kochen, alles wieder aufräumen und putzen und dann ganz scheinheilig fragen, ob ich nix gemerkt hätte! ggg)

    Was ich eigentlich sagen will: Die Ansätze gefallen mir sehr gut. Fester Platz. Vorsortieren. Dinge statt Räume aufräumen. Dinge behalten, die gute Energie verströmen. Und das mit dem Entsorgen der ausgemisteten Sachen kann man ja individuell handhaben. Ich bin sehr gespannt, wie deine dauerhafte praktische Erfahrung mit diesem Ansatz ausschaut. Würde mich freuen, wenn du uns hier auf dem Laufenden hältst.

    Bianka

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  5. Liebe Dörte,
    Ich habe nach der KonMari-Methode auch meiner Bücher und meine Kleidung aussortiert. Gerade von Büchern konnte ich mich bisher immer schwer trennen, aber mit der Frage, ob es mich glücklich macht, fiel es mir viel leichter. Auch die Vorstellung, dass die Bücher vielleicht andere noch glücklich machen können, anstatt bei mir im Bücherregal zu verstauben, hat mir die „Trennung“ erleichtert. Bücher sind schließlich zum Lesen gedacht, nicht zum „schönstehen“ im Regal.
    Das mit dem Wegwerfen hat mich auch sehr gestört, aber ansonsten kann ich das Buch empfehlen.
    Liebe Grüße,
    Kerstin

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  6. Guten Morgen 🙂
    Also ich hab das Buch auch gelesen und bei mir hat es es einen mitternächtlichen Ausmistmarathon augelöst und danach die Umsortierung meines Kleiderschranks. 🙂 Ihre Wäschefalttips wende ich nun immer noch an. Ihre Wegwerfmentalität ist mir gar nicht so im Gedächtnis geblieben, vielleicht auch, weil ich in der Hinsicht eh anders ticke und eher versuche, ’nachhaltiger‘ zu sein (durch verschenken, spenden etc.). Heute erscheint übrigens Teil 2: Magic Cleaning: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben. Das werde ich auf jeden Fall auch lesen 🙂
    Viele Grüße
    Sunray

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  7. Mir ist dieses „wirf es einfach weg“ auch extrem negativ aufgestoßen. Schrecklich… Die Glücks – Frage ist aber echt spitze. Einen ähnlichen Tip konnte ich von Pia Mester übernehmen: Bei Kleidung. Fühle ich mich schön darin? Nicht: findet mich jemand anderes (ein Mann, meine Mama…) schön darin, nicht: ist es warm, nützlich, gut in Schuss, sondern fühle ICH mich schön darin. Das war für mich ein ziemlicher Augenöffner bei Kleidung, um endlich die für mich richtige Auswahl zu treffen (in Zukunft schon beim Kauf). Was eine gezielte Frage, so alles ausmachen kann 🙂

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  8. Ich muss grad überlegen, ob ich Regel 2 „Nicht Räume werden aufgeräumt, sondern Dinge!“ so unterschreiben würde. Wenn ich einen Ausmist-Schub bekomme, geht es mir hauptsächlich darum, mehr Freiraum in meinem Lebensraum zu schaffen. Dinge aufzuräumen, dient dabei für mich als Mittel zum Zweck. Dinge auszumisten dagegen ist eine andere Sache. Davon abgesehen, können wir meiner Meinung nach auch ohne Ratgeber und „How To“ selbstbestimmt entrümpeln. Ratgeber können inspirieren, die Regeln setzen wir uns aber selbst nach gesundem Menschenverstand oder persönlichen Vorlieben.

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  9. Ich finde das Buch etwas langatmig, vor allem die Selbstbeweihräucherung der Autorin widerspricht der Effizienz und Effektivität, die sie für das Aufräumen propagiert. Ich habe das Problem mit den vielen emotional beladenen Gegenständen etwas anders gelöst. Ich habe seit Jahren einen günstigen Lagerraum, in den ich alles, was ich nicht unmittelbar benötige, auslagere. Dadurch ist die Wohnung immer sehr ordentlich und luftig. Und nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ belastet mich das Zeugs, was im Lagerraum ist, weniger. Nur ist es aber tatsächlich so, dass es eben immer noch da ist, somit ist die „absolute“ Leichtigkeit auch nicht so gegeben, wie es mir lieb wäre, denn von Zeit zu Zeit ist mir doch wieder bewusst, dass ich das „Problem“ nur verschoben und nicht gelöst habe. Für Leute aus der Schweiz, die öfter Bücher kaufen noch ein kleiner Tipp: Auf der Seite http://www.buchpreisvergleich.ch lassen sich die Buchpreise vergleichen und der günstigste Anbieter eines Buches finden, was sehr praktisch ist (in der Schweiz sind gibt es keine Buchpreisbindung mehr …).

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  10. ich bin faul und schlampig. und vieles stelle ich wenn ich es gekauft habe vorne rein und hinten na ja… und dann auf einmal entsteht ein chaos. bei kleidung finde ich die methode wirklich super. bei papierkram wird es schwierig. dokumente, belege, unterlagen – das muss man oft gesetzlich aufheben. hier ist es zäh und langatmig. ich würde es nicht glücksgefühl nennen, sondern einfach ein gutes gefühl, gute gedanken, das sollte es auslösen. dazu gehört auch das ausmisten von kleinmöbeln. es ist herrlich platz zu haben – für sich selber!!!! so besehen quäle ich mich durch die methode und strukturiere dann doch einiges nach meiner art und nach meinen möglichkeiten um. aber ich kann es empfehlen. nur nicht seine persönlichkeit dabei vergessen.

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