Wie wenig ist genau richtig?

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Drei Mal umgezogen ist wie ein Mal abgebrannt. Sagt man. Einmal getrennt und gegangen ist genauso. Jedes Ding, das man mitnehmen will, das man braucht, will benannt und ausgewählt werden. Angekommen im neuen Heim stellt man erst fest, was alles an kleinen und großen Dingen nötig ist und woran man hängt. Zimt. Ich hätte nicht gedacht, dass mir mal ein Gewürz fehlen würde. Ein Bilderrahmen. Kleinigkeiten. Ersetzbar oder zurückholbar. Da stoße ich auch als Minimalistin immer mal wieder an meine Grenzen.

Woran ich im neuen Zuhause täglich „arbeite“: Wie wenig ist genau richtig? Brauche ich mehr als 2 Sätze Bettwäsche? Derzeit nicht. Sollte ich noch eine Glasschüssel für die Küche kaufen oder geht es doch weiter ohne? Kartoffelstampfer? Saftpresse? Die Spülmaschine brauche ich nicht. Das neue alte Ritual des abendlichen Abwaschs ist zugleich Zeit der Ruhe und des Nachdenkens. Dafür müssen andere Dinge liegen bleiben, aber ist das so schlimm? Vor lauter organisieren, kaufen, pflegen, kümmern vergisst man völlig, was man mit sich, der Zeit, der Welt alles anfangen könnte. Es ist ja immer genug Ablenkung da. Natürlich ist auch die Frage, wie wenig gerade richtig ist, ablenkend. Aber sie führt ja zu mir.

Wie wenig ist für Euch gerade richtig? Was ist zu viel? Macht es Euch was aus, Besuch zu haben, der findet, ihr braucht Eierbecher oder Latte-Macchiato-Löffel? (Kein Scherz, so erlebt im neuen Heim.)

Kennt Ihr die Erleichterung, wie viel es ist, das man zurücklässt und das einem überhaupt nicht fehlt?

Bildquelle: pixabay.com – realworkhard

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7 Gedanken zu “Wie wenig ist genau richtig?

  1. Ist es „in“ als Gast Essen oder Equipment zu kritisieren, frage ich mich langsam. Lifestyle wahrscheinlich. Mein Besuch zählte noch 59 Eissorten auf, die die bessere Wahl gewesen statt meiner Neuentdeckung. Nix da! Die bleibt für ein paar Jahre in meinem Leben.

    Ich vermisse meine Seerose, die geklaut würde. Eierbecher und spezielle Löffel sind mir zu anstrengend. Das würde ich sofort aussortieren. Meine Tochter fragt schon immer, ob wir überhaupt noch Besteck haben. Dann sind wir ja schon zwei, die abends beim Abspülen meditieren. Alles Liebe für die neue Wohnung und den Neustart!

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  2. O ja, die Erleichterung kenne ich! Und auch Leute, die meinen, ich bräuchte dies und das. Aber das entscheide ich zum Glück ja immer noch selbst. 😉

    Sachen, die ich weggebe, habe ich noch nie vermisst. Welche, die verloren gehen, schon.

    Alles Liebe,
    Philipp

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  3. Für Latte Macchiatto finde ich die entsprechenden Löffel wirklich praktisch, allerdings gibts hier gar keinen, sondern nur im Café :o)
    Ich finde, dass ist ein Austarieren, welches nie aufhört. Bei uns war alles ausreichend und dann im neuen Lebensabschnitt als Familie stellten sich Sachen heraus, die erstmal besorgt werden mussten. Die dann irgendwann wieder weichen dürfen…
    Liebe Grüße
    Nanne

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  4. Käsemesser ja oder nein – für andere sind sie überflüssig, ich habe zwei, die ich ständig brauche. Dafür habe ich keine Latte-Macchiato-Löffel, weil ich keinen Latte Macchiato zu Hause mache.
    Umzüge und Auszüge sind eine wunderbare Gelegenheit, sich von überflüssigen Dingen zu trennen und den eigenen Haushalt mal wieder gründlich zu überprüfen. Viele Dinge gehören entsorgt, weil sie belasten.
    Ein Gewürz nachzukaufen oder sich einen passenden Bilderrahmen anzuschaffen, sollte Spaß machen. So etwas zeigt, dass notwendige Dinge wie Zimt jederzeit gekauft werden können. Wir müssen darauf nicht sparen oder hunderte von Kilometern zu Fuß gehen.
    Zwei Drittel meines Besitzes habe ich 2013 weggegeben und vermisse nur zwei Bücher, die im Laufe der Umzüge verloren gegangen sind. Ich fühle mich jeden Tag erleichtert und bin dankbar, dass ich nun weniger habe.

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  5. Ja, das jedes Ding seine Zeit hat, finde ich hoch spannend. Genau das ist aber für mich das Wichtige am Minimalismus: Mich immer wieder zu fragen, ist das Ding jetzt richtig in meinem Leben, mag ich es, nutze ich es, tut es mir gut? Dinge müssen in Bewegung sein, dann bleibe ich in Übung im Loslassen und Fokussieren und die Dinge wandern jeweils dorthin, wo sie gerade wirklich gebraucht werden. Und Dinge zu kaufen oder nachzukaufen, die ich wirklich verbraucht habe oder die durch das viele Verwenden kaputt gegangen sind, ist eine sehr wohltuende Erfahrung. Konsumieren mit Sinn und nicht, als Lust- oder Frustkauf.

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  6. Lustig, dass du in deinem Artikel gerade den Kartoffelstampfer genannt hast. Denn genau über den denke ich schon seit einer ganzen Weile nach. Ich hab einen Kartoffelstampfer zu Hause, aber eigentlich benutze ich ihn nicht. Ich kann mich genau genommen sogar nur an ein einziges Mal erinnern, an dem ich ihn benutzt hab und das ist sicherlich schon gut ein Jahr her. Ich glaube, ich schmeiss ihn heute Abend endgültig weg 🙂

    Eigentlich hatte ich ja erst gestern Abend wieder mal eine kleine Ausmistaktion. Bücher, die ich schon vor längerem aussortiert hab, die aber trotz Ebay-Kleinanzeigen, Facebook etc. bis heute keinen neuen Besitzer gefunden haben, landeten jetzt endgültig im Altpapier. Zwei Duftkerzen, bei denen ich den Geruch eigentlich noch nie so wirklich mochte, flogen genauso raus. Außerdem ein paar Dessert-Päckchen von DrOetker zum Anrühren, die selbst über Foodsharing keiner haben wollte 🙂

    Ich bin aktuell auch dabei, meine Vorratskammer zu leeren. Früher habe ich auf Teufel komm raus gehamstert. 5 Packungen Spaghetti, 2 Packungen Lasagne-Platten, 3 Päckchen Reis, dazu Risotto, Milchreis, Quinoa, Bulgur etc… Ich lebe mittlerweile seit rund 2 Monaten von meinen Vorräten und musste ausser Haferflocken bislang nichts nachkaufen. Ich finde, es ist ein wahnsinnig befreiendes Gefühl, wenn das Vorratsregal leerer und leerer wird. Und ich freu mich schon heute darauf, wenn ich alles aufgebraucht hab und nur noch das nachkaufen kann, was ich auch wirklich die Woche über benötige.

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  7. Das ist gerade auch mein Thema – ich möchte meine Küche mit allem drum und dran verkleinern. Natürlich sollen die Möbel stehen bleiben, vielleicht ein, zwei Stühle weniger, man kann so gut auf den beiden Hundefutter- Tonnen sitzen…
    Ich bin dabei, den zweiten Kühlschrank im Abstellraum abzuschaffen – nicht einfach! Wir sind eine große Familie, brauchen viel, verbrauchen viel. Aber soviel wie in zwei Kühlschränke passt?
    Hier musste noch keiner hungern und – eigentlich müsste ich mir das täglich vor Augen halten – ich kann JEDEN TAG einkaufen. Von früh bis abends. Warum mir dann (Kühl-)schränke voller Lebensmittel hinstellen?

    Weiter geht es mit den unsäglichen Küchengeräten die man maximal einmal im Jahr, vielleicht auch einmal in drei Jahren braucht. Tortenbox, Raclette, Grill, Pizzastein, Eismaschine, Fritteuse und Brotbackautomat blockieren einen ganzen Schrank.

    Was mir auch auffiel: ich habe unglaublich viel geschenkt bekommen an solchen „Küchenzeuchs“ Ja, ich habe 12 Eierbecher, 12 Lattemacciato Löffel und die dazu gehörigen Gläser, ich habe Hängeschränke voll Rot- und Weisweingläser und Sektkelche die so häßlich sind dass man nicht hinschauen mag….meine Mutter sagt, ich habe eine VOLLausgestattete Küche! Anstrengend!

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