How to claim back my life – Liselotte Roosen im Interview

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Auf meinen Streifzügen durchs Netz habe ich vergangene Woche die 33-jährige Holländerin Liselotte Roosen kennen gelernt, die zurzeit in Trondheim ein geldfreies Leben lebt, indem sie während ihres Promotionsstudiums Lebensmittel rettet. Als ich mich in ihren Blog Liselotte’s Adventures vertiefte (den sie erst vor wenigen Wochen begonnen hat), wusste ich: Diese Frau bitte ich um ein Interview! Weiterlesen

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Lebensmittel wegwerfen

Das wollte ich irgendwann nicht mehr. Für jedes Lebensmittel, das ich kaufe,  wurde bereits eins vernichtet. Z. B. weil es irgendwelchen Schönheitsidealen nicht entsprach (die ich gar nicht an es stellte) und es deshalb nicht auf den Markt kam.

Mein Kühlschrankinhalt ist seitdem übersichtlich. Ich sortiere morgens automatisch nach oben, was an dem Tag weg muss. Das dauert 1 Minute. Vorher gibt’s einfach nichts Neues. Nicht immer habe ich dann Lust, genau diese eine Karotte oder Paprikaschote zu essen. Dieses kleine Drama schätze ich mal als Luxusproblem ein.

Im Laden freue ich mich, wenn ich mal eine welke Petersilie finde. Dann nehme ich gleich 2 und zahle nur eine. Das wissen die Verkäuferinnen schon an der Kasse. Ich freue mich, wenn ein Artikel ausverkauft ist. Ein schönes Gefühl, das nicht immer alles verfügbar ist. Ich mache keine Großeinkäufe mehr. Meistens kaufe ich mir 5-10 Sachen. Dann ist auch das Wichtigste dabei und reicht schon wieder für 1-2 Tage.

Auch auf Partys rette ich Lebensmittel vor dem Müll. Ich finde es einfach dekadent, wenn während dem Essen schon besprochen wird, was anschließend im Müll landet. Auch wenn ich dafür belächelt werde, ich nehme alles mit. Ich muss mir am nächsten Tag nix kochen und Gerettetes schmeckt viel besser!

Weggeworfen habe ich seitdem nichts mehr. Ich habe einfach meinen Verbrauch beobachtet und den Bedarf neu ermittelt. Insgesamt habe ich ein neues Bewusstsein für Lebensmittel. Ich habe gemerkt, exotische Sachen brauchen wir nicht. Ich freue mich, wenn ich nachts ein Ei finde und mir einen Pfannkuchen machen kann.

Und Ihr so? Wie geht Ihr mit dem Thema um?