Wegwerfgesellschaft: Tulpen aus der Tonne

Mein Garten ist schon wieder voller Blumen. Ich freue mich auf die vielen Farben. Die meisten Blumen habe ich vor zwei Jahren aus der Mülltonne von einer Gärtnerei gerettet. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Ausflug. Alles, was ich mir vor Ostern nicht leisten kann, fische ich nach dem Fest aus dem Müll und setze es wieder ein.

Ich kenne die Preise und es ist wirklich der Wahnsinn, was da an Geldwert in die Tonne gekloppt wird. Ex und hopp! Das ist so eine Wegwerfgesellschaft! Den Pflanzen geht’s richtig gut bei mir. Kaufen? Langweilig! Dingen wieder einen Wert geben, die andere als Müll betrachten. Das macht mir richtig Spaß!

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Minimalismus: Wie ich endlich Ordnung halte ohne Ordnungshalter

Früher hab ich sehr viel Zeit darin investiert, mir Ordnungssysteme zu überlegen. Danach habe ich viel Geld ausgegeben, um mir hübsche Kisten und Schachteln zu kaufen. Ich glaube, das ist so ein Frauenhobby. Richtig zufrieden war ich damit aber nie.

Dann kam mir die Idee, dass das genau der falsche Weg ist. Ich habe den ganzen Kleinkram auf dem Boden verteilt, durchgeschaut und nur das Wichtigste behalten. Dann habe ich die Kisten abgeschafft. Seitdem halte ich Ordnung und habe alles Wichtige griffbereit.

Jetzt habe ich pro Zimmer eine winzige Schublade mit den wichtigsten Dingen, die ich im Notfall brauche: Zimmerschlüssel, Tesafilm, Sonnenbrille, ein hässliches Feuerzeug für Stromausfall (das klaut niemand), 50 ml Sonnencreme (ein Sommer). Kram sammelt sich seitdem nicht mehr an. Ich finde alles auf Anhieb und ich muss nie mehr aufräumen.

„Die Wohnung ist leer und man findet keinen Krümel Plastik“

Jaja. Meine Tochter macht gerne ihre Scherze. Besitz ist zeitaufwendig. Das merke ich, seit ich 70 % der Sachen reduziert habe. Alles, was nicht da ist, macht keine Arbeit. Und fehlt nicht. Ich wollte nicht nur weniger Sachen, sondern die Dinge sollten auch leichter werden. Die Möbel lassen sich jetzt auf einem Handtuch verschieben oder ich klemme sie mir einfach unter den Arm.

Die Küche kann ich in 10 Minuten abbauen und umziehen. Alle Geräte lassen sich vorziehen und dahinter sauber machen. Auch das ist für mich Freiheit. Ich mag keine EINBAUküchen. Ich esse Rohkost oder koche einfache Sachen aus 5 frischen Zutaten und würze nur mit Salz. Seitdem ist essen ein Geschmackserlebnis. Ohne Vorräte muss ich nix planen, räumen oder eine Kühltruhe finanzieren oder abtauen.

Ich habe keine Termine mehr in meiner Freizeit. Ich entscheide einfach 5 Minuten vorher, was ich mache. Endlich bin ich glücklich. Ich hatte schon immer gerne wenig Sachen. Meine große Ausmistaktion 2012 fing an mit 5 Büchern und 10 CDs. Viel zu viel.

 

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