Zeitwohlstand

Wieder einmal bin ich dank Twitter über etwas gestolpert, dessen ich mir unbewusst bereits bewusst war, aber mir fehlte ein Name, eine Bezeichnung dafür:

Zeitwohlstand? Na klar, Zeitwohlstand!

Wo es Zeitnot gibt – und ganz ehrlich, davon gibt es in unserer Gesellschaft doch wohl mehr als genug – muss es auch Zeitwohlstand geben. Wikipedia sagt, Zeitnot bezeichnet das Fehlen verfügbarer Zeit. Zeitwohlstand ist dann wohl das Vorhandensein verfügbarer Zeit.

Irgendwie fühlt sich das Konzept so richtig an. Als (angehende) Minimalistin tausche ich meinen materiellen Wohlstand in Form von Besitz immer mehr in einen zunehmenden Zeitwohlstand. Auch materieller Wohlstand, der die Form von Erwerbsarbeit hat, wird für mich persönlich immer mehr durch immateriellen Zeitwohlstand eingetauscht.

Ich fühle mich reich, trotz wenig Geld und Besitz

Ich habe weniger Geld zur Verfügung als ich es wohl hätte, würde ich mehr arbeiten. Dafür habe ich mehr Zeit zur Verfügung. Und ich tausche beispielsweise nicht mehr meine Zeit gegen Geld gegen Lebensmittel, indem ich arbeiten gehe, um vom verdienten Geld einzukaufen. Sondern ich tausche meine Zeit auf direktem Weg gegen Lebensmittel, indem ich mich z.B. bei Foodsharing engagiere. Und ich fühle mich unendlich reich, obwohl – oder vielleicht eben weil – wir von eigentlich echt wenig Geld leben und auch nicht viel Besitz unser eigen nennen.

Wie geht es euch so? Kanntet ihr das Konzept schon? Habt ihr noch Lesetipps dazu für mich?

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How to claim back my life – Liselotte Roosen im Interview

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Auf meinen Streifzügen durchs Netz habe ich vergangene Woche die 33-jährige Holländerin Liselotte Roosen kennen gelernt, die zurzeit in Trondheim ein geldfreies Leben lebt, indem sie während ihres Promotionsstudiums Lebensmittel rettet. Als ich mich in ihren Blog Liselotte’s Adventures vertiefte (den sie erst vor wenigen Wochen begonnen hat), wusste ich: Diese Frau bitte ich um ein Interview! Weiterlesen

Das Haushaltsbuch – nicht sehr hip, dafür sehr sehr hilfreich!

Ich habe es immer mal wieder die letzten Jahre getan. Und jetzt gerade tue ich es wieder. Ein Haushaltsbuch führen.

Für wen oder was soll das gut sein?

  • Wenn Du einen Überblick über Deine Ein- und Ausgaben, also Deine Finanzen im Ganzen bekommen – und behalten – willst.
  • Wenn Du Deine Träume und Ideen langfristig tatsächlich in die Tat umsetzen willst, und es nicht bei einer vagen Träumerei belassen.
  • Wenn Du aus Deinen (z.T. gewohnheitsmäßigen und unbewussten) Dir und Deinen Begehren nicht entsprechenden finanziellen Verhaltensweisen lernen willst, um es in der Zukunft für Dich selbst besser zu machen.

Papier, Excel-Tabelle oder gar gleich eine App?

Je nach Deiner Eigenart hat das eine wie die anderen in der Tat Vor- oder auch ein paar Nachteile.

Das gute alte Papier

… nein, nicht gleich weiter zum nächsten Punkt springen, wenn Du eingeschfleischte/r Onliner/in sein solltest. Dies, da das gute alte Papier doch auch Vorteile – und das auch für DICH – bereithalten kann. Welche das sein sollen?

  • Es sieht einfach schön aus. Z.B. die Vorlage von @_misskonfetti. Da macht es doch gleich mehr Freude, die tagtäglichen Ausgaben *auf Papier* zu bringen.
  • Wenn man die einzelnen Ausgaben des Monats für eine Kategorie mit dem Taschenrechner – oder gar mit der Hand – zusammenrechnen muss, kommt einem jede einzelne Ausgabe auch wieder unter. Das heisst, man reflektiert das Ausgabeverhalten des vergangenen Monats ganz automatisch viel intensiver.
  • Die vorgesehenen Spalten regen zu weiterem Überdenken an, wie z.B. diejenige aus dem Haushaltsbuch-Vorschlag von Frau Dinges, in die Dinge-Diät im Einkaufskorb. Da gibt es eine Spalte, in die man im Nachhinein einträgt, ob sich die Ausgabe gelohnt. M.E. eine sehr lohnende Art und Weise der Reflektion. Genau wie das ganze Büchlein, hier.

Die sich selber ausrechnende Excel-Tabelle (alternativ Numbers-Tabelle)

Ja. So Excel-Tabellen sind natürlich im Vergleich dazu – so sie gut gemacht – ziemlich bequem. Alles, was man als einzelnen Posten eingibt, wird sofort in der Auswertung am Schluss mit berücksichtigt. Die händische Herumrechnerei entfällt. Fällt einem eine Fehleingabe auf, verändert man die im entsprechenden Feld und schwupps, ist auch gleich das Endergebnis entsprechend modifiziert. Zuletzt ist mir eine untergekommen… aber da müsste ich zum Verlinken nochmals nachgraben… ja, beim Knauserer… aber ich finde die gerade nicht mehr, sucht mal selber, so euch das interessiert, hier.

Oder gar gleich einen neumodische App?

Die Dörte wollte kürzlich ihres auf ein solches umstellen, und hat eine kleine Umfrage in der Richtung gestartet.

Ich selbst tue es gerade tatsächlich auch mit einer App, und zwar die Mehr vom Geld-App, die ich eigentlich ganz einfach emfpinde. Aber das ist wohl Geschmacksache. Und Haushaltsbuch-Apps gibt es ja schon so einige. Und?

Und ihr so?

@Gabi_Raeggel hat ja schon auf #twitter verlautet, dass sie es schon lage tut. Und auch mit großer Begeisterung.

Gerne, liebe Gabi, möchten wir mehr darüber wissen. Und von euch natürlich auch. Haushaltbuch, was haltet ihr davon? Wie geht ihr damit um? Und was für Tipps habt ihr dazu für uns?

Auf eure Erfahrungen ist gespannt, die @mons7 für die @minimamuse

Gute Vorsätze als Gamification des eigenen Lebens

Unlängst abends hat mich (unsere Gast-Bloggerin) Mirka mit ihrem Blog inspiriert, spontan 12 Projekte für die kommenden 12 Monate zu twittern (siehe 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12). Eigentlich hatte ich nicht vor, irgendwelche guten Vorsätze zu veröffentlichen, doch dem Charme von Challenges kann ich mich zurzeit des öfteren nicht entziehen, was Ihr des öfteren zu lesen kriegt. 😉

Was mir in diesem Jahr nämlich klar geworden ist: Ein bisschen Gamification kann den eigenen Entwicklungsprozess enorm unterstützen.* Oftmals besteht das ganze Spiel – und damit der ganze Ansporn – schon darin, einfach über die persönlichen Anstrengungen, Meilensteine, Rückschläge und Erfolgserlebnisse zu bloggen. Sich der sozialen Kontrolle („Na, hält sie sich auch dran?“) und dem öffentlichen Feedback auszusetzen, sorgt für die Extra-Portion Motivation. Und nebenbei lässt sich ja auch so herrlich missionieren inspirieren, also andere anregen, es einem nachzutun und selbst die Veränderung zu sein, die wir uns für die gesamte Welt wünschen. Aus diesem Grund entstehen Projekte wie The Project 333 oder 365 Dinge oder 1 Jahr Konsumverzicht oder die sehr umstrittene 100 Things Challenge oder Zero Waste oder …ganz aktuell auf Spiegel Online: „Mein Jahr ohne“ Plastiktüten.

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Wie geht Glück?

„1) Vermeiden Sie negative Effekte, an die man sich auch nach langer Zeit nicht gewöhnt: Pendelverkehr, Lärm, chronischer Stress.

2) Erwarten Sie nur einen kurzfristigen Effekt von materiellen Dingen – Autos, Häuser, Boni, Lottogewinn, Goldmedaillen.

3) Dauerhafte positive Effekte haben überwiegend damit zu tun, wie Sie Ihre Zeit verbringen. Sorgen Sie für möglichst viel Freizeit und Autonomie. Tun Sie, was Ihrer Passion am nächsten kommt, auch wenn Sie einen Teil Ihres Einkommens einbüßen. Investieren Sie in Freundschaften.“

Für anhaltenden Effekt von beruflichem Status, nie die Vergleichsgruppe wechseln. 🙂

Rolf Dobelli, „Die Kunst des klaren Denkens“, S. 191, dtv