Neues von der Tauschkiste

Am heutigen Sonntag war ich gleich dreimal bei der Tauschkiste Ottensen – ich hatte wohl zu viel Zeit… 😉 Vor allem war den ganzen Tag ich mächtig am Ausmisten und zog so jedes Mal mit einer prall gefüllten Satteltasche los. … Meistens ist ja richtig viel los an der Tauschkiste. Während einer guten halben Stunde, die ich in der Regel so vor mich hin räume, damit auch die etwas verbuddelteren Dinge besser zur Geltung kommen, kommen mehrere Menschen vorbei und wollen etwas bringen oder schauen, ob sie etwas gebrauchen können. Was ich heute erlebt habe, davon möchte ich Euch ein bisschen berichten:

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Aus dem Leben einer Tauschkiste (Video)

Heute erreichte mich völlig überraschend eine Mail mit folgendem Inhalt:

Hallo Dörte,

bin Tauschkistenfan und räume auch hin- und wieder auf. Habe jetzt ein kleines Video gemacht. Da kann gern verlinkt werden.

Freundliche Grüße
Regine

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Ich kann Euch gar nicht sagen, wie glücklich mich dieses kleine Video gemacht hat, als ich es vorhin um ersten Mal sah. Regine hat wirklich eine ganz besondere Doku über die Tauschkiste in Hamburg Ottensen gedreht. Ich bin ja als Patin dieser Tauschkiste selbst nur ein bis zweimal in der Woche für eine halbe Stunde vor Ort, bringe jedes Mal selbst ein paar Sachen mit und ordne alles ein bisschen gefällig an – und hab mir dabei schon so manches Mal gewünscht, einmal Mäuschen spielen zu können. Regine hat das jetzt möglich gemacht. Danke!!!! Bei vielen Aufnahmen hab ich eben gedacht: Ach, das war kurz nachdem ich dort war! Oder: Huch, das ist ja was von mir! 🙂 Ich freue mich, wenn ich Regine mal an der Tauschkiste treffe…

In den letzten Tagen habe ich häufiger darüber nachgedacht, warum mich diese Tauschkiste eigentlich so glücklich macht. Ich denke, es ist eine Mischung aus verschiedenen Aspekten:

Zum einen ist dies für mich der absolut richtige Modus, um Dinge loszulassen und in die Freiheit zu entlassen – in dem festen Vertrauen darauf, dass sie zu jemandem kommen, der oder die sie wirklich braucht und gern in Besitz nimmt. Es tut mir gut, die Dinge auf diese Weise zu verschenken, ohne darüber nachzudenken, ob ich durch einen Handel noch etwas dafür bekommen könnte. Ich fühle mich nämlich wesentlich freier, wenn ich nicht ständig in Gegenwerten denke. Wie meine Schwester immer sagt: es gleich sich ales aus im leben. Daran glaube ich, und ich finde immer mal wieder heiß begehrte Dinge in der Tauschkiste, die ich gern mit nach Hause nehme…

Zum anderen ist die halbe oder ganze Stunde, die ich an der Kiste verweile, geprägt von herzlichen Begegnungen mit anderen, die etwas bringen, die die Kiste in dem Moment des Vorbeigehens erstmalig wahrnehmen oder die auch ganz gezielt vorbeischauen, um zu prüfen, ob etwas für sie dabei ist. Hier fängt das Video von Regine sehr schön eine Stimmung ein, die auch ich immer wieder dort erlebe. Es ist aber auch bemerkenswert, wie gut in Schuss die Tauschkiste ist, wie viele sich um sie kümmern, auch mal etwas völlig Kaputtes oder völlig Verdrecktes mitnehmen und entsorgen, so dass die Kiste nicht vermüllt. Wie mir das Video von Regine zeigt: Diese Tauschkiste hat viele Paten.

Und dann ist es für mich auch eine besondere Form der inneren Einkehr, zu Hause durch die Räume zu gehen, eine Tasche mit Dingen zu packen, die ich loslassen möchte, zur Kiste zu radeln, zu räumen und meine Dinge einzusortieren, ein bisschen mit den Menschen zu plaudernm, die vorbeischauen, Fotos zu schießen und wieder meiner Wege zu ziehen. Es ist zu einem lieb gewordenen Ritual geworden, das für mich eine Pause im Alltag ist, eine Zäsur – und damit hervorragend in meine laufende Challenge dieses Monats passt! 🙂

Mein Wunsch ist, dass jeder Stadtteil – jedes Vietrel – in Hamburg eine solche Tauschkiste hat. Bis jetzt gibt es drei davon. Wie vermehren wir sie?

Neues von den Tauschkisten in Hamburg

Die Tauschkiste Ottensen kommt ins Fernsehen! *freu* Heute Nachmittag hat ein Filmteam vom NDR Tobias und mich und auch Mareike interviewt, die sich um die Tauschkiste Altona (Chemnitzstraße, Ecke Virchowstraße) kümmert. Das Thema der Doku sind alternative Konzepte zum Kaufen – also Tauschen, Verleihen usw.

Eine wunderbare Begegnung hatte ich während des Drehs – und ich freue mich, wenn diese Szene auch in der NDR-Dokumentation auftaucht: Weiterlesen