Zeitwohlstand

Wieder einmal bin ich dank Twitter über etwas gestolpert, dessen ich mir unbewusst bereits bewusst war, aber mir fehlte ein Name, eine Bezeichnung dafür:

Zeitwohlstand? Na klar, Zeitwohlstand!

Wo es Zeitnot gibt – und ganz ehrlich, davon gibt es in unserer Gesellschaft doch wohl mehr als genug – muss es auch Zeitwohlstand geben. Wikipedia sagt, Zeitnot bezeichnet das Fehlen verfügbarer Zeit. Zeitwohlstand ist dann wohl das Vorhandensein verfügbarer Zeit.

Irgendwie fühlt sich das Konzept so richtig an. Als (angehende) Minimalistin tausche ich meinen materiellen Wohlstand in Form von Besitz immer mehr in einen zunehmenden Zeitwohlstand. Auch materieller Wohlstand, der die Form von Erwerbsarbeit hat, wird für mich persönlich immer mehr durch immateriellen Zeitwohlstand eingetauscht.

Ich fühle mich reich, trotz wenig Geld und Besitz

Ich habe weniger Geld zur Verfügung als ich es wohl hätte, würde ich mehr arbeiten. Dafür habe ich mehr Zeit zur Verfügung. Und ich tausche beispielsweise nicht mehr meine Zeit gegen Geld gegen Lebensmittel, indem ich arbeiten gehe, um vom verdienten Geld einzukaufen. Sondern ich tausche meine Zeit auf direktem Weg gegen Lebensmittel, indem ich mich z.B. bei Foodsharing engagiere. Und ich fühle mich unendlich reich, obwohl – oder vielleicht eben weil – wir von eigentlich echt wenig Geld leben und auch nicht viel Besitz unser eigen nennen.

Wie geht es euch so? Kanntet ihr das Konzept schon? Habt ihr noch Lesetipps dazu für mich?

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Mein erster ernsthafter Versuch, im Alltag geldfrei zu leben

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Noch zwei Gehälter! Ende März wurde mir beim Anblick meines Lohnstreifens schlagartig bewusst, dass mein Konto ab Ende Mai in den kontinuierlichen Sinkflug gehen würde. Was ich bislang als „Challenge“ betrieben hatte – ein bisschen Konsumverzicht hier, ein bisschen Leben von Vorräten dort – war plötzlich mehr als nur eine postmoderne Lifestyle-Mutprobe. Was ich jetzt nicht spare, fehlt mir vielleicht im Laufe der zwölf Monate, die ab Juni nur mir und meinem wilden Ich gehören (darüber blogge ich, wenn ich soweit bin…).

Und so beschloss ich, im April radikal und ohne Ausnahme den Geldbeutel stecken zu lassen und außer den laufenden Fixkosten (Miete, Versicherungen usw.) und bereits bezahlten Rechnungen (z.B. für das VHS BarCamp 2016) im Alltag kein Geld für gar nichts auszugeben. Gar nichts? Genau! Null Budget für was auch immer – sogar essen und trinken will ich vier Wochen lang, ohne einzukaufen. Kühlschrank, Regale und Schränke erscheinen mir gefüllt genug – verhungern werd ich schon nicht.

Und wie Ihr seht, lebe ich noch und schreibe nach den ersten 14 Tagen, wie es mir bis heute ergangen ist. Weiterlesen

Von wenig Geld Bio leben – die Challenge #armeleuteessen

#armeleuteessen

Über Dörte habe ich sie auf Twitter entdeckt, die Challenge unter dem Hashtag #armeleuteessen und fand sie direkt und sofort total spannend.

Gestartet wurde die Challenge von BioRama – Magazin für nachhaltigen Lebensstil. Über das Thema, ob man vom Hartz4-Regelsatz für Lebensmittel in Bio und so regional wie irgend möglich leben kann, hab ich schon oft nachgedacht. Insofern kommt mir die Challenge irgendwie gerade recht. Weiterlesen