Minimalismus in der Handtasche

Rachel fragte auf mama-denkt.de nach dem Inhalt unserer Handtaschen. Ich belaste mich nicht gerne mit Unnötigem und trage nur diese Sachen immer bei mir: Stift, Handschuhe, Taschentücher, Tasche, Geldbeutel, Kopfhörer, Traubenzucker. Die Rushhour mit Kind ist vorbei. Sie hat jetzt ihre eigene Handtasche. Mein leichtes Gepäck genieße ich sehr nach 16 Jahren, in denen meine Tochter alle paar Tage ihr Zuhause Mama/Papa wechselte, mit viel Equipment, das jedes Mal gepackt und organisiert werden musste.

Und Ihr so? Freue mich über Berichte und Bilder.

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Würde ich es noch mal kaufen?

Eine spannende Frage, die mich seit Tagen beschäftigt, wenn ich die Dinge in meiner Wohnung betrachte. Ich schneide pinke Schnipsel und lege sie auf die Sachen, die ich kein zweites Mal anschaffen würde, und trinke gemütlich Kaffee. Ich sammle die Schnipsel wieder ein.

Am nächsten Tag verteile ich die Schnipsel wieder. Mein Besuch schaut auch schon ganz komisch. Dann trenne ich mich von den Dingen. Jedes Teil weniger fühlt sich gut an. Ich putze zum letzten Mal meinen alten Herd und schon findet er einen neuen Besitzer „Bevor du den auseinanderbaust …“ 

Nach zwei Jahren ausmisten nervt es mich nur noch, Zeit und Energie aufzubringen, die Sachen wieder loszuwerden. Im ersten Jahr hab ich meinen Schraubenkasten noch vier Stunden aufgeräumt. Jetzt greife ich nur kurz rein und schmeiße eine Handvoll Schrauben weg.

Wenn ich Möbel aufbaue, sind jedes Mal Schrauben dabei. Ich brauche also keine auf Vorrat. So geht es mir mit vielen Dingen. Ich will einfach keine Lebenszeit mehr mit Dingen verbringen, die mir keinen Nutzen bringen oder die ich mir leihen kann: magnetische Wasserwaage. Leute, ich sag euch! Ich liebe meine Dachdecker!

 

D A N K E für die gegenseitige Inspiration

Nach einem Telefoninterview mit Niko Paech und mir kriegt die Redakteurin spontan Lust, ihren Schreibtisch auszumisten. Blogleser löschen Hunderte von Mails nachdem sie einen Beitrag von mir gelesen haben oder sortieren tagelang ihre Unterlagen. Oder schreiben mir, dass sie – wie ich – auch ihren Schreibtisch abgeschafft haben.

Was mich riesig freut: Die Lektorinnen meines Buches sammeln noch Wochen später Kleidung für die Flüchtlingshilfe, reduzieren Plastik und misten weiter Sachen aus. Auch für mich ist der Austausch eine riesige Motivation und das Buch wirkt noch lange nach. Ich will tragen können, was ich besitze.

Meine Küche ist jetzt mobil: Minibar, Miniceranfeld und Arbeitsflächen auf Rollen. So macht mir ein Umzug in eine fremde Stadt keine Angst mehr. Ich brauche nur eine Steckdose. Keinen Installateur. Mein Besitz wird immer leichter und diese neue Freiheit gefällt mir.  Die kann man nicht kaufen!

Mein Buch: Minimalismus 13 Porträts

Weniger ist mehr – 13 faszinierende Porträts vom konsumkritischen Normalverbraucher bis zum Totalaussteiger im Tipi. Sie haben sich freigemacht von Konsum-, Karriere-, Geld-, Statuszwängen und erzählen vom Glück, sich auf das Wenige zu reduzieren und ein neues Lebensgefühl zu finden. Ein Buch für alle, die einfach leben wollen. Das E-Book ist seit ein paar Stunden hier online.  Und auf Amazon.

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