Mein Fazit der Challenge #armeleuteessen

#armeleuteessen

Die Challenge ist vorüber. Einen Monat habe ich versucht, so gut wie alles in Bioqualität zu kaufen und dabei das Budget einzuhalten, was uns als Hartz4-Empfänger zustehen würde. Gleich vorneweg: Es ist nicht so leicht, mit wenig Geld wirklich auch nur und ausschließlich Bio zu kaufen. Es geht, aber es braucht einiges an Engagement und Zeit und Planung.

Woher kam das Essen

Unser Essen kam zu großen Teilen von Foodsharing – war da aber nur teilweise Bio. Ich habe mindestens einmal pro Woche bei einem Supermarkt mehrere Bananenkartons voller Obst und Gemüse abgeholt, das für uns und Nachbarn und Freunde reichte. Ich habe einmal pro Woche beim Bäcker Backwaren abgeholt und dann immer Teile davon eingefroren, so dass ich nichts weiter zukaufen musste.

Ein wenig regionales Bio-Gemüse kam zusätzlich von der wöchentlichen Solawi-Lieferung, das entsprach von der Menge her etwa einer Gemüsekiste für 1 bis 2 Personen.

Einkaufen war ich vor allem in Verbindung mit der Foodsharing-Abholung bei dem Supermarkt, bei dem wir auch abholen, weil mir das einfach einen zusätzlichen Weg gespart hat. Der Supermarkt hat sehr viel Bio und vegan und ist daher ein echter Geheimtipp. Außerdem im Bioladen, der auf dem Weg zur Schule der Jüngsten liegt, und bei dm vor allem für Kosmetikartikel, wobei ich da auch teilweise Lebensmittel mitgenommen habe.

Einkäufe in den letzten Tagen

In den letzten Tagen seit dem Zwischenfazit war ich nicht nochmal einkaufen. Wir hatten noch ausreichend Vorräte und die Kinder waren dann am Wochenende nicht daheim, da verbrauchen wir nur sehr wenig.

Sonstige Ausgaben

Gab es auch keine.

Gesamtausgaben und Budget

Der letzte Zwischenbericht umfasste die Ausgaben bis einschließlich 10.4. – das heißt, seither sind 16 Tage vergangen. Wir haben in diesen 16 Tagen insgesamt 243,55 Euro für Essen ausgegeben. Das macht also 15,22 Euro pro Tag. Damit sind wir trotz Party (okay, Nicht-Bio-Party, was die Knabbersachen betrifft, aber immerhin das Chili am Abend war Bio und auch Wurst/Käse am nächsten Morgen) immer noch unter unserem eigentlichen Budget!

Das Budget

Von unseren ursprünglich berechneten 603,90 Euro für Lebensmittel diesen Monat haben wir insgesamt 449,89 Euro ausgegeben. Vom Budget bleiben damit 154,01 Euro übrig, die wir nicht ausgegeben haben.

Mein Fazit

Ganz ehrlich? Ohne Foodsharing würde es nicht gehen! Wir haben definitiv mehr Obst und Gemüse über Foodsharing in den 4 Wochen bekommen, als ich vermutlich für die 150 Euro einkaufen hätte können, die wir von unserem Budget nicht ausgeschöpft haben. Wenn man für 5 Leute auch noch Brot/Brötchen und Obst/Gemüse – und dann auch beides noch in Bioqualität – kaufen müsste, käme ich persönlich wohl mit dem Hartz4-Budget nicht hin. Vielleicht mach ich ja auch was falsch, aber es würde uns einfach nicht reichen. Es hat so dicke gereicht, einfach weil ich sehr viel Zeit und Energie für kostenlose Sachen (Foodsharing bzw. Tausch mit den Nachbarn) eingesetzt habe. Die Abholungen kosten schon Zeit. Klar, damit tauscht man Zeit direkt gegen Ware statt erst Zeit gegen Geld und dann gegen Ware. Aber trotzdem ist es eben zusätzlicher Aufwand…

Mein Fazit lautet also, dass man von dem Anteil an Hartz4, der für Lebensmittel vorgesehen ist, sehr gut leben kann, aber eben nicht ausschließlich Bio. Ich zumindest nicht. Bei uns klappt es, da ich durch Foodsharing sehr viel sparen kann an Ausgaben, aber wer sich da nicht engagiert, schafft es finanziell wohl nicht.

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3 Gedanken zu “Mein Fazit der Challenge #armeleuteessen

  1. Hallo,
    es ist toll das einem Hartz Empfänger theoretisch so viel Geld für Essen zur Verfügung steht- aber praktisch tut es das meist nicht. Ich wohne weit draußen auf dem Land, sodass ich ein Auto brauche. Damit sind die realistischen Ausgaben für 3 Kinder und 1 Erwachsenen auf 350€ Lebensunterhalt, was auch Kleidung, Schuhe, Hygiene und Lebensmittel einschließt gesunken. Selbst mit den Sachen von der Tafel ist das sehr wenig, vor allem wenn es nicht nur einen Monat sondern sehr lange so wenig ist. Da ist nicht nur kein Bio drin, sondern oft auch keine Sonderwünsche. Klamotten und Schuhe kaufe ich fast nur gebraucht und versuche so viele günstige Alternativen bei allem zu finden und so wenig wie möglich neu zu kaufen, um wenigstens ihm Sommer genügend Obst und Gemüse zu haben baue ich im Garten vieles an. Im Winter gibt es sehr wenig Grünzeug da es zu teuer ist und auch bei der Tafel kaum etwas landet.

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  2. Hallo Bianka,

    interessantes Resümee. Tatsächlich gibt es ja auch noch einen recht großen Anteil in der Bevölkerung, die weniger als HartzIV zu Verfügung haben.

    Irgendwo scheint es auch logisch, dass Nahrung in entsprechender Qualität mehr kostet als andere. Allerdings bin ich der Meinung, dass wir unseren Schwerpunkt als Gesellschaft da verlagern sollten – sowohl in puncto Wertschätzung, als auch was Produktionsmethoden anbelangt. Und ja, das zöge natürlich auch einen Wechsel des wirtschaftlichen Systems mit sich …

    Lieber Gruß,
    Philipp

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