Von wenig Geld Bio leben – die Challenge #armeleuteessen

#armeleuteessen

Über Dörte habe ich sie auf Twitter entdeckt, die Challenge unter dem Hashtag #armeleuteessen und fand sie direkt und sofort total spannend.

Gestartet wurde die Challenge von BioRama – Magazin für nachhaltigen Lebensstil. Über das Thema, ob man vom Hartz4-Regelsatz für Lebensmittel in Bio und so regional wie irgend möglich leben kann, hab ich schon oft nachgedacht. Insofern kommt mir die Challenge irgendwie gerade recht.

Die Regeln

Die Regeln sind so schlicht wie einfach: Ich kaufe alles in bio und weitgehend sogar im Bioladen statt im Supermarkt oder Discounter (wie Bio das Discounter-Bio tatsächlich ist, möchte ich lieber nicht wissen) und so regional und saisonal wie irgend möglich. Die Challenge startet heute und läuft bis 30. April. Was noch zu Hause ist, darf noch verbraucht werden. Lebensmittel, die vor der Tonne gerettet werden, dürfen auch Nicht-Bio sein. Das Essen für uns Erwachsene ist vegan, das Essen für die Kinder wird aber auch Wurst und Käse enthalten. Gekochte Mahlzeiten für alle sind immer vegan.

Die Finanzen

Ich kenne mich mit den Regelsätzen bei Hartz4 nicht soooo gut aus, also habe ich eine Internetseite zu Rate gezogen, die alles sehr detailliert auflistet. Danach stehen mir für die Challenge für den gesamten April für Lebensmittel 603,90 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag kommt so zustande:

Laut der Webseite bekommt man für eine Bedarfsgemeinschaft, in der beide Teile Arbeitslosengeld II Bezieher sind, 2 x 90% der Regelleistung, also zusammen 728 Euro im Monat. Von diesem Betrag sind 35,5% für Lebensmittel angesetzt, also 258,44 Euro für zwei Erwachsene pro Monat. Je Kind von 7 bis 13 Jahren stehen 108,47 Euro für Lebensmittel pro Monat zur Verfügung, je Kind über 13 Jahre 138,70 Euro pro Monat für Lebensmittel.

Bei zwei Erwachsenen, zwei Kindern bis 13 Jahren und einem Kind über 13 Jahren komme ich damit insgesamt pro Monat auf 614,08 Euro. Weil ich es gerne ganz genau haben wollte, habe ich das aufs Jahr hochgerechnet (7.368,96 Euro) und dann wieder auf den Tag runtergerechnet (im Schaltjahr 2016 also 20,13 Euro pro Tag). Damit komme ich für den April mit 30 Tagen auf genau 603,90 Euro für Lebensmittel.

Wo kommt mein Essen her?

Neben Foodsharing, bei dem wir eine Kooperation mit einem Supermarkt und einem Bäcker haben, und dem Bioladen im Nachbardorf habe ich als Versorgungsquelle noch unsere zwei Anteile an einer SoLaWi (sehr regional und sehr saisonal und alles in Bio). Dafür gehen schon 66,26 Euro im Monat für eine Kiste Gemüse pro Woche weg. Außerdem werde ich bei dem Supermarkt, bei dem ich für Foodsharing abhole, auch einkaufen gehen (ich verbinde das Einkaufen meistens mit einer Abholung, um Fahrtwege einzusparen – und nein, ich schaue nicht erst, was es bei der Abholung gibt, sondern ich kaufe VORHER ein) und darauf achten, dort nur Bio und so regional wie möglich einzukaufen. Außerdem bekommen wir ab und an was von den Nachbarn aus deren Gärten oder Eier von deren Hühnern, das ist natürlich auch erlaubt, diese Tauschgeschäfte (wir geben den Nachbarn oft Sachen von Foodsharing ab) anzunehmen.

Challenge accepted

Spätestens Anfang Mai folgt dann die „Abrechnung“ und ich bin gespannt, wie viel Geld wir ausgegeben haben für einen Monat Bio-Essen und inwieweit das machbar ist mit einem so geringen Geldbetrag, wie man ihn als Hartz4-Empfänger zur Verfügung hat. Und vielleicht schaffe ich es ja zwischendrin, auch mal einen Zwischenbericht abzugeben oder sogar jede Woche zu berichten, wie es ausschaut.

Vielleicht hat ja noch jemand von euch Lesern Lust, sich spontan anzuschließen? Ich würde mich freuen…

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13 Gedanken zu “Von wenig Geld Bio leben – die Challenge #armeleuteessen

  1. Liebe Bianca,

    das klingt ja superspannend! ich werde mich zwar der „Challenge“ nicht anschließen (ich steh nicht so auf Challenges und ich will nicht jeden Tag vegan kochen), aber den Impuls mitnehmen, endlich mal auf zu schreiben, was ich wirklich jeden Monat für Nahrungsmittel ausgebe. das Argument „Bio ist so teuer“ finde ich nämlich ziemlich bescheuert und deswegen bin ich gespannt, ob ich nächsten Monat bereits dagegen argumentieren kann.

    Ich bin gespannt auf Deinen Bericht.

    Herzliche Grüße,

    Anne

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    • Man muss übrigens für diese Challenge nicht vegan kochen, das kommt im Beitrag vielleicht falsch rüber – das ist eher meine eigene Ergänzung und eine Erklärung, wie unsere „Versorgungslage“ so ist… 😉

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  2. Erst durch deinen Artikel habe ich erfahren, dass wir (zwei Studenten) auf HartzIV Niveau essen 😀
    Wir haben jeden Monat ein Haushaltsbudget von 250€. Davon kaufen wir Essen und alles was wir so für den Haushalt brauchen (von Putzmitteln und Shampoo bis Pfannen oder Wasserkocher). Etwa alle zwei Monate gehen wir sogar in unser Lieblingsrestaurant essen.
    Das Restgeld kommt am Ende des Monats in eine Blechdose für größere Anschaffung oder Urlaub. Zwar kaufen wir nicht alles Bio, aber vieles. Mit etwas Menüplanung und ohne Restgeld am Ende des Monats ist komplett Bio sicher machbar.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg und bin gespannt auf deine Berichte 🙂

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  3. Hallo!

    Vor 4 Jahren habe ich einmal Buch geführt über die Lebensmitteleinkäufe und versucht, mit 35 Euro pro Woche pro Person auszukommen (=280,– pro Monat für 2 Personen). Das ist sich letztendlich wirklich leicht ausgegangen. Dass ich selbst koche und keine Fertiggerichte kaufe hat dabei natürlich geholfen.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg!

    lg
    Maria

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  4. Viel Erfolg bei der Challenge! 🙂
    Ich bin Studentin, ernähre mich vegetarisch und gehe ausschießlich im Bioladen einkaufen.
    Es ist durchaus machbar, wenn man gut plant und selber kocht.
    Das Problem besteht eher darin, dass viele Zeitgenossen nicht kochen können (oder wollen) und Essen für sie keine Priorität ist.

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  5. Wir leben seit Jahren zu 3 Erwaschenen von knapp unter 300 Euro pro Monat (Essen, Essen gehen, Naschzeug und Trinken). Mit Planung und Selbstinitiative ist das kein Problem, find ich.

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    • Hallo M@ria, wir leben zu fünft (zwei Erwachsene, drei Kinder im Teenageralter) bisher auch von unter 500 Euro im Monat für Essen und Essen gehen. Bei der Challenge geht es ja drum, möglichst nicht nur sparsam zu leben, sondern sparsam Bio zu leben… Ich denke auch, mit ein wenig Planung und Initiative (Foodsharing z.B.) ist das gut machbar!

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      • Foodsharing gibt es hier wit und breit nicht, aber Bio schon. Vieles davon kommt aus unserem eigenen Garten. Ich baue so viel es geht selbst an und verwerte es fast wie zu Omas Zeiten. So haben wir auch im Winter etwas davon.

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