Minmalismus: Die Suche nach dem guten Leben. Und dem guten Essen.

Beim Italiener um die Ecke

Es ist ungemütlich hier draußen. Richtig ungemütlich. Und durch dieses Ungemütlich schlage ich mich zu der kleinen Pizzeria durch, die mit den karierten Tischdecken. Dort erwartet mich ein Freund bereits. Keineswegs ungeduldig, wie ich bemerke. Entspannt heißt er mich willkommen.

Als ich mich dazusetze, bekommen wir eine Kerze angezündet. Da fühlt sich das ohnehin heimelige Drinnen sein gleich noch einmal eine Stufe heimeliger an. Ich ordere einen trockenen Rotwein und gehe hastig die mir eigentlich bekannte Speisekarte durch. Einen Bärenhunger habe ich, da mittags nur kurz Pause gemacht und mein selbst belegtes Brot im eigenen Büro eingenommen. Ich entscheide mich spontan für ein Gericht von der Tageskarte. Meine Begleitung ebenso, und obendrauf gibt’s eine kleine Käseauswahl vorab. Auch er hat richtig Hunger, das Mittagessen gleich ganz ausfallen lassen.

Kneipengespräche: Die für 25 EUR eine Woche Essen-Challenge

Ich erzähle von meiner letzten Minimalismus-Challenge, bei der ich mitgemacht habe. Die 25 EUR-Challenge, bei der es darum geht, eine Woche komplett für 25 EUR zu essen. Für die Video-Fans unter euch die Aufgabenstellung im Folgenden.

Aber ich setze noch einen obendrauf. Ein bekannter Student von mir lebt von 40 EUR im Monat. Mehr Details bis auf den angeblichen Betrag habe ich nicht zu berichten. Wir fangen deshalb an zu spekulieren, wie gut man wohl damit leben kann. Was man genau davon an Essen kaufen kann. Und wie gut man davon essen kann. Unser Verdacht: Kochen können kann helfen.

Gut essen – wie geht das?

Mit Zeit

So wie ich meine Mittagspause verbracht hatte, offensichtlich nicht. Gut essen heißt, sich Zeit zum Essen nehmen. Und wenn es auch nur für das selbst belegte Brot ist, das ich mir mitgebracht habe, so kann sich ein Ortswechsel dafür lohnen.

Mit Muße

Eher so wie es mein Freund vorgelebt hat. Obwohl mit einem gehörigen Hunger in Ruhe auf mich wartend. Nun ja, er wurde dafür ja auch mit einer zeitnahen Käseplatte vorab belohnt. 😉

Gut leben via auch mal auswärts essen?

Wie würden die 25 EUR, die mich die Woche zuvor essenstechnisch durch die ganze Woche getragen hatten, an einem einzigen Abend verbraten. Er wirft ein, dass eben dies doch das gute Leben sei. Sich beim Italiener ein Kerzchen anzünden zu lassen und bei einem Glas Rotwein auf die Hauptspeise warten. Und sich dabei Gedanken grundsätzlicher Art übers Essen machen zu können.

Meine Erkenntnis des Abends

Für mich ist erst einmal gut essen ein Teil des guten Lebens, so hat sich im Verlauf unseres Gespräches herausgestellt. Und das bedeutet in detailliert für mich Folgendes.

  1. Gutes Essen braucht ein wenig Zeit und Ruhe, wenn ich es esse.
  2. Gutes Essen ist grundsätzlich von mir selbst zubereitet.
  3. Gutes Essen besteht für mich hauptsächlich aus unbearbeiteten Grundnahrungsmitteln, wie Nudeln, Reis, Kartoffeln für die Kohlehydrat-Fraktion, dann Gemüse und dazu etwas Frischem, wie ein Salat. Unbearbeitet können die Lebensmittel sein, denn das Bearbeiten übernehme ich selbst.
  4. Wenn 1 – 3 den Essens-Alltag ausmachen, dann freue ich mich gelegentlich sehr über eine Ausnahme von der so gesetzten Norm. Einem Restaurant-Besuch mit einem Freund. Aber das ist dann das Besondere. Das ich schätze.

Das ich überhaupt so schätzen kann, aufgrund meiner minimalistischen Lebenshaltung.

Und das ich mir überhaupt erst leisten kann, aufgrund meiner minimalistischen Lebensgestaltung.

 

 

 

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8 Gedanken zu “Minmalismus: Die Suche nach dem guten Leben. Und dem guten Essen.

  1. Hey,

    das ist eine sehr coole Challenge!
    Ich lebe momentan auch von sehr wenig Geld und denke, dass ich das ganz gut umsetze. Ich habe diese Woche zum Beispiel für 20 Euro das Essen für mich und für meine Tiere (die glücklicherweise zum Großteil das gleiche mögen, wie ich: frisches Gemüse) gekauft. Dabei müssen Mahlzeiten auch nicht immer aufwendig sein. Ein leichtes Brot mit ordentlich (vegetarischem) Belag und dazu Paprika oder Avocado kann schon eine schöne Mahlzeit sein, je nachdem wie man es anstellt.

    Grundnahrungsmittel sind meist gar nicht teuer und wenn man dann auf die Qualität der Beilagen achtet, braucht man auch nicht so viel. 🙂

    Liebe Grüße,
    Ronja

    Gefällt 2 Personen

    • Hei Ronja,

      dank Deines Kommentars hier hab ich Deinen Blog kennen gelernt – wow! Du begeisterst und inspirierst mich. Ich werd mich in nächster zeit noch weiter durch Deine Mind Hacks wühlen und Du wirst in nächster Zeit hier noch mehr von meiner neuen Freiheit dank Minimalismus lesen… 😉

      Liebe Grüße
      Dörte

      Gefällt mir

  2. Hallo!
    Danke für deinen schönen Beitrag!

    Wir bekommen es seit Jahren hin, nur knapp 3 Euro pro Tag pro Kopf für Lebensmittel, Süßes und Getränke auszugeben. Ich koche und backe alles selbst und verwende auch das, was Natur und Garten so hergeben. Frisches Obst und Gemüse sind trotzdem immer im Haus. Für die Arbeit nimmt jeder von uns sein Essen mit. Zwei von uns haben die Gelegenheit, Essen in der Mikrowelle warm zu machen. Für die anderen gibt es einen Thermosbehälter oder Brot/Brötchen, Salat usw. Wer mittags nicht warm essen kann, bekommt sein warmes Essen am Abend.
    An verarbeiteten Lebensmitteln kaufe ich nur Nudeln und ab und zu mal etwas Wurst (Oder hab ich was vergessen?)
    Ich bin der Meinung, dass Planung ein ganz wichtiger Faktor beim Sparen ist.
    Wir gehen vielleicht 4x im Jahr essen. Das ist dann ein besonderer Anlass, den wir gemeinsam genießen .

    @Maria: Danke für den Link!

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