Mein Testament – ein neues Jahreswechselritual?

Seit letzter Nacht – Silvesternacht – habe ich ein Testament. Es entstand zwischen 23:30 und 02:00 Uhr zunächst einmal als Rohfassung am Computer, denn damit es rechtskräftig ist, muss ich es komplett mit der Hand niederschreiben (wusstest Du das?). Doch das Wichtigste – meinen letzten Willen in Worte zu fassen – ist getan. Jetzt fühle ich mich wunderbar leicht und befreit.

Warum ausgerechnet Silvester? Keine Sorge, es geht mir gut und es hat sich kein bisschen morbide angefühlt! 🙂 Ich wusste vorher, dass ich dieses Jahr die magischen Stunden rund um Mitternacht allein verbringen werde – eine bewusste Entscheidung. Mein Liebster (ein erklärter Silvestermuffel) hatte rechtzeitig angekündigt, in diesem Jahr vor Mitternacht ins Bett gehen zu wollen, damit war ich fein. Ich hätte ja die Möglichkeit gehabt, mich in die Gesellschaft anderer Menschen zu begeben, doch in diesem Jahr war ich mir selbst genug. Und es war dann recht spontan, dass ich ein neues Word-Dokument öffnete und zu schreiben begann. Parallel muste ich auch noch ein bisschen über das Thema recherchieren, um keine juristischen Widersprüche und Missverständnisse zu provozieren.

Was ein Testament mit Minimalismus zu tun hat? Nun, für mich erweist sich ein Mehr an Ordnung als ein geeigneter Weg, mein Leben (meinen Kopf) zu entschlacken, um Freiraum für das Wesentliche – mein Wesentliches – zu schaffen: Kreativität und Liebe zu leben. Und in den vergangenen Monaten war mir klar geworden, dass mir ein Testament dabei helfen würde, mein Leben zu vereinfachen.

Ein Testament ist meines Erachtens übrigens nicht nur etwas für reiche Leute! Es geht beim letzten Willen wahrlich um mehr als nur um Besitz. Dies sind die Bestandteile meines Testamentes:

  • Wer über meinen Tod unbedingt benachrichtigt werden soll (inkl. Adressliste)
  • Was mir in Bezug auf meine Bestattung und die Trauerfeier wichtig ist
  • Wie mit meinen Websites und Accounts im Internet verfahren werden soll
  • Wie mit meinem Nachlass umgegangen werden soll
  • Wer meine Erben und Ersatzerben (!) sein sollen

Ich habe mir heute überlegt, dass ich nun am Ende eines jeden Jahres kurz einen Blick drauf werfen möchte, ob noch alles stimmig und aktuell ist. Es muss allerdings wirklich nicht immer die Silvesternacht sein. 🙂

Steinherz

*

Drei Fragen hab ich jetzt an Dich:

Hast Du ein Testament?

Hast Du ein Jahreswechselritual?

Hast Du einen Vorsatz für 2016, um Dein Leben zu entschlacken?

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7 Gedanken zu “Mein Testament – ein neues Jahreswechselritual?

  1. Hallo Dörte, ich habe seit einigen Jahren ein handschriftlich verfasstes Testament. Meine digitalen Hinterlassenschaften fehlen da aber noch. Danke für diesen Hinweis! Ich finde, in einer Beziehung ist so etwas einfacher, ist auch immer mal wieder bei uns Thema. Mir gehts da nicht um Reichtümer, die habe ich eh nicht. Es geht um Klarheit und die finde ich wirklich sehr wohltuend. Auch dass Hinterbliebene dank Minimalismus mal nicht tausenderlei meines Krams verteilen und entsorgen müssen, gefällt mir gut.
    Silvester gelegentlich so ganz anders zu verbringen, kann ich gut nachvollziehen. Habe ich auch früher schon gerne gemacht und fand das eine sehr dichte und angenehme Erfahrung.

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    • Hallo Gabi,

      viel hinterlasse ich tatsächlich auch nicht. 😉 Da ich bereits 2x erlebt habe, wie die Reste eines Menschenlebens im Müllcontainer verschwunden sind, auch viele noch brauchbare Gegenstände, war es mir wichtig festzuhalten, dass sich jemand bitte die Mühe macht, alles, was noch durch Dritte nutzbar sein könnte, an Tausch- und Umsonstläden oder Sozialläden zu spenden/verschenken.

      Für die Sache mit den Internet-Accounts bin ich durch Jörg Eisfeld-Reschke sensibilisiert worden – ein lieber Netzwerkpartner und Freund, der sich schon lange mit dem Thema Tod und Trauer im Internet auseinandersetzt, zum Beispiel hier: http://www.ikosom.de/2012/10/15/blogparade-tod-und-trauer-im-internet/

      Ich könnte mir sogar vorstellen, mal öffentlich zur Diskussion zu stellen, wie ich mir den umgang mit meiner Web-Präsenz nach meinem Tod vorstelle. Schaun mer mal!

      Liebe Grüße
      Dörte

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  2. Hallo Dörte!

    Ein Thema, das seit einiger Zeit ansteht und um das ich mich drücke. Bis vor 5 Jahren war alles einfach und klar, da die gesetzliche Erbfolge genau gepasst hat.

    Das ist nun nicht mehr so und es wird echt Zeit, das zu ändern. Aber das ist gar nicht so einfach, Hut ab!

    Das mit am PC vorschreiben ist eine gute Idee.

    lg
    Maria

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    • Hallo Maria,

      am PC vorschreiben hilft enorm, da kannst Du stunden- oder gar tagelang an den Formulierungen feilen… 😉

      Bei mir passt so einiges nicht zur gesetzlichen Erbfolge – und dadurch ist ja auch nur ein Bruchteil dessen geregelt, was einen letzten Willen ausmachen könnte.

      Jetzt bin ich gespannt, wie viele Änderungen Jahr für Jahr Not tun. Umso weniger, umso stetiger verläuft mein Leben (und das wünsche ich mir) – das ist jetzt also ein neuer Seismograf für mich. 😉

      Ich wünsch Dir gutes Gelingen!

      Liebe Grüße
      Dörte

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  3. Hallo zusammen.

    1.) Nein, aber ich habe schon häufiger darüber nachgedacht. Den Ansatz der digitalen Hinterlassenschaft finde ich auch wichtig! Vor ein paar Jahren hatte ich dazu eine Diskussion mit Freunden, was wohl mit all den toten Profilen in sozialen Netzwerken passieren wird.
    2.) Nein.
    3.) Ja, Zusatzzucker und Alkohol ade!

    Liebe Grüße,
    Philipp

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