Ma(h)l wieder: Minimalismus und Kochen – minimalistisch Kochen

foodsharing-obst

Das beschäftigt mich immer wieder, und macht so offensichtlich, welche sich widerstrebende Begehre, ja manchmal sogar gegenseitig ausschließende Bedürfnisse sich in meiner minimalistischen Lebenshaltung zu einer Einheit finden mögen.

Das Kochen.

Ich liebe ja kochen. Immer wenn ich Urlaub habe, Wochenende, oder mir im Alltag ein wenig Zeit freischaufeln kann, ist es mir eine meiner größten Freude es zu tun. Zu kochen. Nur am Rande, das war nicht immer so. Aber das ist eine andere Geschichte.

Aber was ist das/kann das sein, Minimalismus und Kochen?

[Die gleiche Frage stellt sich im Übrigen drüben die MalMini 🙂 … und beantwortet diese mit einem Lektürevorschlag]

1) Möglichst wenig Aufwand, mit dem kochen

Minimalistisches Kochen könnte ja meinen, möglichst wenig Aufwand zu betreiben, mit eben dem Kochen. Wie z.B. der Joachim Klöckner. Er wohnt in Berlin, hat keinerlei Küchenausstattung, weil er günstig in Berlin alles bekommt, was sein Herz begehre. So habe ich von (oder über) ihm (ihn) irgendwo gelesen, finde aber leider die Quelle nicht mehr. Ihr müsst mir also glauben.

Das ist bei mir nicht so. Ich wende zumindest einige Zeit auf. Schon mal locker 40 Minuten bis zu einer Stunde. Allerdings ohne jegliche Star-Koch-Allüren, will meinen, dass ich verhältnismäßig doch wenig Aufwand mit dem Kochen habe, da ich einfache, bodenständige Rezepte bevorzuge.

2) Möglichst wenige Zutaten, um das beste Mahl zu erhalten

… oder noch besser: Nur mit Grundzutaten etwas zaubernn (also auf Halb- und Fertigwaren gänzlich verzichten). Und wie ich die letzten Tage wieder selbst erfahren, so eine Pizza, die nicht aus der Tiefkühltruhe des Supermarkts nebenan kommt, die ist mit gar wenig Zutaten bereitet. Das Rezept (lediglich die Auflage habe ich variiert), das ich zuletzt ausprobiert habe, ist dieses hier. Ein Fundus an leckerem, einfachem, aber schmackhaftem Essen übrigens auch hier bei @einfachbewusst.

Mein Traum war es ja immer, ein Rezeptbuch zu erstellen, in dem lauter Rezepte drin sind, die nicht mehr als 7 Zutaten brauchen. Aber manchmal braucht es halt ein bisschen Zeit, bis solche Sammlungen entstehen.

3) Sich möglichst autark ernähren

Ja. Das ist auch (für viele und gewünscht für mich) minimalistisch. Aber das, was ich am wenigsten lebe. Ich gehe lieber in den Bio-Laden da oben an der U-Bahn-Station. Ich mag Gartenarbeit nicht SO gerne.

Auf der anderen Seite, kann sich autark ernähren ja auch anderweitig realisieren lassen. Wie ist es z.B. mit Lebensmittelrettung? Oder damit, den Löwenzahn im von mir ungepflegten Garten zu ernten? Im Urlaub habe ich Tonnen von Mirabellen gesehen, die in der freien Natur herumhingen, und die offensichtlich NIEMNAND ernten wollte.

Bildschirmfoto 2015-09-15 um 21.03.10

Möglich auch: Lebensmittel mit Nachbarn tauschen (kenne ich noch von meinem Leben auf dem Land).

4) Sich möglichst günstig ernähren

… das könnte ja auch einer minimalistischen Haltung entsprechen. Aber ich glaube, hier ist es umgekehrt. Wenn ich wie früher „normal“/der derzeitigen Norm entsprechend lebe, kaufe ich natürlich dies o.g. Halbfertig- und Fertigprodukte.

Alles andere ist natürlich günstiger, ohne dass ich vorab billiger leben hätte wollen. Pulver zum Anrühren einer Salatmarinade? Überflüssig. Wer weiss wie’s geht, der braucht das Zeug nicht. Tomatensoße zu den Nudeln? Easy!  (Man muss die Soße nur lange genug einkochen lassen. 😉 ) Günstig essen also nicht als Grund, sondern als Folge.

Ergo: Wenig Aufwand, Zeit, Geld, Unabhängigkeit. Ja was denn jetzt?

Ich will alles!

Und irgendwie geht das auch. Wie ich das zusammenbringe, daran arbeit ich noch. Tipps, Tricks und eure Erfahrungen, gerne als Kommentare genommen! 🙂

Eure @mons7

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5 Gedanken zu “Ma(h)l wieder: Minimalismus und Kochen – minimalistisch Kochen

  1. Eine schöne Übersicht, trifft meine eigenen Überlegungen ziemlich gut.
    Ergänze:
    5) Möglichst wenig Müll produzieren, sowohl bei der Verpackung als auch bei den Lebensmitteln selbst.

    Letzten Endes hat das für mich die Oberhand gewonnen, da ich über die Umweltschiene zum Minimalismus gekommen bin. Manches andere (günstiger, autharker… essen) geht damit oft einher. 🙂

    Viele Grüßis, Pip

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo!

    Minimalistisch kochen ist für viele Fertiggerichte zu verwenden und für das Kochen keine Zeit aufzuwenden.

    Mein Kochen würde ich nicht als minimalistisch bezeichnen, da ich recht viel Zeit dafür aufwände. Frisches Gemüse zu verarbeiten, braucht einfach Zeit! Wenn man das dann noch im eigenen Garten zieht, dann ist der Zeitaufwand auf keinen Fall minimalistisch.

    Wohl aber minimalistisch in Hinblick auf unerwünschte Inhaltsstoffe, die schließe ich damit weitgehend aus.

    Minimaler Müll, das ist damit auch verbunden und das ist mir sehr wichtig.

    lg
    Maria

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  3. Ja, ich bin auch immer auf der Suche nach möglichst einfachen und schnellen Rezepten für den Alltag.
    Fündig werde ich oft in der italienischen Küche
    oder bei ‚Täglich vegetarisch‘ von Hugh Fearnley-Whittingstall.

    Überhaupt scheint mir die italienische Cucina povera eine gute Minminalismus-Koch-Basis zu sein.
    Die Prinzipien dort lassen sich sicher auch gut auf das deutsche Gemüseangebot übertragen.

    Gefällt mir

  4. Mein Traum ist, irgendwann mit einer Freundin eine Cantina in einem belebten Industriegebiet o.ä. auf zu machen. Weil wir – inklusive uns selbst – noch nie einen Menschen getroffen haben der eine schmackhafte, einfache und preiswerte Verpflegung während seiner Arbeitszeit zu sich nehmen konnte 😉

    Da ich seit Jahren jeden Tag koche und sich meine Kinder auch angewidert von dem jeweiligen Schulessen abgewandt haben ist das MEIN Thema.
    Allerdings denke ich auch, das „minimalistisch Kochen“ einen Widerspruch birgt.

    Am Anfang war mein Thermomix – die beste Anschaffung seit meines letzen Gebrauchtwagens mit Gasanlage! Jetzt gehe ich durch die Supermarktreihen und denke oft: DAS mache ich selbst und viel besser und billiger. Maggi, Knorr und CO haben restlos abgegessen, im wahrsten Sinne es des Wortes.
    RICHTIGE Sauce Hollandaise dauert aufwandslos 12 Minuten in denen ich natürlich schon etwas anders mache.
    Gestern gab es Endiviensalat aus 12 Äpfeln, 2 Möhren und 9 Endivien – den hätte ich ohne Thermomix schlicht nicht gemacht,so hat die Zubereitung 2 x 5 Sekunden gedauert.

    Wenn mich jemand anspricht, warum das GErät so teuer ist sage ich immer, für den vielen Milchreis, Griesbrei, Reibekuchen den meine Familie isst hat es sich schon in einem Jahr gelohnt – unglaublich was ich für Zeit dadurch gespart habe.

    Und DAS ist mein Thema beim Kochen – Zeit einsparen. Super kochen in kürzester Zeit.

    LG
    Lina

    Gefällt 1 Person

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