Wir haben so viel, weil wir so viel haben!

SpülmaschineWir waren im Urlaub. Zehn Tage im schönen Vogelsberg. In einem kleinen, nein eher winzigen Dörfchen in der zur Ferienwohnung umgebauten ehemaligen Schule. Alles eher minimalistisch. Ferienwohnungen sind ja eh immer nicht so reichhaltig ausgestattet, wie man das von zu Hause gewohnt ist und man muss sich beschränken auf das, was an Geschirr, Besteck, Küchengeräten vor Ort ist. Schön!

Und da kam sie, die Erkenntnis: Wir haben so viel, weil wir so viel haben! Eines führt zum anderen. Jedes Teil, das wir besitzen, führt irgendwie zu einem anderen Teil, das wir dafür benötigen. Es sei denn, wir machen uns stark dagegen.

Die Ferienwohnung hatte zum Beispiel keine Spülmaschine. Unser abendliches Ritual sah im Urlaub so aus, dass wir nach dem Essen alles wieder in den kleinen Kühlschrank gepackt haben und dann Teller, Gläser und Besteck gespült haben. Immer wieder die gleichen Gläser, Tassen, Teller. Wäre nicht die Wohnung für 4 Personen ausgestattet gewesen, es hätten uns zwei Teile jeweils gereicht.

Ich überlegte, wie viele Teller wir zu Hause in den Schränken haben. Es sind viele. Jede Menge kleinere, die für kalte Mahlzeiten genutzt werden, also wenn es Brote gibt. Dann noch jede Menge Suppenteller, weil wir gerne mit viel Soße essen und eben auch Suppe. Und ein paar große flache Teller, auf denen man ausreichend Platz für Fleisch (essen wir gar nicht), Beilage und Gemüse hat.

Bei jeder gemeinsamen Mahlzeit werden 5 bis 6 dieser Teller benötigt. Die wandern danach in die Spülmaschine. An einem normalen Wochenende also 20 kleinere Teller für je 2 Mal Frühstück und Abendessen und noch 10 Teller für Mittagessen. Damit ist die Spülmaschine voll, also der untere Korb zumindest. Oben sind dann noch ein paar Gläser, Tassen und Schüssel drin. Unsere Spülmaschine wird immer gut ausgenutzt.

Aber wäre es wirklich so schlimm, nach jedem Essen, wenn man eh die Töpfe und Pfannen oder auch die Vesperdosen aus der Schule spült, gleich die 5 Teller, 5 Messer und 5 Gabeln mit zu spülen? Es wäre zeitlich kein großer Aufwand, wenn einer spült und einer trocknet. Es wäre eine gute Gelegenheit für ein wenig „Zeit zu zweit“ zum Beispiel mit einem der Kinder. Und man bräuchte so viel weniger Geschirr, Teller, Tassen, Besteck… Wir haben nur deshalb so viel Besteck und Geschirr, weil wir eine Spülmaschine haben. Hätten wir keine, würden uns 5 Schüsseln (für Suppen und Soßiges) und 5 kleine Teller reichen. Und von jedem Besteck auch 5. Oder vielleicht minimal mehr, falls mal Besuch kommt.

Wir haben direkt nach dem Urlaub mal angefangen bei unseren Tassen und da mal sehr großzügig aussortiert. Wir nehmen eh immer die gleichen, der Rest kam jetzt mal weg bis auf zwei oder drei. Und ich bin wirklich versucht, auch Teller auszumisten und Platz zu schaffen in unseren Schränken…

Und die Spülmaschine? Nun, die ist halt nun einmal da. Vorm Urlaub hatte ich noch gesagt, in unserem Haushalt mit fünf Personen könnte ich mir ein Leben ohne die Spülmaschine nicht vorstellen. Die Liebste erinnerte mich dann daran, dass wir vor 3 Jahren schon mal zu fünft in einem Ferienhaus ohne Spülmaschine Urlaub gemacht haben und das auch ging. Recht hat sie. Hmmmm….

 

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8 Gedanken zu “Wir haben so viel, weil wir so viel haben!

  1. Hallo!

    Vor gut einem Jahr habe ich über dieses Thema hier geschrieben https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2014/06/03/der-geschirrspuler-feind-des-minimalismus/

    Inzwischen wurde der Geschirrspüler kaputt und ich lebe seit März ohne ihn – siehe https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2015/03/28/r-i-p-ich-werde-dich-vermissen/ – und es geht überraschend gut!

    Der Geschirrspüler wurde inzwischen ausgebaut und ich kann den Platz anders nutzen. Das ist super in einer kleinen Küche! Und das Abwaschen ist gar kein Problem, es ist nur eine Frage der Umstellung. Man verwendet irgendwie auch weniger, geht nicht so leichtfertig um mit dem Geschirr wie sonst.

    Und ich habe schon einen guten Teil vom Geschirr aussortiert und verschenkt, weil ich viel weniger benötige.

    Es ist aber auch ein Prozess und ob ich mit einer so großen Familie auch den Schritt gewagt hätte, weiß ich nicht.

    Im Rucksack-Urlaub haben wir mit 2 Tellern, je 2 Gabeln, Löffeln und Messern gelebt…

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Maria,
      ja, die Größe der Familie macht mir da auch noch ein wenig Sorge. Andererseits muss man ja auch mal ehrlich sein: Früher waren Familien größer und es ging auch. Im Ferienhaus zu fünft ohne Spülmaschine geht es auch. Wenn wir bei meinen Großeltern zu Besuch sind, geht es auch. Und wenn ich es recht überlege, fällt soooo viel ja gar nicht an an normalen Tagen. Zum Frühstück vielleicht ein paar Schüsseln vom Müsli. Mittags wenige Teller vom Brot, die man sich ja auch teilen bzw. wiederverwenden kann bei unterschiedlicher Heimkommenszeit. Abends ein paar Töpfe/Pfannen, die aber eh von Hand gespült werden und ein paar Teller. Dazu dann noch die Vesperdosen. Es würde schon gehen, wenn man es denn wirklich wöllte…

      Gefällt 2 Personen

  2. Obwohl mich das Thema gerade auch beschäftigt (meine Wohnküche ist 54qm groß und ich habe „deshalb“ soviel, weil ich soviel Platz habe…) halte ich mal dagegen: auch wir waren mit 5 Personen, darunter 3 teens mit Hunger auf 5-6 Mahlzeiten/d in einer spartanisch ausgerüsteten Ferienwohnung ohne Spülmaschine.

    Am dritten Tag bin ich los und habe gegen meine Überzeugung Pappteller, Plastikschalen (für die täglichen Nudeln mit Tomatensoße und Käse) und Pappbecher gekauft! Nein, ich war nicht bereit, viele Stunden meines wohlverdienten Urlaubs an der Mini-Spüle in der Mini-Kochnische zu stehen und Geschirr zu spülen.

    Und die anderen auch nicht…ein Spülplan scheiterte aus verschiedenen Gründen.

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    • Liebe Gisela,
      danke für deinen Kommentar. Ich verstehe gut was du meinst. Es kostet schon Zeit, dieses Gespüle von Hand für viele Leute. Vor allem bei mehreren Mahlzeiten täglich.
      Wir sind jetzt 8 Tage wieder in einem kleinen Ferienhaus mit vermutlich spartanisch eingerichteter Küche mit zwei Erwachsenen und drei Kindern zwischen 11 und 14 – ich werde mal beobachten, wie es uns die kommenden Tage so geht mit dem Thema und vielleicht gibt es dann Ende September ein Update von mir zu dem Thema. 😉 Spülplan wird bei uns nämlich auch nicht klappen, ich bin gespannt, wie wir das regeln und ob wir irgendwann genervt auf Pappgeschirr ausweichen…
      Liebe Grüße,
      Bianka

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  3. Seit ich meine Spülmaschine habe, ist mein Strom- und Wasserverbrauch extrem geschrumpft, und ich spare sehr viel Zeit. Daher ist für mich die Spülmaschine ein echtes Minimalismus-Werkzeug 🙂
    Wozu Energie und Zeit vergeuden, wenn mit Spülmaschine so viel besser geht?

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