Die Illusion der Zeitersparnis des modernen Lebens

Gerade hatte ich bemerkt, dass mir noch eine Ingredienz für das selbst gekochte Abendessen fehlt. Glücklicherweise weiß ich, dass es genau diese recht günstig und gut beim Aldi um die Ecke gibt. Ich sprinte also zur U-Bahn, um an der Anzeige zu erkennen, dass die U-Bahn des Begehrs just gerade abgefahren. Aber keine Panik, die nächste kommt ja in nur wenigen 8 Minuten.

Da ich ja im Moment so ein wenig mehr Bewegung in mein Leben bringen möchte, entscheide ich mich spontan, zum Aldi zu laufen.

Überraschung! Just, als ich genau dort ankomme, kommt mit mir zusammen die U-Bahn an. Ich war also – wirklich für mich überraschenderweise – nicht eine Sekunde länger auf Schusters Rappen unterwegs.

Ingredienz eingekauft.

Nein. Ich habe meine Fitness für heute getan. Mehr muss nicht. So denke ich bei mir, hüpfe vorm Aldi in die gerade einfahrende U-Bahn, mich freuend, dass das Timing so perfekt. … dachte ich zumindest.

Da vor uns irgend eine Störung irgend einer Art die Einfahrt in meine Haltestelle verhinderte, musste ich ganze 21 Minuten ausharren, bis ich drei Minuten vor meiner Haustür wieder aussteigen durfte.

Ja. Ich weiss, was ihr jetzt sagen wollt. Die Störung gibt’s ja nicht jedesmal und das Laufen zum Aldi bei Regen macht bestimmt auch keinen Spass. STIMMT.

ABER: Die Annahme, dass es mit der modernen Infrastruktur WIRKLICH und IMMER schneller geht, stimmt wohl offensichtlich auch nicht.

Wir scheinen das aber nur selten zu überprüfen.

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4 Gedanken zu “Die Illusion der Zeitersparnis des modernen Lebens

  1. Hallo mons7.

    Mich hätte interessiert, wie lange du gelaufen bist. Alleine die Idee öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, wenn etwas „um die Ecke“ ist, käme mir nicht in den Sinn. Dann lieber das Fahrrad. Aber vielleicht wohnst du ja auch in einer größeren Stadt, wo die Relation „um die Ecke“ etwas anderes bedeutet als bei mir.

    Gruß, Marcus.

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    • Hey Marcus, ja, wohne in Frankfurt, trotzdem… lass uns mal einen „um die Ecke“-Vergleich machen. 🙂 Was ist von der Länge her ein „um die Ecke“ für Dich? (Meins habe ich schon abgemessen, verrat’s aber erst nach Deinem. 🙂 🙂 🙂 🙂

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      • Nun. „Um die Ecke“ ist bei mir alles, was in 10-15 Minuten zu Fuß zu ereichen ist. Und das ist doch meistens im Einzugsbereich eine Discounters.

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  2. Das ist für mich einer der (minimalistischen) Vorteile, die das Landleben bietet. Never ever würde ich mich wegen einer fehlenden Zutat auf den Weg machen und die noch besorgen. Weder zu Fuß (der nächstgelegene Lebensmittelladen wäre dann ca. 25 Minuten Laufzeit für eine Strecke und ich wär dann nur wegen der Kleinigkeit eine ganze Stunde unterwegs) noch mit dem Auto (widerspricht meinem minimalistischen Denken, extra die Kiste anzuwerfen für eine Kleinigkeit) noch mit dem Fahrrad (damit allerdings vielleicht noch am ehesten, aber bis ich das aus dem Schuppen geholt hab…).
    Was nicht da ist, muss anderweitig ersetzt werden in dem entsprechenden Gericht – und aus. Führt natürlich auch dazu, dass wir hier ein wenig anders planen, was das Einkaufen angeht.

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