Laufen, mein minimalistischer Wohlfühlsport

Neulich schrieb die Mons schon etwas zum Thema „minimalistisch in Bewegung kommen„. Meine minimalistische Bewegung ist das Joggen. Minimalistisch deshalb, weil man nicht viel mehr braucht als ein gutes Paar Laufschuhe – und ein wenig Zeit.

Neulich im Wartezimmer bei einem Arzt sprach mich eine ältere Ausgabe des Focus an mit der Titelstory „Lauf dich gesund„. Was da über das Laufen steht, entsprach genau dem, wie ich es empfinde. Laufen ist super und unglaublich gesund – wenn man es nicht übertreibt. Lockeres Laufen für etwa 30 bis 45 Minuten pro Tag wird da empfohlen. Gerne auch täglich. Das kommt mir doch sehr entgegen. Mit Joggen tut man seinem Körper in relativ kurzer Zeit etwas wirklich Gutes, und zwar auf so vielen Ebenen.

Die etwa 30 Minuten am Tag, die ich für meine Standardstrecke von 4 Kilometern (ja, ich bin eine Schnecke, aber, hey, was soll’s?) brauche, kann ich mir meist freischaufeln, trotz drei Kindern und Selbstständigkeit und Haushalt geht das schon. Ich merke dann unterwegs zuerst das Glücksgefühl, schon wieder den inneren Schweinehund überwunden zu haben. Nach spätestens 10 Minuten wird das Laufen leichter, ich bin in meinem Laufrhythmus angekommen und genieße die regelmäßige Abfolge aus Schritten und Atemzügen. Ich habe das gute Gefühl, etwas ganz alleine für mich zu tun und aus dem Alltag herauszukommen. Ich genieße die Ruhe und die Natur um mich herum, das Zwitschern der Vögel, das Rascheln der Bäume und das Geräusch der sich im Wind bewegenden Getreidehalme.

So viele Ebenen, auf denen das Laufen mir gut tut.

Meine Runde geht an den Feldern vorbei, auf denen bis vor kurzem noch vermutlich deutlich unterbezahlte Erntehelfer aus (vermutlich) irgendwo in Russland sich in Regen oder Sonne plagten und Erdbeeren pflückten. Und mich erfüllt jedes Mal eine tiefe Dankbarkeit für mein Leben und für alles, was ich mir „herausnehmen“ kann, wie beispielsweise diese 30 Minuten ganz für mich alleine.

Ich muss jetzt noch daran arbeiten, die 30 Minuten wirklich täglich freigeschaufelt zu bekommen. Und ich muss daran arbeiten, auch den inneren Schweinehund zu überwinden, der mir sagt, was man noch alles an Ausstattung brauchen könnte. Aus rein minimalistischer Sicht bin ich mehr als gut ausgestattet, lediglich ein neues Paar Laufschuhe wird demnächst fällig. Aber man könnte da ja noch einen Pulsmonitor und noch eine zweite Laufhose und ein anderes Laufshirt… Ihr versteht schon. Laufen ist also auch eine gute Übung für mich und mein minimalistisches Denken und Handeln.

Lauft Ihr auch? Was tut euch beim Laufen gut? Oder kommt ihr ganz minimalistisch anders in Bewegung?
Ich bin sehr gespannt auf eure Erfahrungsberichte,
Bianka

PS: Ich bin übrigens die Neue hier. *knicks* Ich stell mich demnächst mal ausführlicher vor – oder die Dörte macht das, mal sehen…

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7 Gedanken zu “Laufen, mein minimalistischer Wohlfühlsport

  1. Für mich hat Radfahren denselben Effekt, klar, da braucht man ein Rad, aber dann fahr ich einfach direkt von daheim los und kann das evtl. mit Erledigungen kombinieren.
    Sehr minimalistisch machbar finde ich auch Yoga. Ok, ich hab schon etwas Erfahrung damit, deshalb brauch ich da wirklich nicht mehr als eine Yogamatte und etwas Zeit. Und wenn ich was anderes machen will als meine eigene Routine, finden sich auf youtube tolle Videos, wenn man ein bisschen sucht.

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    • Ja, Radfahren mochte ich früher auch sehr gerne. Inzwischen geht es für mich irgendwie schneller, in die Laufsachen zu hüpfen, als das Rad aus dem SChuppen zu holen – und dann hat das Rad vermutlich eh einen Platten. 😉 Mit dem Rad käme man halt weiter herumund das mit den Besorgungen finde ich auch einen wichtigen Punkt. Ich glaub, ich geh mal nachschauen, wie es um mein Radl bestellt ist und reparier mal den Dauerplatten…

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  2. Ich liebe Laufen. Einfach weil es so einfach ist 🙂 Zwar habe ich ein paar mehr Laufshirts und Hosen, aber einfach aus dem Grund daß ich immer ein frisches habe. Meine Waschmaschine läuft höchstens ein Mal pro Woche, und ich mag ungerne in einem miefigen, durchgeschwitzten Shirt starten. Aber jedes Mal die Maschine für zu wenig Klamotten anwerfen will ich auch nicht 😉
    Liebe Grüße,
    Sandra

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    • Liebe Sandra,
      wir waschen (trotz drei Kindern) auch nur einmal pro Woche und ich werf dann meine Laufsachen einfach mit rein. Ich hab nur zwei Hosen und zwei Träger-Shirts – gerade jetzt im Moment bin ich so oder so sofort verschwitzt, wenn ich rausgehe, da ist es mir relativ egal. 😉 Ich brauch aber vermutlich für den Winter dann doch mal noch ne lange Laufhose und Langarmshirts, bisher bin ich ja nur Sommer- und Schönwetterläufer… hust
      Liebe Grüße,
      Bianka

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  3. Ich konnte mich nicht dauerhaft mit Laufen anfreunden und gehöre der Radfahrgemeinschaft an – ich liebe Radfahren und nutze es grundsätzlich möglichst viel, um mich fortzubewegen. Klar, ein Fahrrad ist teurer als Laufschuhe, aber für mich eine gute Investition: Ich lasse es regelmäßig im Fahrradladen durchchecken und dank Marathonreifen gab es jetzt längere Zeit keinen Platten mehr. Und ich brauche keine Extrakleidung und muss mich nicht extra umziehen (wobei ich bei den Temperaturen dann auch ggf. die Kleidung danach wechlse…)
    Schön, dass du jetzt hier schreibst: Bin sehr gespannt!
    Wird Minimalismus und Familie Thema? Das würde mich interessieren (und wie klappt das mit der einen Maschine Wäsche pro Woche? Oder wascht ihr einmal und dann gleich mehrere Maschinen? Wir brauchen zu zweit so eineinhalb Maschinen – wöchentlich 30 Grad und alle zwei Wochen 60 Grad im Durchschnitt)…
    Liebe Grüße
    Nanne

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  4. Hei Bianka,

    erstmal herzlich willkommen im Kreise der Minima Musen! 🙂

    Ich habe das Laufen als minimaoistischen Sport vor einigen Jahren für mich entdeckt – und ich tue es bis heute WIRKLICH minimalistisch: ohne Musik in den Ohren, ohne Smartphone dabei, ohne App, die aller Welt hinterher sagt, wie schnell ich wie weit gelaufen bin. Also einfach rein in die Laufklamotten, raus vor die Tür und los – und zurück, wenn es reicht. (Und mir reicht es oft auch schon nach 4 bis 5 Kilometern. Auch da bin ich minimaoistisch. 😉 )

    Das alles erzähle ich, weil Du auf Facebook letztens ja das hier verlinkt hattest: http://www.boredpanda.com/running-then-and-now/ Was mich auf den Gedanken bringt, demnächst mal etwas über Single Tasking und die verlorenen Zeiten des unbeschwerten Nur-mit-sich-selbst-seins zu bloggen.

    Ich drück Dich
    Dörte

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