In Bewegung kommen und bleiben – ganz auf minimalistische Tour

Photograph 018 by Lauren Mancke found on minimography.com

Photograph 018 by Lauren Mancke found on minimography.com

Letzte Woche wurde mir schlagartig klar – und zwar als ich mich nach dem auf den Boden gefallenen Stift herunterbückte – dass ich mittlerweile einfach nur unfit bin. Ich habe mich seit Jahren nicht mehr ernsthaft sportlich betätigt. Und seit der Hund alt ist, ist es mit der Gassigeschwindigkeit auch nicht mehr weit her. Meine Erwerbsarbeit findet hauptsächlich an zwei Bildschirmen statt.

Ich möchte in mein Leben wieder mehr Bewegung bringen.

In Bewegung kommen – aber minimalistisch

Meine mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangene Lebenshaltung gibt mir als Rahmenbedingungen/Orientierung zu denken, dass es möglichst nicht in etwas Konsumistischem münden solle,… und dass es leichtens in meinen Alltag integrierbar sein soll.

Ein erster Vorgeschmack

Um überhaupt mal etwas zu tun, habe ich den einen Dienstag am Aquafitness teilgenommen, das bei uns im lokalen Schwimmbad um die Ecke angeboten wird. Da gibt es an zwei Tagen die Woche zwei mal 45 Minuten nacheinander davon im Angebot. Die erste Runde findet von 18.15 Uhr bis 19. Uhr statt, die zweite geht von 19.00 Uhr bis 19.45 Uhr. Die Kosten belaufen sich auf 3 EUR fürs Mitmachen, und der Eintritt (in Höhe von 5 EUR) kommt noch obendrauf. Ergibt derer 8.

Aquafitness

Der Effekt: Es ging, da im Wasser, sehr leichtfüßig (an Land wäre ich wahrscheinlich bei den gleichen Übungen „verreckt“), man schwitzt überhaupt nicht (weil man ja im Wasser ist) und ab etwa einer halben Stunde macht es richtig Spass. Nach einer 3/4 Stunde war dann für mich aber auch wieder gut, eine ganze Stunde hätte ich das nicht machen wollen.

Muss das so teuer sein?

Da man bis auf die einmalige Ausgabe keine weiteren Verpflichtungen hat, geht es mal, 8 EUR zu investieren. Will man das allerdings regelmäßig machen, dann geht es schon ganz schön ins Geld. Gesetzt ich gehe da 2 mal die Woche hin, das vier mal im Monat, dann komme ich auf die stolze Summe von 64 EUR.

 Sportstudio vs Turnverein

Das beläuft sich dann schon auf einen Betrag, den man monatlich bei einem Sportstudio-Abo auch hinlegen müsste. Ich habe gerade mal bei einem Frauen-Studio auf der Webseite geschaut, bei dem ich auch schon mal (zahlendes aber wenig sportelndes) Mitglied war, der ist so hoch, dass er in Wochen(!)preisen angegeben wird. Bei der kürzesten Laufzeit von immerhin 8 Monaten wäre das dann schlappe 16,50 EUR. In der Woche, wie gesagt. (Also etwa soviel wie zweimal die Woche zum Aquafitness zu gehen, wie mir gerade aufgeht.)

Da lohnt sich doch der Blick auf den lokalen Turnverein, gerade mal 7 Minuten Laufweg von mir. Trotz Büro-Öffnungszeiten habe ich dort niemanden angetroffen von der Verwaltung, das Internet hat mir dann aber weitergeholfen. Lediglich ein Jahresbeitrag ist zu zahlen, und der beläuft sich auf 120 EUR. Für meine Arbeitszeiten in Frage kommen etwa sieben Kurse die Woche, also im Durchschnitt jeden Tag was dabei für mich. Das hört sich doch schon mal gut an.

Besser war das jedoch, dass ich wegen Abwesenheit eines Ansprechpartners spontan keine Mitgliedschaft abschließen konnte, denn das hat mich dazu veranlasst, mir mal weitergehende Gedanken zu machen, was denn – auf die kreative Art – noch alles gehen könnte.

Und das sind meine Ideen.

Fitness hausgemacht (1) – Ich hab‘ Spass, ich fahr Rad

Fahrrad

Ich fahre ja ohnehin mit dem Rad zur Arbeit. Einzige Ausnahme, wenn es stark regent und für max. drei Wochen im Winter, wenn es mir einfach zu kalt ist. Letzten Winter handelte es sich lediglich um eine Woche, die ich ausgesetzt habe. Allerdings ist mein Radweg zur Arbeit relativ kurz. Mir fängt es gerade an richtig warm zu werden (nach ca. 15 Minuten), da bin ich auch schon da. Wenn es schlecht läuft (2x rote Ampel), brauche ich auch mal 17 Minuten.

Das könnte man doch ausweiten! Warum nicht eine andere Tour, durch den Park nehmen, oder zunächst woanders hinfahren und dann von dort auf die Arbeit radeln. Einen Versuch ist es wert. Einfach 45 Minuten morgens eher los, und schon ist eine erste Bewegungsphase eingebaut.

Fitness hausgemacht (2) – Könnt ihr euch noch an diese Hüpfbälle erinnern?

Ich komme im Büro an. Und dann kommt die Phase, in der ich die wenigste Bewegung des Tages habe, vielmehr vor zwei Bildschirmen in einem Büro verharre. Allerdings habe ich gesehen, dass ein Kollege ein paar Büros weiter sich so einen Hocker besorgt hat. Mit dem man immer in Bewegung bleibt/bleiben muss. Zumindest hat er mir das erzählt. Und auch, dass er den lediglich etwas zwei Stunden am Tag benutzt. Ich werde ihn gleich mal nächste Woche ansprechen, ob er mir den 2 andere Stunden des Tages überlässt. 🙂

Fitness hausgemacht (3) – Walking in the Park

Aber nicht den ganzen restlichen Tag verharre ich – bewegt oder nicht – im Büro, es gibt ja noch die Mittagspause. Bisher habe ich die dazu benutzt, mir in der Küche was aufzuwärmen, was ich von zuhause mitgebracht, oder aber in der Mensa vorbeizuschauen. Das endet manchmal verheerend. 😉 Mit ungesundem Essen, das mich spontan angelangt hat, und überfülltem Bauch. Auch nicht gerade so toll für die konzentrierte Arbeit nach der Mittagspause.

Warum nicht auch die Mittagspause anders gestalten? Brotbox und eine Dose mit Salat mitnehmen, und eine Walking-Runde im Park nebenan (ja, ich bin in der glücklichen Situation, einen Park NEBENAN zu haben) drehen? Brot und Salat gäbe es dann nach Abschluss der kleinen Runde, … und schmeckt als Belohnung dann wahrscheinlich besonders gut.

Fitness hausgemacht (4) – Bewegtbild bringt in Bewegung

Und irgendwann ist der Arbeitstag dann auch einmal herum. Nachdem ich flugs heimgeradelt bin, verdaddele ich in der Regel meine Zeit im Internet. Was andere wahrscheinlich mit dem Fernseher tun. Und hier kommt die m.E. beste Idee der vieren. Da ich ja minimalistisch lebe, habe ich in meinem Zimmer vergleichsweise viel Platz. Und einen relativ großen Spiegel. Den habe ich umgestellt, … und schon hat sich mein Zimmer in meine private Turnhalle verwandelt. Jetzt braucht es nur noch eine Vorturnerin. Und davon gibt es auf Youtube unzählig viele.

Ich habe euch mal eine klitze-kleine Liste zusammengestellt, die ich nach und nach noch erweitern werde, so ich sie nachturne. 🙂

https://www.youtube.com/playlist?list=PLc–NTjpAY_n4AuFYH0ihjFdq_SpY88r8

Soweit der Plan. Jetzt heisst es, bis hierher Erdachtes ins Alltagsleben auch wirklich DAUERHAFT umzusetzen. Falls ihr nichts mehr davon hört, hat es nur mäßig geklappt. 😉

Wie kommt ihr an die Bewegung, die ihr braucht? Habt ihr weitere Ideen/Inspiration? Was funktoniert für euch?

Fragt sich von den Minimamusen die @mons7.

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15 Gedanken zu “In Bewegung kommen und bleiben – ganz auf minimalistische Tour

  1. Hey Mons,

    ich freue mich immer, wenn ich lese, dass sich jemand mehr bewegen möchte! Auch wenn wir Sport nicht immer die Bedeutung zumessen, ist er immens wichtig, um auch im hohen Alter noch fit zu sein.

    Was für mich wunderbar funktioniert, wenn ich eine neue Gewohnheit etablieren möchte, ist eine Liste in Tabellenform. Oben kommt das Datum hin, links die Liste der Aktivitäten, die ich jeden Tag umsetzen möchte. Wenn ich an einem Tag eine Aktivität ausführe setze ich ein Kreuz in das entsprechende Feld. Ziel ist es, dass für einen Monat lang überall Kreuze stehen. Dann geht die Gewohnheit nämlich in Fleisch und Blut über.

    Tägliche Aktivitäten könnten für dich sein: Morgenfitness (Liegestützen, Rumpfbeugen, Kniebeugen, eine kleine Runde joggen, …), Dehnübungen/Yoga morgens, mit dem Rad zur Arbeit, Spaziergang in der Mittagspause, Turnübungen am Abend, Dehnübungen/Yoga abends, …

    In der Summe machen all diese Kleinigkeiten einen riesigen Unterschied!

    Du könntest außerdem auch noch aufnehmen, dass du das selbstgemachte Mittag für den Folgetag vorbereitest und so auf die Mensa verzichtest, oder keine Süßigkeiten ist bzw ein bestimmtes Limit einhälst und dann ein Kreuz in der Tabelle setzt, wenn du es schaffst. Ernährung macht nämlich 80% unserer Fitness aus. 😉

    Viel Erfolg und alles Liebe,
    Philipp

    Gefällt 1 Person

    • So ähnlich wie Philipp mache ich das mit neuen Gewohnheiten auch: Ich klebe für jeden erfolgreichen Tag einen kleinen, bunten Klebepunkt in meinen Kalender. Je nach Gewohnheit schreibe ich manchmal noch einen Buchstaben in die Mitte, z.B. L für Laufen oder W für Workout. Beim Zurückblättern kann ich dann sehen, wie viel ich schon erreicht habe 🙂

      Liebe Grüße & viel Erfolg,
      Svenja

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      • Hi Svenja,
        Du hast mich ja auch schon mit Deinem Planer (statt planen mit dem Smartphone) inspiriert. Da sollte ich jetzt noch die i-Tüpfelchen obendrauf reinkleben. 🙂 🙂 🙂
        Gruß und herzlich
        m

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  2. Hallo!

    Ich habe ja vor Ostern am „Autofasten“ teilgenommen und fand das für mich eine sehr gute Gelegenheit im Alltag in Bewegung zu kommen. Alle mir möglichen Strecken habe ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad überwunden. Zusätzlich habe ich den Aufzug/Lift vermieden und bin zu Fuß auch in den 5. Stock.

    Das habe ich weitgehend beibehalten.

    lg
    Maria

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  3. Ich finde acht Euro für Aquafitness in einem normalen Schwimmbad einen fairen Preis – und ganz ehrlich: Wie oft würdest du wirklich zweimal die Woche hingehen? Ich schaffe so was nie durchgängig. Wenn man die acht Euro immer nur bezahlen muss, wenn man hingeht, ist es doch total gut. Bei uns in HB bucht man immer gleich einen ganzen Kurs…
    Ich würde mich auf jeden Fall etwas auszuchen, was dir Spaß macht. Ich mag Aquafitness z.B. total gerne und gehe auch gerne zum Yoga, wobei es da finde ich extrem viele Unterschiede gibt, welches Yoga man genau macht. Spazieren und Rad fahren kommen dann oben drauf. In guten Zeiten steht das Auto nur an der Straße geparkt und wird nur für Wochenendeausflüge und Familienbesuche genutzt.
    lg Nanne

    Gefällt 1 Person

  4. Hey,
    hatte eine ähnliche erleuchten vor einigen Jahren. Inzwischen fahre ich täglich, außer bei Glatteis und Orkan, mit dem Rad zur Arbeit. Sind zwar nur 20 km pro Tag, aber es summiert sich. Dazu habe ich eine Jahreskarte für das lokale Schwimmbad, bin da auch einige Male die Woche vertreten.
    Was ich sonst auch empfehlen kann sind Yoga Übungen. Für den Anfänger die Basics und für die, die etwas mehr können die Cardio-Übungen. Würde mich als recht fit bezeichnen, aber die bringen mich ordentlich ins Schwitzen. 😉

    Vielleicht für dich interessant bzw. als kleine Motivation https://www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de

    VG Alex

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    • Hi Alex,
      danke für den Link, werde ich gleich mal reinklicken!!!! #motivation. 🙂
      Hey, aber 20km? Ich bin echt …. beeindruckt!!!! Habe gestern ne Radtour von 26 km gemacht…. und kann Dir sagen, das jeden Tag? Da musste in der Tat fit sein wie ein Turnschuh!!!!

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  5. Hallo, ich habe vor einigen Wochen mit dem Laufen angefangen und auf der Suche nach schönen Strecken zwei Trimm-Dich-Pfade im Wald entdeckt – dort kann man prima alle möglichen Muskelgruppen trainieren, und kostenlos ist es obendrein 🙂
    Liebe Grüße & vielen Dank für diesen sehr inspirierenden Blog!
    Julia

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  6. Hey Mons,

    coole Liste und spannend zu lesen. Finde ich super das du dich mehr bewegen möchtest 😉

    Bist du denn immer noch dabei? Denn der Beitrag ist ja schon ein Weilchen her ?

    Mach weiter so und ich finde diese minimalistischen Anpassungen super.

    Gruß
    Flo

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    • Ha! Da hätte ich doch glatt geschwächelt und wär heute Abend – Ausrede: Hitze, dabei mag ich die 😉 – nicht gegangen. Danke, für die Motivationsspritze!!!!! 🙂

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