Lebensmittel bewusst ausgehen lassen… und die ungeahnten Folgen

Photograph 007 by Lauren Mancke found on minimography.com

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Das was ich an meinem kleinen minmalistischen Leben (auch) mag, ist, dass es mich zu kleinen Versuchen und Verhaltensänderungen bringt. Diese Verhaltensänderungen entscheide ich mich allerdings oft, nicht weiter zu verfolgen. Trotzdem macht allein der Versuch mein Leben aufregender und reicher.

Aber zum Punkt.

Was ich zuletzt ausprobiert habe, war, Lebensmittel (oder auch andere Gebrauchsmittel) mal bewusst ausgehen zu lassen und erst wieder nachzukaufen, wenn nichts aber gar nichts mehr davon im Haus ist. Viele haben ja – wie ihr wahrscheinlich auch und ich auch zuvor – ein System entwickelt, bestimmte Dinge nicht ausgehen zu lassen. Wie z.B. Milch (falls ihr solche konsumiert), Kaffee, Salz, Zahnpasta, Klopapier…

Dieses System habe ich kurzzeitig mal ausgesetzt… und beim einen oder anderen Produkt mit dem Nachkauf gewartet, bis es ausgegangen ist. (Zugegeben habe ich das bisher nicht mit Klopapier probiert. 😉 )

Im Folgenden meine Erfahrungen und Folgen.

1. Ich freue mich wieder mehr darüber, wenn es da ist

Man (also ich 😉 ) nimmt (nehme) bestimmte Dinge so als selbstverständlich hin. Gegeben. Nicht nur als müssen die da sein, sondern immer verfügbar und natürlich immer verfügbar sein. Kaffee z.B. Das war aber nicht immer so. (Und muss auch nicht so bleiben.) Die Kaffee-Tassen, die ich von meiner Oma geerbt habe, sind von der Füllgröße vielleicht ein Drittel derjenigen, die ich derzeit im Büro nutze.

Gerade Twitterer machen ja einen rechten Kult um ihren (immensen) Kaffekonsum. Man schaue sich nur mal die Tweets an, die auflaufen, wenn man nach dem Hashtag #kaffeetweet filtert.

Meiner Erfahrung nach dem Verzicht auf solchen, weil alle, ist: Ich schätze das schwarz-braune Gift jetzt wieder mehr. Und freue mich von Herzen, wenn es (überhaupt) da ist.

2. Ich werde ungeahnt kreativ

Wenn da im Koch-Rezept irgendwas mit … „weiß“ steht… finde ich viele weiße Dinge im Kühlschrank, die ebenso gehen. Dosenmilch? Geht bestimmt auch der Rest Kokusnuss-Milch. Oder auch die Mandelmilch. Oder… ja, werdet kreativ!!!! Selber!!

3. Ich entdecke aufregende Alternativen

Was Frisches zum und zu essen. Das mag ich. Nun mangelt es heute an Salat. Der ist nämlich aus. Meine Nudeln mit Soße sind mir doch ein wenig zu wenig. Ich beschließe einen kleine Salat oben im Bioladen zu erstehen. Auf dem Weg dahin gehe ich Richtung Törchen an der Stelle im Garten vorbei, die noch eher ungepflegt. Es tummelt sich das Löwenzahn. Ich halte inne. Noch nie in meinem Leben hatte ich das probiert, aber schon oft davon gehört.

Ihr ahnt es. Ich entdeckte die aufregendste Essensalternative seit langem. Und an entsprechenden Rezepten hat es im Internet ja auch keinen Mangel.

4. Ich verbrauche davon unterm Strich weniger

Is klar. Wenn ich einen Tag ohne aushalte, oder auch das mit Bestehendem ersetze… brauche ich unterm Strich weniger. 🙂

5. Ich entdecke kostenfreie (alternative) Quellen des fehlenden Produktes

Supergau 1

Morgens, fünf nach sieben. Der Supergau ist eingetreten. Die Kaffeefilter sind alle.
Plötzlich fällt mir ein, dass es ja Länder und Kulturen gibt, da schüttet man das heiße Wasser einfach auf den Kaffee…. lässt es absetzen… und trinkt halt nicht ganz bis zum Ende. Probiert. Geklappt. Gerettet.

Aber es kam noch schlimmer.

Supergau 2

Zwei Tage später, sechs nach sieben. Der Supergau ist erneut eingetreten, nur anders. Der Kaffee ist alle. Jetzt ist nix mehr zu machen. Ich überlege, hadere. Mir fällt nix (mehr) ein. Ich fahr mit dem Rad auf die Arbeit. Und da… der Kaffeeautomat, den ich nie benutze. Weil ich morgens halt immer meinen Kaffee schon daheim getrunken habe.

Ich weiß ihn sogar zu bedienen. Der ist idiotensicher. Und umsonst. Warum bin ich da nie vorher drauf gekommen, auch mal auf der Arbeit meinen Shot Koffeein zu mir zu nehmen?

Euch gefragt

Macht ihr zuhause auch manchmal minimalistische Spielchen und Experimente? Oder seid ihr eher vom Typ Minimalisten, die auf Vereinfachung aus sind und genau solche Aufreger nicht brauchen?

Fragt

Eure @mons7

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10 Gedanken zu “Lebensmittel bewusst ausgehen lassen… und die ungeahnten Folgen

  1. Das mit dem Klopapier total aufbrauchen, mache ich eigentlich fast jedes Mal. Nicht ganz freiwillig, muss ich zugeben. jedes Mal, wenn ich die letzte Rolle anfange, nehme ich mir fest vor, neues zu kaufen. Aber im Supermarkt habe ich das total vergessen. Das ist eine richtige Blockade. Dann ist auch die letzte Rolle verbraucht. Jetzt wirds Zeit! denke ich und abends beim heimkommen ist immer noch kein Klopapier gekauft. Aber es gibt ja noch Küchenrolle oder Tempotaschentücher. Und so werden diese auch mal total aufgebraucht. Schließlich gelingt es mir, dann doch Klopapier zukaufen und das Ganze fängt von vorne an… Früher war mein Mann zuständig. Da gab es solche Probleme nicht. 😉

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    • Liebe Ulrike,
      das finde ich ja witzig! 🙂 #klopapier #kaufblockade…. Aber anscheinend findest Du ja immer kreative Lösungen, den halben Tag/Tag ohne zu überbrücken. 🙂
      Es grüßt herzlich
      m

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  2. Selten mache ich solche Ausgehexperimente bei wichtigen Sachen – aber wenn ich merke, dass ich wieder mehr Limo trinke als ich möchte, verzichte ich mal bewusst drauf. Momentan trinke ich wieder regelmäßig Milchkaffee im Café, was auf Dauer zu teuer wird, und werde eine bewusste Pause einlegen. Ganz drauf verzichten mag ich nicht.
    lg Nanne

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    • Hi Nanne,
      auch ein interessantes Konzept. Mal temporär verknappen, was man der eigenen Meinung nach überschwänglich nutzt. Es sich aber weiters erlauben. Sozusagen Genussmaximinierung. 🙂

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  3. Da wir in 47 Tagen (oh Gott!) umziehen werden, lasse ich auch gerade viele Lebensmittel „auslaufen“. Denn ich möchte unsere Vorratskammer und den Gefrierschrank ziemlich leer essen. Das hat drei Vorteile:
    1. So lange die „Guten“ Sachen hier im Haus sind, bleiben bei meinen drei Kindern die unliebsameren Dinge unangerührt. So bin ich jetzt gezwungen, alles aufzubrauchen.
    2. Alles was in unseren Bäuchen verschwindet muss schließlich nicht geschleppt werden. ;o)
    3. Wir haben in unserem neuen zu Hause keine Rumpel-/ Speise-/ Vorratskammer mehr.
    Da möchte ich ohne zu viel Altlasten neu starten (was für eine geniale Gelegenheit!) und das kommt uns auf unserem Weg zu weniger Dingen sehr gelegen.

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  4. Hallo!

    Bei mir war gerade für einige Tage das Waschmittel aus. Es war eine bewusste Entscheidung und ist daher das erste Mal passiert, seitdem ich denken kann. Das Waschmittel war noch nie aus.

    Auch bei Lebensmitteln mache ich das immer häufiger, meine Vorratsladen sind auf weniger als die Hälfte geschrumpft. Die von Dir angesprochene Kreativität genieße ich sehr. Es geht viel einfacher als man denkt!

    …und ich dachte ich mache alleine solche Spielchen…

    lg
    Maria

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  5. Hallo Mons,
    die Spielchen liebe ich und mache sie schon eine ganze Weile. Ich kaufe die Sachen erst nach, wenn ich überhaupt das Bedürfnis habe. So hab ich Salz bestimmt 3 Wochen gar nicht vermisst. Und gestern dachte ich noch, wie köstlich Reis schmeckt wenn man sowieso keine Alternative hat weil nix anderes da ist. Es steigert den Genuss der Dinge. Viel Spaß weiterhin. Letzte Woche war ich aus Versehen drei Tage Veganer. Ich hatte keine Lust einzukaufen. Diese Woche genieße ich dafür Milch umso mehr im Kaffee.

    Liebe Grüße – Tanja

    Gefällt 2 Personen

  6. Hallo Mons,

    ich kaufe bewusst für nur ein/zwei Tage ein. Und beim Einkaufen erinnere ich mich dann auch selbst daran, dass ich nichts kaufe, dass ich noch habe. Zum Einen, weil ich nicht möchte, dass Lebensmittel verkommen, zum Anderen weil ich hier in Israel so viel frisch kaufe, dass es keinen Sinn ergibt, die Sachen länger zu lagern. Besser werden sie davon jedenfalls nicht.

    Außerdem ist es von Vorteil, wenn ich viel verreise. Dann muss ich mir nie Gedanken darum machen, wie ich jetzt am besten noch meine Lebensmittel alle bekomme. 🙂

    Alles Liebe,
    Philipp

    Gefällt 1 Person

  7. Hallo!
    ich finde diesen Gedanken toll, werde das mal probieren. Wer von euch hat Kinder und kann berichten? Denn ein 4-6-Personenhaushalt ist schon etwas anderes als ein Single-Haushalt.

    Brot geht uns immer aus. Aber wenn einer von uns grossen Hunger hat, ist es einfach gut, etwas Reis und ein paar Gemüse dazuhaben.

    Ich würde mich freuen, wenn ihr kurz berichten könntet, wie es Familien mit diesem Konzept geht.

    Danke und liebe Grüsse,
    Heike

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  8. Hallo,

    wir haben 2 Kinder und lassen Dinge auch immer wieder bewusst ausgehen.
    Derzeit sind wir dabei, alles was in den (Küchen-)Schränken lagert zu verbrauchen. Der Nebeneffekt, die Tupper-Schublade geht nicht mehr zu.
    Mein Duschgel war alle! Irgendwo lag doch noch die Seife rum, die wir geschenkt bekommen habe. Nun benutze ich die, sie riecht gut und macht genauso sauber. MEin bevorzugtes Haaröl ist alle, dann nutze ich nun das andere, wo noch ein Rest drin ist und kaufe das bevorzugte erst nach, wenn das andere leer ist.
    Nur mit Toilettenpapier kann ich es mir – bei uns – nicht vorstellen;)

    Grüße
    Julia

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