Kleiner Ausflug in eine minimalistische(re!) Vergangenheit

@mons7 ist gerade auf Urlaub. In der Rhön, in einem kleinen Haus aus dem 18. Jahrhundert, allerdings renoviert. Ein paar Dinge sind jedoch noch so wie damals.

Keine Heizung

HolzofenGuteStube

Und hier liegt noch gut Schnee und es ist – mit Verlaub – saukalt. Also gleich mal einen der drei Holzöfen angeschürt. Nach einer Stunde wird’s richtig kuschelig. Jetzt unbedingt mit Nachlegen abwarten,… sonst gibt’s finnische Sauna. 😉

Keine Spülmaschine

Ja ja, aber wo sollte die in der kleinen Küche auch hin? Alles andere das da steht erscheint mir wichtiger. Ein Regal mit den notwendigen Kochutensilien. Ein Spülbecken.

Niedrige Decken

Ich stehe vor dem Bett und ziehe mir den dicken Wollpulli über den Kopf. Hupps? Was ist denn das? Ich bin dabei versehentlich an die Decke gestoßen. Ich fühle mich gleich ein ganzes Stückchen größer, als ich überhaupt bin. 😉

Küchenherd mit Feuer

Omas Holzofen

Oma’s Ofen, einer der drei Holzöfen, aber zum Kochen (und backen!!!!) geeignet. Ach ja, und da steht tatsächlich ein Kühlschrank. Nun, den bräuchte man bei diesem Wetter wohl am Wenigsten gebraucht, einfach das Zeug in den Garten gestellt (und gehofft, dass es nicht einfriert 😉 ).

Es sind jedoch auch ein paar Dinge nachgerüstet. Z.B. gibt es, was  mir sehr gefällt, Strom.

StromHausanschluss

Und auch Dinge, die ich weder erwartet habe, noch in meinem eigenen kleinen Haushalt brauche. Dazu gehören

Dinge, die ich bestimmt nicht nutzen werde

Küchengedöns2 Küchengedöns1

Ein elektrischer Eierkocher? Selbst daheim, in meiner modernen Behausung, koche ich die Eier im kleinen Topf auf dem Herd. Und bekomme sie in der Regel immer schön weich hin. Ich beschließe, über den Eierkocher hinwegzusehen. Setze den Topf auf Omas Holzofen-Herd… und will oben und unten ins Ei ein Loch reinstechen. Hm. Sowas gibt es nicht. Schnell ist der Rest des Vorhandenen durchgecheckt. Nein, sowas gibt es nicht. Oder doch! Im Elektrischen Eierkocher. 😉 Ich hebe den Deckel und #tata. Da ist er ja. Oder müssen Eier vielleicht überhaupt nicht angestochen werden? Weiß das eine/r von euch?

Was mir so wie beim (fast) Leben wie zu meiner Großmutters Zeiten (die hatten auch keine Heizung und da kann ich mich als Kind noch sehr gut dran erinnern) auf- und eingefallen ist, möchte ich mit euch Teilen.

Müll noch störender als sonst

Wenn ich hier irgendein Lebensmittel aus einer Plastikhülle befreie, stört mich das noch viel mehr als daheim. Müll passt hier in diese Umgebung einfach nicht hin.

Wenig Raum – viel Raum

Alles ist klein räumlich gesehen hier, die Zimmerdecke relativ nah am Kopf. Aber das fühlt sich irgendwie heimelig an. Schaue ich raus, sehe ich entweder in die Weite, oder, wenn es nebelig, sieht es so aus, als ginge die Schneedecke bis ans Ende der Welt… und dann hörte die Welt eben auf. Wie, wenn sie eine Scheibe sei.

Frieren und Schwitzen

Die Temperatur kriegt man schon irgendwie geregelt, ohne allzu sehr zu frieren oder zu schwitzen. Man wird flexibler mit dem mal im Pulli und Schal dasitzen und mal im T-Shirt. Je länger man das mit dem Holzofen macht, desto mehr kriegt man es hin, ohne allzu große Temperaturschwankungen. Nur eben morgens, da fängt man bei 13 Grad an. 😉

Den Tag herumbringen

Den Tag bringt man hier herum, indem man wie gesagt, die Temperatur regelt. Sich ums Kochen kümmert. Hier muss man am Herd bleiben. Die Temperatur regelt man hier durch das richtige (Um-)Positionieren des Topfes auf der Platte. Links Mitte ist es am Heißesten. Je mehr rechts nach oben wird es kühler. Wenn die Bewärmung ganz aufhören soll, stellt man den Topf halt ganz runter.

Und was ist mit Internet?

Ja, das ist schon schön, dass es das hier trotzdem (irgendwie) gibt. Seltsamerweise habe ich um das alte Haus herum keinen bis schlechten Emfpang. Dann zwanzig Minuten Laufen mitten im Wald plötzlich LTE. In der guten Stube aber, also IM Haus, zeigt mein Smarthpone, mit dem ich mir gerade W-LAN bereitstelle, ein „H“. Ein hoch auf die Moderne.

In diesem Sinne. Genießt euer Frühstück und Kaffee. So ganz ohne das und euch sein, das möchte ich jedenfalls nicht.

Eure Mons

 

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11 Gedanken zu “Kleiner Ausflug in eine minimalistische(re!) Vergangenheit

  1. Hihi, ziemlich cooler Urlaub! Aber täglich würd ichs nicht haben wollen. Woher kommt das Warmwasser? Wir hatten, als ich noch in die Windeln gekackt hab, einen Badeofen und meiner Mutter wird jetzt noch bang, wenn sie an den denkt. Fürchterlich. Nicht alles war früher besser. Ich hab eine 95jährige Oma und eine 66jährige Mutter, da kommen schon so Geschichten von Waschrumpeln und Blätterteig-mit-der-Hand-ausziehen zusammen. Und „einfach“ hat viele Bedeutungen, es muss nicht immer „leicht durchführbar“ oder „leben vereinfachend“ heißen. Aber im Urlaub mal sowas austesten fänd ich auch lustig. Ich war mal auf einer Berghütte mit Kachelofen und Plumpsklo und ohne Strom, aber mit unserer Campingausrüstung war das im Vergleich nicht sooo urig wie bei dir.

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    • Hi materialfehler,
      ja, DIESEN Gedanken hatte ich auch. Für immer da leben, wie kann man da zu normalen Arbietszeiten arbeiten gehen? Da muss man irgendwie einen haben, der daheim bleibt. Also so wie früher. 😉

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    • Ach ja, Warmwasser. Zum Spülen habe ich immer vom Kessel auf dem Ofen dazugeschüttet. Und beim Duschen…. da habe ich jetzt erst gemerkt… da ist auch was Neues. Durchlauferhitzer. Den dreht man hoch,.. und dann kommt ziemlich bald warmes Wasser. Nur darf man den nicht zu hoch drehen, sonst ist’s wieder zu heiß.
      Ich lerne gerade…. duschen. 🙂 🙂 🙂

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  2. Ne, das wäre mir zu … mühsam. als Urlaub geht das mal, aber ich weiß noch aus Erzählungen, wie die Großeltern gelebt haben. Da bleibt keine Zeit für Muße.
    Eier steche ich nie ein, denn mein Mann hat mal eine Sendung mit Ranga Yogeshwar gesehen, der auch das (u.a.) wissenschaftlich untersucht hat, in einer ‚Reihe‘. Es gibt da keinen signifikanten Unterschied, ob gepiekst oder nicht.
    Weiterhin noch schönen Urlaub 😉

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      • Im Urlaub hab‘ ich keine. Muße habe ich zu Hause, im Sommer im Garten. Wenn ich wirklich mal wegfahre, gibt es so viel zu sehen, aufzunehmen und zu fotografieren, dass ich nicht mal zum Bloggen oder Tagebuchschreiben komme.

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  3. Das ist alles fast identisch mit dem Leben auf einem alten Boot. Nur daß statt mit Holz mit Petroleum geheizt wird, und alles etwas wackelt :-). Aber das mit den 13° am Morgen ist gar nicht so übel. (An Bord hängt die morgendliche Temperatur von der Wassertemperatur ab.) Aber es heißt aufstehen, rein in Pulli und Socken und anheizen. Bis der Kaffee fertig ist, bin ich schon hellwach. Der Tag startet viel dynamischer …. Ich liebe es!
    Meine Traumalternative zum Leben an Bord wäre noch eine einfache Almhütte :-)))
    HAb einen schönen Tag und einen guten Start in die Woche
    Ulli

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  4. Wie schön! So einen Ofen hatten wir auf der Alm auch immer! 🙂

    Zu den Eiern: Du musst sie nicht anstechen, meist platzen sie dann aber auf.

    Viel Entspannung und Vergnügen beim Erden!
    Philipp

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  5. Für einen Urlaub finde ich es auch wahnsinnig Interessant mal auf so eine Hütte zu gehen, gerade das mit dem Heizen mit dem Ofen finde ich toll. Ofenfeuer finde ich einfach wahnsinnig beruhigend und kuschelig.
    Zu den Eiern muss ich jetzt auch nochmal etwas loswerden. Man muss sie nicht anstechen, es gab dazu mal eine Versuchsreihe und bei den angepieksten und nicht angepieksten sind ungefähr gleich viele geplatzt. Ich piekse meine Eiere nie und lege sie einfach immer sehr vorsichtig ins Wasser, das funktioniert super.
    LG

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  6. Hallo mons,
    ich lege die Eier nur in kaltes Wasser. Wenn’s kocht drehe ich runter und lasse sie 5 Minuten drin. Oder 3. Je nachdem. Schmecken immer super! Den Ofen find ich süß. Den Messbecher auch. Bin in der Küche leider superungeduldig. Alles muss schnell gehen und ich bin froh, wenn es so einfach und modern wie möglich ist. Meine Küche ist ähnlich schief wie auf dem Schiff. Das ganze Haus ist schief und 100 Jahre alt.

    Liebe Grüße – Tanja

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