Wie echt sind unsere Wünsche?

Was Du begehrst, das tue!

Es war mein Herzenswunsch. Ich, blutjung, gerade vier Semester meines Studiums hinter mir (allerdings noch um einiges entfernt von meiner Magister-Zwischenprüfung 😉 ) war in den Semesterferien für eine Woche nach London geflogen. Schon im Flugzeug dahin fühlte ich mich wie das Abenteuer selbst. Frei. Eine zutiefste Freude erfüllte mich von den Fußsohlen bis an den Scheitel. Ich kann dieser Freude heute noch nachspüren, wenn ich mich an sie zurückerinnere. Dort angekommen war so wunderbar. Das Leben pulsierte dort. Viele Menschen auf einem Platz, jedes Viertel, das ich besuchte, hatte eine andere Färbung. Diese ganze Stadt war für mich so bunt. So lebendig. Ich beschloss, ein wenig länger zu bleiben.

Ohne Geld kam man aber damals dort schon nicht weit. Ich klemmte mich also hinter einen Bildschirm in einem Internet-Cafe, und schaffte es am dritten Tag (durch einen Kontakt dort), an einen Job zu kommen. Deutsch sprechen können sollte ich, so meinte die Holländerin. Na ja, das würde ich doch wohl hinkriegen. Und das Abenteuer dauerte ein ganzes Jahr lang, inklusive zwei Umzügen, einem Kulturschock, und einer großen Erfahrung, auf die ich jederzeit in meiner Erinnerung zurückgreifen kann.

Einwände, die ich heute in meinem Umfeld heutzutage so höre – und die ich mir selbst einflüsterte:

„Dafür langt mein Geld nicht.“ – Der Klassiker.
„Über das Studienaustauschprogramm hat es nicht geklappt. Und wenn ich es wie du mache, nutzt mir das für mein Studium nichts.“
„Bin ich da krankenversichert? Das ist so kompliziert bis unmöglich rauszubekommen.“
„Ich will während dessen meine Wohnung in Deutschland nicht aufgeben.“
…….
….
.
Auf der Suche nach einem neuen Abenteuer…

Nach ein paar Jahren hat mich wieder das Fieber gepackt. Ich möchte nicht ewig die alten London-Geschichten aufwärmen. Ich brauche etwas Neues. Wie wäre es mit Indien? Hm.

„Zu gefährlich.“
Du kannst ja dort über so ein ein teilorganisiertes Programm rüber. Inklusive Job, wie Englisch-Lehrerin, Pädagogen wie du werden da gerne genommen.
„Das ist mir zu teuer, so viel Geld habe ich nicht. Außerdem, bin ich da krankenversichert?“ (Ich so.)

Geht nicht? Oder will nicht?

Durch meinen minimalistischen Lebensstil werde ich langsam flüssiger. Und ich habe spontan entdeckt – und das war die Message, die ich mit euch teilen möchte! – ich könnte jetzt, aber ich will gar nicht.

Wollte ich nämlich, dann hätte ich es schon längst getan.

Wie steht es mit eueren Wünschen? Wie echt sind die eigentlich? Oder sind die nur dazu da, um die „Schuld“, dass ihr nicht da seid wo ihr sein könntet, einem daran unbeteiligten Umstand („Leider zu wenig Geld, gerade.“) zuzuschieben?

Fragt sich und euch

Eure @mons7

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7 Gedanken zu “Wie echt sind unsere Wünsche?

  1. Schönes Thema, liebe mons. Ich frage mich das auch schon länger. Wenn man was wirklich will, findet man Wege. Sonst Gründe dagegen. Mir fehlt die Chaostoleranz. Ich hab gerne meine Sachen geordnet. Fand ich früher langweilig. Heute erleichtert mir das das Leben. Ich ziehe z. B. nicht mehr so oft um und mache lieber wenig Dinge und die richtig. Ich hoffe, meine Tochter will nicht auch da bleiben. Das fände ich nicht toll!

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  2. Mut und Risikobereitschaft, daran liegt es bei mir, weshalb ich mit, zugegeben zunehmendem Alter, Wünsche zurückstelle. Zu verkopft auf jeden Fall, früher hieß es „einfach machen“ und wenn etwas mal nicht funktionierte, auch nicht schlimm, gab ja immer einen Weg hinaus.

    Liebe Grüße♥

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  3. Du stellst die Frage aller Fragen im Zeitalter der Selbstverwirklichung, liebe Moni! Mein Beitrag dazu: Ich bin zurzeit regelrecht fassungslos festzustellen, wie verschüttet meine tiefsten Sehnsüchte über Jahre und Jahrzehnte gewesen sind. Und wie wenig ich die Zeichen erkannt habe, die ich diesbezüglich hätte wahrnehmen können. … und gleichzeitig bleibt auch immer wieder die Frage: Will ich es wirklich – auch heute noch? Wenn ich mir anschaue, wie viel Energie ich zurzeit freisetze, dann denke ich: JA! … und lasse Euch irgendwann auch mehr dran teilhaben, noch hüte ich es in mir wie einen Schatz, der mir wieder gestohlen werden könnte, wenn ich ihn zu früh preisgebe… 😉 Liebe Grüße, Dörte

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  4. Wenn ich etwas wollte, vor allem Reisen, dann habe ich es auch gemacht. Notfalls habe ich meine Ansprüche angepasst. Schlafsaal statt Einzelzimmer, Hostel statt Komfort-Hotel usw. Und ich mache das noch immer so. Wenn sich in mir die Gegenargumente häufen, ich keine Zeit, kein Geld habe, die Kirschen gerade dann reif sind, wenn ich reisen möchte, dann weiss ich, dass ich gar nicht will. Aber das passiert eher selten. 😉

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  5. Hallo!

    Als ich noch jung war habe ich einfach gemacht, habe die Konsequenzen nicht immer bis ins Detail durchdacht, es war zwar nicht immer einfach aber letztendlich bin doch nie gescheitert. Je älter ich wurde desto vorsichtiger wurde ich und es fiel mir immer schwerer Entscheidungen zu treffen. Ich habe mir oft gesagt, dass ich das dann gar nicht wirklich will, weil sonst würde ich es doch tun. Aber in Wahrheit hat mich das vom Leben abgehalten.

    Jetzt tue ich wieder und merke, langsam gewinne ich wieder Selbstvertrauen. Und das fühlt sich echt gut an einfach einmal wieder etwas zu wagen. Nicht immer auf Sicherheitsnetz zu machen und mich selbst auszubremsen.

    lg
    Maria

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  6. Reicht es nicht, wenn man von vielen Spassbremsen umgeben ist? Muss ich mich noch selber boykottieren?
    Nee, bitte nicht. 1990 war ich fast 9 Monaten in Südamerika unterwegs. War das genial schön. Mein Umfeld war geschockt. Zu gefährlich. Zu hohe Kosten ….blablabla.
    Noch heute denke ich mit Freude an die Zeit.
    2014 bin ich kurz vor der WM nach Brasilien gereist. Alleine. Keine Lust mehr auf Kanaren oder Spanien. War eine sehr gute Entscheidung. Ich fühle mich wieder jung und das mit Anfang 50…

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  7. Ich habe gelernt, dass wenn man etwas wirklich will dann bekommt man irgendwie Hilfe. Irgendwo sitzt im Universum anscheinend jemand der einem unter die Arme greift und das scheinbar unmögliche möglich macht. So wie zum Beispiel mein Jahr in Japan. Oder mein Jahr in Neuseeland. Oder die anstehende Reise nach Australien (in 4 Tagen gehts los!) Hawaii, Kanada und Lateinamerika. Wenn man es wirklich machen will ergibt sich irgendwie ein Weg.

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