Ankommen – mein Jahresmotto 2015

Das Jahresmotto 2015 von Rage (mamadenkt.de) – „Heimat sein“ – hat mich sehr berührt, vor allem ihre sehr persönlichen Überlegungen dazu (und nicht zuletzt ihr Foto). Sicherlich liegt das auch an der kleinen Parallele in unseren Sehnsüchten: nach Skandinavien auszuwandern. In Moment der Lektüre ihres Posts hab ich spontan beschlossen, mich selbst – ein paar Tage nach Silvester – noch einmal auf die innere Suche nach meinem Jahresmotto zu begeben, denn bei all den Challenges, zu denen ich mich spontan hatte hinreißen lassen, fehlte mir plötzlich der verbindende übergeordnete Gedanke für das Neue Jahr. Worum geht es in meinem Leben zurzeit eigentlich wirklich? Woran möchte ich mich in den kommenden Monaten innerlich ausrichten? Wohin zeigt mein innerer Kompass…?

Seit zwei, drei Jahren bin ich sehr müde. Ich bin es ganz schön leid, im permanenten Aufbruchsmodus zu leben, beispielsweise immer wieder nebenberuflich neue Berufe (als da wären: Heilpraktikerin, Psychologische Beraterin und Hypno Coach, Fernlehrerin, Social Media Managerin, Lehrgangsentwicklerin, Autorin…) zu lernen und diese dann parallel zum Hauptjob (erst PR-Beraterin und Pressesprecherin, dann Customer Relationship & Community Managerin) auszuüben. Und obendrein falle ich immer wieder auf die Idee herein, dass beim nächsten Mann Menschen alles anders würde… Dabei bin ich vom Herzen ein sehr treuer und beständiger Mensch. Diejenigen, die mit mir über wechselnde Beziehungsformen hinweg im engen Kontakt geblieben sind, wissen das. Doch ich bin gleichzeitig von inneren Ambivalenzkonflikten gepeinigt (deren Ursprünge ich mittlerweile erklären kann, nur nicht öffentlich).

Eigentlich will ich nur …. nach Hause. Und viel zu oft verleite ich andere Menschen dazu, mir die Entscheidung, wann und wo ich zu Hause bin, abnehmen zu wollen, weil sie meine elendige innere Unruhe spüren und mir helfen wollen. Ich belaste andere Menschen damit sehr. Ich bin nicht stolz auf das, was ich anderen damit bereits zugemutet habe.

Es ist an der Zeit, dass ich ankomme. Wirklich dort ankomme, wo ich gerade bin. Und zwar im Großen und Ganzen wie auch im Kleinen und Alltäglichen. Ankommen heißt für mich: Das Hier und Jetzt gestalten. Aus dem, was ich vorfinde, etwas zu machen. Wirklich da sein zu wollen, wo ich gerade bin. Dafür zu sorgen, dass meine Bedürfnisse genau dort und nicht erst woanders befriedigt werden. Heißt auch, auf Beständigkeit zu vertrauen. Heißt, zur Ruhe zu kommen.

Ich werde damit nicht meine Träume und Visionen aufgeben, ich habe ja schließlich noch was vor in meinem Leben. 😉 Doch ich möchte dies von einem wesentlich geerdeteren Zustand aus tun.

Der Zauber des Ankommens ist ja ein ganz besonderer. Ich entscheide mich dafür, hier und nirgendwo anders zu sein (sonst würde ich ja weiter ziehen). Ich begrüße den Ort und gegebenenfalls auch die Menschen. Das kann mit Ritualen verbunden sein – und die sollten mich mit Freude erfüllen. (Vielleicht kreiere ich noch neue Ankommensrituale in nächster Zeit – habt Ihr welche? Wenn Ihr nach Hause kommt zum Beispiel?). Ich richte mich ein, ordne meine Sachen – wechsle aus dem Reisemodus in den Verweilmodus. Ich habe in den letzten Tagen gleich mal ausprobiert, wie es sich anlässt, das viel bewusster anzugehen. Wirklich zu erspüren, was ich in dem Moment brauche, was wichtig ist.

Ich bin mit meinem Jahresmotto „Ankommen“ vollauf glücklich und zufrieden. Und es passt für mich auch sehr gut zu den Gedanken, die sich mons7 dazu macht, welche Bedürfnisse eigentlich hinter einem Kaufimpuls stecken. Denn wie oft kaufen wir etwas, um unser Zuhause zu verschönern, statt einfach nach Hause zu gehen und es uns dort gut gehen zu lassen…

altes-haus

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5 Gedanken zu “Ankommen – mein Jahresmotto 2015

  1. Dazu fällt mir Thich Nhat Hanh ein: „In jedem Augenblick kannst du das Wunder des Lebens berühren und genau da, wo du jetzt gerade bist, froh und glücklich sein.
    Wenn wir die vielen Gründe, glücklich zu sein – in uns und um uns herum – erkennen können, dann wird uns klar, dass wir nicht woanders nach dem Glück zu suchen und auch nicht darauf zu hoffen brauchen, dass es eines fernen Tages zu uns kommt. Vielmehr ist es sehr wichtig zu wissen, dass Glück zu empfinden hier und jetzt möglich ist. „

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  2. Hallo Dörte,

    schöner Beitrag.

    Ich frage mich seit Jahren, was woanders besser sein soll. Was soll ich denn da finden, was ich hier nicht finden kann? Das Außen ist auch nur eine Fototapete. Deshalb werde ich es auch nicht mehr ständig mein Leben ändern im Form von Umzügen, reisen, um mein Glück zu suchen. Das Glück werde ich am ehesten in mir selbst finden. Und sobald ich raus gehe, mich auf die Menschen da draußen einlassen. So durchgeknallt wie hier, sind sie woanders auch. Da wo ich bin, ist es schön. Fertig.

    Ich bin ehrlich gesagt challengemüde. Das kann jetzt alles so bleiben. Ich muss nicht ständig noch Neues mit dazu nehmen. Ich muss auch kein Veganer werden, nur weil sich das bei anderen toll liest. Die können alle kochen. 🙂

    Liebe Grüße – Tanja

    .

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  3. Ganz toller Beitrag, der auch eins zu eins von mir stammen könnte…
    Im Grunde habe ich dieses Jahr das gleiche vor wie du, nur hatte ich keinen „Begriff“ dafür. Also werde ich mich mal in dein Motto einklinken und dieses Jahr auch endlich ANKOMMEN.
    Danke für die Inspiration!

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