Gute Vorsätze als Gamification des eigenen Lebens

Unlängst abends hat mich (unsere Gast-Bloggerin) Mirka mit ihrem Blog inspiriert, spontan 12 Projekte für die kommenden 12 Monate zu twittern (siehe 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12). Eigentlich hatte ich nicht vor, irgendwelche guten Vorsätze zu veröffentlichen, doch dem Charme von Challenges kann ich mich zurzeit des öfteren nicht entziehen, was Ihr des öfteren zu lesen kriegt. 😉

Was mir in diesem Jahr nämlich klar geworden ist: Ein bisschen Gamification kann den eigenen Entwicklungsprozess enorm unterstützen.* Oftmals besteht das ganze Spiel – und damit der ganze Ansporn – schon darin, einfach über die persönlichen Anstrengungen, Meilensteine, Rückschläge und Erfolgserlebnisse zu bloggen. Sich der sozialen Kontrolle („Na, hält sie sich auch dran?“) und dem öffentlichen Feedback auszusetzen, sorgt für die Extra-Portion Motivation. Und nebenbei lässt sich ja auch so herrlich missionieren inspirieren, also andere anregen, es einem nachzutun und selbst die Veränderung zu sein, die wir uns für die gesamte Welt wünschen. Aus diesem Grund entstehen Projekte wie The Project 333 oder 365 Dinge oder 1 Jahr Konsumverzicht oder die sehr umstrittene 100 Things Challenge oder Zero Waste oder …ganz aktuell auf Spiegel Online: „Mein Jahr ohne“ Plastiktüten.

Meine ersten Gehversuche in Richtung Minimalismus und Nachhaltigkeit habe ich durch siebentägige Challenges eingeleitet (kaufe seitdem nahezu nichts mehr nebenbei unterwegs und gehe deutlich sorgsamer mit Lebensmitteln um). Am 1. Dezember habe ich erstmals eine dreimonatige Challenge gestartet – vielleicht ist die Zeit reif, ganz regulär und konstant von 7 Tage auf 1 Monat zu erhöhen… 😉

Deshalb: Damit die mir persönlich wirklich wichtigen Vorsätze Ansätze meiner spontanen #12in#12 Tweets nicht verloren gehen und ich mich selbst herausfordere, die eine oder andere Monats-Challenge auch wirklich anzugehen, liste ich sie hier noch einmal auf.

  • Januar: Zu-Ende-bringen-Monat: Altes abschließen, Offenes klären, überflüssige Verträge kündigen, Liegengebliebenes erledigen..
  • Februar: Fasten und mich anschließend 4 Wochen lang vegan ernähren (Hintergrundinfo: noch bin ich nichtmal Vegetarierin 😉 )
  • März: Den kompletten Keller ausmisten und alle Flohmarktkisten packen & die Flohmarktsaison eröffnen – spätestens! 😉
  • April: Einen Monat lang so wenig Müll wie nur irgend möglich produzieren (und bis dahin viel von lernen!)
  • Mai: Bei 2 Konferenzen ( Berlin & EADL in Prag) in vollem Umfang dabei sein (hatte dies Jahr eine abgesagt, eine verkürzt)
  • Juni: So viel Norwegisch wie möglich lernen – mindestens 1 Stunde pro Tag
  • Juli: Jeden Tag den kompletten Arbeitsweg radeln (hin und zurück je 19km)
  • August: Diesen Monat widme ich der Dankbarkeit für mein Leben und werde dafür täglich Ausdrucksformen finden. #Geburtstagsmonat
  • September: Persönliches Erntedankfest im eigenen Schrebergarten organisieren
  • Oktober: Leben im Hier & Jetzt ohne Plan, nur spontan! Jeden Tag neu entscheiden, was richtig & wichtig ist, zu tun, zu lassen.
  • November: Jede Woche einen ganzen Tag schweigend allein verbringen und ein verlängertes Wochenende allein verreisen.
  • Dezember: Handgeschriebene Weihnachtsbriefe an alle, die es mir wert sind

Und Ihr so…? 🙂

* Zu Gamification und Lernen müsste unserer mons7 von der Lernspielwiese doch sicherlich einiges einfallen. 🙂

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13 Gedanken zu “Gute Vorsätze als Gamification des eigenen Lebens

  1. Ich habe das eine Zeitlang auch so gemacht, dass ich mir jeden Monat ein Thema vorgenommen habe (keine konkreten Ziele), etwas, mit dem ich mich intensiver beschäftigen möchte, etwas, auf das ich mich fokussieren möchte, um mich nicht im Dschungel meiner allzu vielen Interessen und Vorhaben zu verlieren.
    LG, Ingrid

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  2. Hallo,
    mit meinem „Krempel reduzieren“ war ich im Jahr 2013 sehr gut voran gekommen…Dachboden ist leer…Klamotten sind überschaubar…Küche sehr übersichtlich…ich habe soo viele Dinge losgelassen…sogar im Garten…Plastik reduzieren stand ganz oben bei meinen Vorhaben…
    dann kam der September 2013…bei meinem Mann die Diagnose Darmkrebs…Monate mit Chemo, OP’s., Künstlichem Ausgang usw. was ich an Wäschebergen aufgrund der Krankheit hatte, war der Wahnsinn…Medikamente, Vorlagen für Bett und als Wäscheschutz, Einwegspritzen…ich kann es gar nicht alles aufzählen…dann Dezember 2014 Stoma Rückverlegung und nichts funktionierte so wie normaler Weise…nun hatten wir zwar keine Plastikbeutel mehr dafür kamen dann Windelhosen, Mengen an Bettwäsche, Handtüchern samt anderem Zubehör…
    Minimalismus leben…ja, es ist immer noch mein Ziel…aber ganz ehrlich gesagt, funktioniert das nur, wenn man das Privileg hat, gesund ist…

    und das wünsche ich uns allen…Gesundheit…denn alles weitere ist Nebensache…

    beste Grüße von Birgit

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    • Hallo Birgit, vielen Dank für Deine offenen Worte. Und danke, dass Du uns allen ein wenig den Kopf zurecht rückst. Gesundheit ist wahrlich ein sehr hohes Gut, auch ich kann davon ein Lied singen (worüber ich hier jedoch nicht so viel veröffentlichen möchte). Es gibt diese Phasen im Leben, in denen wir – so wie Du es auch erlebt hast / erlebst – einen geliebten Menschen begleiten und damit stark auf die konkreten akuten Bedürfnisse und das Miteinander fokussieren. Kann man es nicht auch so betrachten: Minimalismus als ein Umfokussieren – weg vom Konsum, hin zum Menschen – passiert in solchen Zeiten, die Du beschreibst, notgedrungen. Es geht ja nicht um die Anzahl an Dingen, die im Krankheitsfalle gebraucht werden, sondern um die Haltung dahinter, oder?
      Ich drücke Dir und Deinem Mann die Daumen, dass Ihr gesundheitlich in ruhigere Fahrwasser kommt.
      Liebe Grüße
      Dörte

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      • Servus, liebe Dörte,
        ich befinde mich nach einem gut überstandenen SHT zur Zeit in (d)einem ‚Januar-Oktober Status‘ 🙂
        Toll, dass Du so viele interessante Themen für 2015 gefunden hast. Gruselig und besonders schwer finde ich Dein November-Thema. Aber ich freue mich auf Deinen Februar! Für die Fastenzeit habe ich mir den Fastenbrief vom ‚Andere Zeiten Verlag‘ als Inspiration und Unterstützung bestellt. Solltest Du kulinarische Ideen für die anschließenden 4 Wochen benötigen, melde Dich gerne 😉

        Liebe Grüße nach Hamburg aus dem sonnigen Süden
        Penny Lane

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  3. Ich reihe mich auch mal ein, nachdem ich länger still mitgelesen habe:
    Manche Ideen überfordern mich schon beim Mitlesen, aber ich habe es mal im Einzelnen kommentiert!

    Januar: gute Idee, aber dafür bräuchte ich länger.
    Februar: spricht mich zur Zeit nicht an, würde es konkretisieren. Mit veganem Leben hab ich eh noch so meine Probleme, nachdem ich darüber nachgedacht habe, was so in den ganzen Ersatzprodukten steckt. Vegan ganz ohne Ersatzprodukte ist für mich aber auch noch nicht vorstellbar
    März: tolle Idee, wird bei mir auch eng in einem Monat, ich habe wahrscheinlich zu viele andere Projekte
    April: prima auch für mich!
    Mai: passt nicht zu mir
    Juni: ebenfalls
    Juli: Ja, tolle Idee, mal eine Woche ganz ohne Auto wäre auch spannend!!
    August: Solche Challenges sind schon mehr meins!
    September: Das z.B. machen wir so oft....Im Garten mit Freunden sitzen, da kann ich stolz sein!
    Oktober: WOW, auch sehr gut!
    November: Gute Idee, eine große Herausforderung. 
    Dezember: Ja, auch sehr sehr toll!
    

    Habe auch das Problem, wenn ich mir viel vornehme, dass ich dann sowieso nicht alles schaffe und mich das eher wieder unter Druck setzt. Von daher wäre ein gutes Vorhaben, mir die Zeit mir weniger zu zu planen 😉

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    • Hei Eva,

      lieben Dank für Dein Feedback! … „zu viele andere Projekte“ ist jetzt mal mein Stichwort: Ich habe sehr viele andere Projekte im letzten Jahr sehr bewusst zurück gelassen und wirklich Freiraum geschaffen, um mich auf ein noch weitaus minimalistischeres Leben einzulassen. ich erfülle mir mit vielen der monatlichen Vorhaben Herzenswünsche und Lebensträume und bin deshalb überhaupt nicht gestresst. 🙂

      Ich halte Dich (und die anderen) auf dem Laufenden!

      Dann drück ich Dir einfach mal die Daumen, dass es klappt mit dem Weniger vornehmen. 🙂

      Liebe Grüße
      Dörte

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  4. Moin Moin, liebe Dörte,
    ich bin ja nun erst vor kurzem auf diesen Blog gestoßen und kann natürlich daher nicht wirklich etwas beurteilen, das hier geschrieben wird, ich möchte dennoch hier mal meine 50 Cent zu diesem Post loswerden, denn es brennt mir in den Fingern. Du kannst sie aufheben oder liegen lassen, diese 50 Cent, ganz wie es für dich passt.

    Ich muss ehrlich gestehen, dass mir beim Lesen deiner Monats-Vorhaben richtig schwindelig geworden ist.

    Ich bin zwar sehr wohl dafür, sich monatliche Ziele zu setzten, aber meine Erfahrung hat mich gelehrt, diese Ziele so klein wie möglich zu fassen, um mich selbst nicht zu demotivieren. Ich kann ein Lied von all den tollen Vorhaben singen, die ich aus einer Euphorie gefasst habe, die aber letztlich mindestens zwei Nummern zu groß waren, und schlussendlich nicht realisiert wurden und mich dadurch richtig runter gezogen haben, ich Versagerin, ich.

    Daher gehe ich nun den Weg der (ganz) kleinen Schritte, die mich bei der Stange halten, mir stetige Erfolge bringen und mich motivieren, weiter zu machen (Yeah, toll gemacht, weiter so, nun den nächsten kleinen Schritt).
    Und ich weiß, dass wenn ich glaube, alles auf einmal (in einer Woche oder einem Monat) erledigen zu müssen, es nur in meinem Kopf stattfindet, geleitet von (anderer Leute) Gedanken, die nicht wirklich meine sind, nicht aus mir entspringen.

    Je mehr Zeit ich mir selbst lasse, zu erreichen, was ich erreichen will, desto schneller komme ich voran (klingt total paradox, ist bei mir aber Realität. Stichwort: gelassen bleiben und mit dem Fluss mit schwimmen, dann ergibt sich so vieles von allein).

    Was du dir da vorgenommen hast, klingt für mich mitunter wie erzwungen gewollt, jetzt sofort von Null auf 100 (hier besonders der Februar). Ich mag da falsch liegen, was ich für dich hoffe, und ich wünsche dir alle Kraft des Universums, dir bei der Erfüllung deiner Ziele zu helfen. Aber meine eigene Erfahrung sagt mir, dass all das, was du dir da teilweise für einen Monat vorgenommen hat, für ein ganzen Jahr reicht.

    Der Februar noch mal:
    Fasten ist sicherlich eine gute Sache für den, für den es passt, und sich über vegetarische bzw. vegane Ernährung Gedanken zu machen, ist sinnvoll und nutzbringend, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass eine Umstellung der Ernährung von Jetzt auf Gleich Stress bedeutet, für einen selbst und alle um einen herum. Und ich lebe nur mit einer Katze zusammen…

    Am Besten gefällt mir im Übrigen der Dezember: das ist in meinen Augen ein lohnenswertes Vorhaben, das nichts mit Stress zu tun hat, wohl aber mit bewusster Entscheidung.

    Ich kann natürlich nur von mir sprechen, und daher hoffe ich für dich, dass du dir das alles gut überlegt hast und sicher bist, es auch schaffen zu können, was du dir da auf die monatlichen Fahnen geschrieben hast.

    In diesem Sinne alles Gute und viel Erfolg
    Alexa

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    • Liebe Alexa,

      mir ist auch schon ganz schwindelig.. 🙂 Nun, im Ernst: Es war eine spontane Liste, die ich da an einem Abend getwittert habe, und ich bin selbst gespannt, auf welches Abendteuer ich mich wirklich einlasse. Vieles, was dort Monat für Monat steht, beschäftigt mich als Vorhaben schon lange – und mit etlichem habe ich auch bereits Erfahrungen: Ich habe bereits zweimal gefastet (und es sehr genossen), ich fahre schon jetzt regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit und zurück (nur eben nicht jeden Tag), ich lerne bereits seit einem Jahr Norwegisch (nur eben nicht so schnell/viel, wie ich gern würde…).

      Der Zu-Ende-bring-Januar läuft übrigens großartig! Den März (Keller ausmisten) hab ich dabei ganz nebenbei gleich mit erledigt, werde dafür im Fasten-vegan-Februar das Erledigen noch fortsetzen… 😉

      Du siehst, es fügt sich alles, und ich gebe zu: Ich fokussiere zurzeit wirklich sehr auf das, was ich mir vorgenommen habe. Dafür hab ich auch das nebenberufliche Arbeiten sein gelassen, so dass mir meine Vier-Tage-Woche Zeit und (inneren!) Raum für die obigen Aktivitäten lässt.

      Doch wenn ich irgendwo „scheitere“,. werd ich es hier nicht verschweigen.

      Viele Grüße
      Dörte

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      • Liebe Dörte,

        das klingt richtig gut!
        Und ich kenne das auch, das alles sich fügen. Das geht mir gerade genauso ;-). Und vielleicht war ja diese spontane Liste notwendig, damit es in Fluss gerät.

        Das spannende an der Sache wird sicher sein, wie sich das alles entwickelt, und nicht unbedingt, ob du deine Ziele auch wirklich erreichst. Wobei das eine das andere ja nicht ausschließt. 😉

        Als ich mir Ende letzten Jahres überlegt habe, wie dieses Jahr sein soll, hab ich auch eine lange Liste geschrieben. Und seit dem ist bei mir so viel passiert, wovon ich nicht mal geträumt habe. Dafür haben sich einige Sachen auf der Liste inzwischen als nicht so dringlich oder zu groß erwiesen, oder als in die falsche Richtung weisend. Und sind daher wieder runter geflogen.

        Dennoch, ich behalte den Fokus auch auf das, was ich mir vorgenommen habe, bin aber gnädig mit mir, wenn etwas doch nicht so klappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Da fügt sich eben auch bei mir alles so nach und nach.

        Ich werde das hier verfolgen ;-). Und ich wünsche dir viel Erfolg und eine tolle Reise.

        Liebe Grüße
        Alexa

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