Ist Minimalismus angeboren?

Was meint Ihr? Gestern hab ich mir einen neuen Kalender gekauft. Und sofort alle überflüssigen Blätter rausgerissen. Da fiel mir auf: Das mache ich schon mein ganzes Leben. Alles Überflüssige muss weg. Ist nur Belastung.

Oder wenn ich Leute besuche. Meistens ist es mir da viel zu voll. Sofort fange ich an, in Gedanken die Dinge um mich herum zu reduzieren. Ich mag gern klare, reduzierte Räume. Meine Mutter erzählt mir das Gleiche.

Wenn wir wieder zuhause sind, räumen wir erst mal auf. Und müssen uns von dem Schock erholen!

Kennt ihr so was auch?

 

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9 Gedanken zu “Ist Minimalismus angeboren?

  1. Anhand der Uhrzeit wollte ich schon darauf tippen, dass du gerade bei jemandem zu Besuch warst, schockiert nach Hause zurückgekehrt bist und nun anfängst, bei dir aufzuräumen. 😛

    Mir fallen spontan keine Seiten in meinem Kalender ein, die keinen bestimmten Zweck haben. Reißt du denn die bereits vergangenen Wochen raus?

    Da ich mich und meine Geschichte kenne, glaube ich nicht, dass Minimalismus angeboren ist. Bei vielen wird es ja durch ein Schlüsselerlebnis ausgelöst. Aber warum soll es nicht Menschen geben, die schon immer einen gewissen Hang zum Minimalismus haben? Jeder Mensch ist nun mal verschieden.

    Ich bin selten schockiert, wenn ich von anderen Menschen nach Hause komme. Jeder lebt ja sein eigenes Leben und ist dafür verantwortlich. Da sehe ich mich nicht befugt, zu urteilen. Ich nehme es eher mit Humor und falls wir auf das Thema Minimalismus zu sprechen kommen, führe ich dann „lokale Beispiele“ an, von denen ich mich zuerst verabschieden würde. 🙂

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  2. Ist es nicht Verschwendung, die Seiten rauszureißen? Zumindest verschwendest du Deine Energie mit solchen Aktionen. Energie, die man vielleicht sinnvoller nutzen kann.
    Wenn es Dir bei manchen Menschen zu voll ist, so wird es diesen wahrscheinlich so gehen, dass es ihnen bei dir unwohl ist, weil dort zu wenig ist. Nein, urteilen sollte man nicht, auch nicht hinterher überlegen, was man bei sich noch so aufräumen kann.
    Jeder hat seine Gründe, warum er sich nicht von Dingen trennen mag, warum er jedes einzelne Ding in seiner Wohnung so haben möchte, wie es ist und in welcher Menge auch immer. Das sollte man respektieren.

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  3. Also ich kann das nachvollziehen :-). Ich hatte auch mal eine Phase, wo ich aus Zeitungen/Zeitschriften alles Überflüssige entfernt habe. Es ist ziemlich beeindruckend, wie ein Magazin zusammenschrumpft, wenn man alle Werbeseiten und Einleger entfernt. Auch aus diesem Grund kaufe ich heute kaum noch Zeitschriften. Bei Kalendern kenne ich das auch. Das Filofax-Standardpaket habe ich auch immer erst um die Werbeseiten und die Blätter erleichtert, die ich eh nicht genutzt habe. Auch die abgelaufenen Wochen mussten irgendwann weichen, wobei das auch immer schade ist, weil ein Stück Dokumentation – und für manche auch sehr liebevolle Gestaltung – daran hängt.

    Ich denke auch nicht, dass Minimalismus angeboren ist. Für mich ist es eher eine Frage der Umstände und Rahmenbedingen, ob aus der grundsätzlichen Bedürfnis nach Ordnung – wenn man es denn hat – mehr wird oder nicht. In meinem Fall war es auch ein Schlüsselerlebnis, das mich umdenken ließ. Den Wunsch nach Klarheit und Reduktion hatte ich auch früher schon, aber nie in diesem Ausmaß.

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  4. Ich kenne das hauptsächlich aus meiner Kindheit, wenn ich eine bestimmte Person besucht habe. Dieses Kind hatte ein ganzes Zimmer nur für Spielzeug, bis oben hin vollgestopft. Und auch in anderen Räumen lag Spielzeug herum. Das hat mich immer wahnsinnig geschockt irgendwie. Ich war dort regelmäßig völlig überfordert und jedes Mal froh wieder dort raus zu sein. Mein Zimmer war zwar nie minimalistisch, aber meine Sachen waren von der Anzahl her genau richtig.
    Momentan ist es so daß ich mich eher ärgere, daß meine Wohnung immer noch nicht so schön aussieht wie die von anderen. Leute die ich kenne, die haben alles schön strukturiert, Ordnung und System, da sieht alles immer weniger aus als es das eigentlich ist. Ich selbst besitze wenig, habe allerdings auch weniger Raum zur Verfügung als Andere. Da ich aber momentan noch keine Struktur drin habe, sieht es bei mir chaotisch und viel voller aus, als es eigentlich ist…. Ich bin eher von mir selbst geschockt und werfe weiterhin Sachen raus 😉

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  5. Ich denke, es gibt in jedem Fall Menschen, die schneller reizüberfluteter sind als andere. Je mehr Zeug, desto unübersichtlicher wird’s z.B. für mich. Ich werde völlig rappelig, finde nichts, sehe vor lauter Sachen irgendwie auch nichts. Auch hohe Geräuschkulissen machen mich kirre.

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  6. Nein, angeboren, glaube ich nicht. Ich wollte immer gerne alles haben und besitzen. Früher.
    Heute geht es mir wie dir. Seitdem ich eine neue Achtsamkeit Räumen gegenüber entwickelt habe und auch den Energien, die Karen Kingston, beschreibt, fühle ich mich in vielen Wohnungen nicht mehr wohl. Aber das ist nicht unbedingt nur von der Anzahl der Sachen abhängig, sondern von der ganzen Ordnung und Struktur.
    Interessant finde ich es zu beobachten, wer Schwierigkeiten damit hat, Leere auszuhalten. Ich habe früher auch alles vollgestellt, aber zumindest die Fensterbänke sind komplett frei und wirklich viel bleibt bei uns nicht mehr über.
    Lg Nanne

    P.S.
    Ich mag an festen Kalendern nicht, dass man die alten benutzten Seiten das ganze Jahr noch mit herumträgt. Habe aber noch keinen filofax gefunden, der mich überzeugt.

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