#Minimalismus – kann man Beziehungen entrümpeln?

Für viele bedeutet Minimalismus nicht nur, sich zu fragen, mit welchen Dingen man sich umgeben will, sondern auch, mit welchen Menschen. Bei wem fühle ich mich wohl? Wer raubt mir Energie? Oft liest man als Tipp, man solle auch die Beziehungen, die man zu anderen pflegt, kritisch hinterfragen und „aussortieren“. Ich weiß nicht, wie es euch damit geht – ich sehe zwar den Gedanken hinter dieser Forderung, mit der Umsetzung allerdings, tue ich mich schwer.

Natürlich gibt es in meinem Umfeld Menschen, die mir besonders gut tun und solche, die mich sehr anstrengen. Bei den allerwenigsten kommt mir jedoch der Gedanke, dass es besser wäre, keinen Kontakt mehr zu haben. Wie soll ich denn Beziehungen „entrümpeln“? Jemandem sagen, er passt nicht mehr in mein Leben? Mich einfach nicht mehr melden? Sichtbar genervt sein und auf die Flucht des anderen spekulieren? Das könnte ich nicht und meistens will ich es auch nicht.

Ja, ich lerne langsam, dass Menschen kommen und gehen und sich manchmal der Kontakt verliert. Ja, dass das sogar in Ordnung sein kann und sich nicht unangenehm anfühlt. Ich lerne auch – leider – dass Menschen, die mir einmal sehr nahe waren, weiterziehen und diese Nähe nicht vermissen.

Mit einem veränderten Lebensstil ändert sich auch der Bekanntenkreis. Meiner wird im Zweifel einfach größer und die Bekanntschaften loser, weil ich eben niemanden einfach rauswerfe.

Wie seht ihr das? Kann man auch das Zwischenmenschliche minimalistisch gestalten? Ist das erstrebenswert? Oder eine Folge aus konsequentem Minimalismus, weil man manchmal ein Außenseiter ist.

Ich bin gespannt.

Eure beckerin

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6 Gedanken zu “#Minimalismus – kann man Beziehungen entrümpeln?

  1. Interessante Fragestellung! Ich entrümpele keine Menschen in meinem Leben, aber ich entrümpele Verhaltensmuster. Wenn sich herausstellt, dass die Kommunikation mit Person XY immer wieder zu meiner Unzufriedenheit verläuft, dann gestalte ich diese Kommunikation anders. Oft reicht es schon, sich selbst anders zu verhalten, auf neue Art und Weise in Kontakt zu treten. So können sich Beziehungen auch weiterentwickeln. Die, die das nicht tun, verflüchtigen sich dann oft irgendwie von selbst bzw. der Kontakt wird weniger.

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  2. Ich nehme bewusst Zeit für die Menschen, die mir wichtig sind! Das ist für mich ein etwas anderer und vor allem positiver Blickwinkel.
    Beziehungen zu Menschen, dir mir nicht so wichtig sind, erledigen sich dann oft von selbst. Meist, weil beide Zeiten kein wirkliches Interesse aneinander haben.
    Ganz, ganz selten, wenn ich das Gefühl habe, eine Begegnung tut mir nicht gut, dann beende ich einen Kontakt bewusst.

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  3. Logo, kann man das, ich zumindest 🙂

    Beziehungen zu Menschen können zuweilen größerer Ballast sein als Dinge. Ich lasse den Kontakt dann entweder einschlafen (oft spüren ja beide Seiten, das es nicht mehr passt) oder beende ihn „offiziell“. Auch Social Media Kontakte fallen meiner Meinung nach unter Beziehungen. Vor ein paar Wochen habe ich einfach meinen Pinterest-Account aufgelöst. Da habe ich mir irgendwelche Erklärungen gespart.

    Viele Grüße

    Christof

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  4. Ich bin immer wieder beeindruckt, was hier in kürzester Zeit an Meinungen und Kommentaren zusammenkommt. Danke für eure Rückmeldungen, da steckt wirklich viel drin, über das ich nachdenken will. Bei Social-Media-Kontakten fällt es mir übrigens leichter als bei persönlichen: Ich habe den Eindruck, dass es online viel selbstverständlicher ist, dass sich Wege kreuzen, gemeinsam oder auch getrennt verlaufen. Online habe ich auch kaum ein schlechtes Gewissen, wenn ich nach langer Zeit wieder mit jemandem Kontakt habe, dass passiert bei persönlichen Beziehungen schon eher.

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  5. Ich schmeiße auch niemanden direkt aus meinem Leben. Aber bei eingeschlafenen Freundschaften überlege ich es mir inzwischen, ob ich die Kraft investieren möchte, die Freundschaft aufrecht zu erhalten. Manchmal ist es schon so, dass ich das Gefühl habe, mehr in eine Freundschaft zu stecken, als ich zurück bekomme. Solange ich dabei aber glücklich bin, ist das für mich ok. Artet es in Arbeit aus und macht mich unglücklich, dann halte ich eine Freundschaft auch nicht mehr „künstlich“ aufrecht. Menschen gehen zu lassen und das nicht persönlich zu nehmen ist aber immer noch eine große Herausforderung für mich.
    Liebe Grüße!

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