Plastikfrei(er) leben: geht das überhaupt?

Als das bunte Plastik nach Paraguay kam, ließ eine Indianerin wie gewohnt ihren Müll auf die Erde fallen. 3 Jahre lang beobachtete sie verwundert die Plastikflasche. Denn sie war immer noch da.

Mehr Plastik als Plankton
1 Million Seevögel und 100 000 Meerestiere sterben jährlich auf grausamste Weise an großen Plastikteilen und kompletten Plastiktüten.

Plastic Ocean
Bestimmt habt ihr von der Plastikinsel im Pazifik gehört. Ein Teppich, so groß wie Zentraleuropa. (-> mehr Infos: hier, hier oder auch hier (Video))

Plastik bleibt für immer   
Man kann es nicht wegwerfen. Es bleibt selbst in der Luft als giftige Partikel. Na fein! Aber: Was können wir tun?

Ich kann die Welt nicht retten
Aber ich kann versuchen, meine Welt und die meines Kindes etwas besser zu machen und immer plastikfrei(er) zu leben. Denn: Plastik ist auch giftig für unsere Körper. (–> mehr Infos: hier (Video))

80 % weniger Plastik im Blut
Durch Plastikreduktion Zuhause. Ich kaufe Lebensmittel und Kosmetik plastikfrei oder fülle sie zumindest zur Lagerung um. Plastik habe ich durch Glas, Holz, Stein, Keramik, Edelstahl, Papier ersetzt.

Der tägliche Verpackungswahnsinn
Besonders der Bioladen ist ein Plastikdschungel. Paradox, oder? Den Sinn von eingeschweißten Bananen habe ich noch nicht verstanden. Ihr?

Plastik reduzieren ist anstrengend
Ein Projekt, das mich regelmäßig überfordert. Doch: Wer Delfine einmal in Freiheit gesehen hat, den lassen die Bilder von verelendeten Tieren einfach nicht los.

Und jetzt Ihr! Vermeidet Ihr Plastik? Wie geht Ihr mit dem Thema um?

 

Plastikfrei(er) leben

 

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15 Gedanken zu “Plastikfrei(er) leben: geht das überhaupt?

  1. Wir versuchen in unserem Haushalt auch einigermaßen plastikfrei zu leben. Aus Umweltschutzgründen. Ich sag den Kindern bei jeder Plastiktüte, dass daran Wale und Delphine sterben.
    Ich fürchte aber, wir kämpfen da in den „Industrienationen“ einen aussichtslosen Kampf. Ich bin grade in Thailand und ganz ehrlich: Das, was ein nicht darauf achtender Otto Normaldeutscher an Plastik verbraucht (Tüten, Flaschen, Verpackungen…) ist NULLKOMMANICHTS im Vergleich zu dem, was ein Otto Normalthai verbraucht. Ich bin ehrlich geschockt, wie viel Plastikmüll man hier selbst als darauf achtender Touri erzeugt. Man kommt gar nicht drumherum.
    Ich sage jetzt nicht, dass ich jetzt deswegen zu Hause den Kopf in den Sand stecke und wieder mehr Plastik nutze, aber global gesehen sind „wir Deutschen“ da wohl eher ein klitzekleines Plastikverbrauchslicht und es müsste eine weltumspannende Lösung her. Ja ja, ein schöner Traum! Bis dahin denke ich mir einfach, jede nicht gebrauchte Tüte ist eine gute Tüte und kämpfe mein kleines Kämpfchen. 😉 Und freue mich über jeden und jede, der/die das ebenfalls tut.
    Übrigens sehr spannend: Obwohl hierin Thailand deutlich mehr Plastikmüll anfällt, ist es hier weniger zugemüllt auf den Straßen und so,, sondern sehr viel sauberer als ixh das aus deutschen Städten und auch vom Land gewöhnt bin!

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  2. Liebe Tanja,
    es kommt auf den Bioladen an! Bei uns gibt es bis auf vakuumverpackte rote Beete, alles Gemüse und Obst ohne Plastik. Ich nehme mir Stoffbeutel mit in die ich die Sachen dann ohne Tüten (Plastik oder Papier) reinlege. Joghurt und Milch gibt es im Glas zu kaufen. Kosmetik und Kekse sind natürlich viel mit Plastik, aber Getränke gibt es dort zu 97 Prozent in Glasflaschen.
    Ich bemühe mich mittlerweile Plastik zu reduzieren, ich bin aber noch auf dem ersten Drittel des Weges. Bei mir wird auch umgefüllt, für Essen, dass ich noch im Kühlschrank für den nächsten Tag aufheben will, werde ich mir auch Gläser kaufen.
    Aber ich finde es echt schwierig und unglaublich, wie viel Plastik es einfach gibt.
    Lg Nanne

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  3. Hallo Tanja!

    Als ich vor mittlerweile einem Jahr begonnen habe mein Leben (weitgehend) plastikfrei zu machen, hätte ich nicht erwartet, dass ich wirklich so einen Erfolg haben werde. Mein Plastikmüll ist nur noch ein winziger Bruchteil dessen, was er vor einem Jahr war, nicht einmal mehr 1/10 von damals!

    Viele Tipps, wie man das machen kann und wie ich das umgesetzt habe sind auf meinem Blog zu finden. Die meisten Leser hier kennen ihn eh und wissen, dass es mir ein großes Anliegen ist, nicht nur so wenig Plastik sondern überhaupt weniger Müll zu verursachen.

    Wenn man etwas achtsamer ist und nach Alternativen im Umfeld sucht, ist es einfacher als man annimmt. Ich kann nur alle ermutigen, diesen Schritt zu machen!

    lg
    Maria

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    • Hallo Maria,
      dein Blog ist mir immer eine große Inspiration. Habe schon viel von dir gelernt. Besonders das Sachenaufbrauchen, bevor was Neues angeschafft wird, hat bei mir so viel verändert. Das macht mittlerweile richtig Spaß, Dann kauft man auch anders ein, weil es eine Konsequenz hat. Danke für deine tollen Tipps!

      Liebe Grüße – Tanja

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  4. Hier mal ein paar Infos, wo sich doch etwas tut:

    In Ruanda sind Plastiktüten verboten, sie werden sogar bei Einreise beschlagnahmt
    http://www.tagesschau.de/ausland/ruanda156.html

    EU will Plastiktüten verbieten oder verteuern
    http://www.welt.de/wirtschaft/article127028616/EU-will-Plastiktueten-verbieten-oder-verteuern.html

    Und hier ein Status-Bericht mit Infos über viele Länder, die gegen Plastiktüten vorgehen:
    http://www.naturwelt.org/das-meer/der-m%C3%BCll-und-das-meer/plastik-t%C3%BCten-status/

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  5. Ich bin bei dem Thema noch nicht wirklich weit, abgesehen davon, dass ich immer schon Stoffbeutel mit zum Einkaufen nahm und kein großer Fan von dem Zeug bin, daher gab es bei mir nie Einweggeschirr oder sowas.
    Am Anfang hat mich das Thema vollkommen überfordert, mittlerweile bin ich eher Dr Jekyll und Mr Hyde. In der Küche habe ich jetzt Glasgefäße, doch gestern habe ich dann doch wieder Sandspielzeug aus Kunststoff für meine Tochter gekauft. Einfach finde ich das Thema also immer noch nicht.

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  6. Mir persönlich ist es zu anstrengend, auf Plastik zu verzichten. Da ich kein Auto habe (was ökobilanzmäßig sicher jeden Plastikverzicht ums Tausendfache schlägt) und auch nicht sonderlich geschäftsnah lebe, habe ich z.B. keine Lust Joghurt im Glas nach Hause zu schleppen.

    Plastifrei zu leben ist individuell sicher eine schöne Herausforderung aber umweltschutzmäßig vermutlich ziemlich sinnlos. Die allermeisten benannten Plastikprobleme entstehen doch dadurch, dass das Zeug achtlos in die Umwelt geworfen wird. Es wäre schon viel gewonnen, würde jeder seinen Plastikmüll vernünftig entsorgen.

    Was aber gerne vergessen wird, ist die Menge an ‚virtuellem Plastik‘ (in Anlehnung an den Begriff des ‚virtuellen Wassers‘), die wir tagtäglich bei Produkt- und Dienstleistungskonsum verbrauchen.

    Der tolle Spargel aus der Region z.B., der unter beheizten Plastikbahnen wächst, oder die Trauben, die zum Schutz vor Vogel-Mundraub unter Kunststoffnetzen reifen.
    Oder die unverpackten Äpfel in der Pappkiste, die von einer Palette stammen, die zur Transportsicherung fett mit Stretchfolie umwickelt wurde. Der Müll liegt dann bei den Geschäften im Lager, wir sehen ihn nicht aber verursacht haben wir ihn trotzdem.

    Oder eben Dienstleistungen: wieviel Plastikmüll entsteht wohl bei bei einer Bahnfahrt, einer Flugreise, einem Restaurantbesuch, einer Hotelübernachtung, einem Krankenhausaufenthalt?

    Meine Vermutung: unser direkter Plastikverbrauch (das Plastik, das wir selbst anfassen) ist relativ gering im Vergleich zu unserem virtuellen Verbrauch und bei den berühmten ‚Plastiktütenverbot‘ wird’s m.E. vollkommen lächerlich (vorausgesetzt man entsorgt sie und wirft sie nicht in die Landschaft – was aber leider so viele tun, dass ein Verbot allein deshalb sinnvoll wäre.).

    Jeder Europäer soll laut Wikipedia im Schnitt 92 Kg Plastik im Jahr verbrauchen. Ich schätze mal, dass mein persönlicher ‚Einkaufsplastikverbrauch‘ höchstens bei 5 Kg liegt, das ‚virtuelle Plastik‘, das ich dann verbrauche, würde also bei rund 87 Kg liegen, wäre ich ein Ottonormaleuropäer.

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  7. Hallo Wolf,

    danke für deinen Kommentar. Ja, es muss auch in den Alltag passen. Es kostet mich zumindest enorm viel Zeit und Energie, mein Leben plastikfrei(er) zu gestalten/organisieren. Hab ich sie? Will ich sie aufbringen? Ich weiß eben nicht, ob die Eiswaffel am Eisstand die bessere Wahl ist, weil ich sie aufessen kann. Vielleicht hätte ich doch den Becher nehmen sollen. Weil er zuvor anders verpackt war. Was hinter den Kulissen ist, da habe ich keinen Einblick.

    Plastikverzicht macht 5% aus. Auto 15%. Irgendwo schrieb das Fellmer.

    Der Wochenmarkt vor der Nase war toll. Da konnte ich plastikfrei einkaufen. 1,5 Jahre lang. Aber dafür die steilste Fußgängerzone Deutschlands hochgehen? Da ist mir meine Energie und Zeit zu schade und ich unterstütze lieber den kleinen Laden in meinem neuen Viertel. Natürlich fahren alle mit dem Auto zum Wochenmarkt. Ich habe keins. Das ist dann mein Beitrag. Die nächste Wohnung wieder mit Wochenmarkt vor der Nase. Ich schau schon immer, wenn ich mir Wohnungen im Internet in anderen Städten ansehe. Trotzdem hab ich immer ein schlechtes Ökogewissen…

    Liebe Grüße – Tanja

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    • Hallo Tanja,

      ja, weil das auch eine Menge Zeit und Energie kostet, sollte man m.E. schon darüber nachdenken was man tatsächlich mit einer bestimmten Verhaltensänderung erreicht. Wenn man eh schon konsumarm lebt, erreicht man beim Plastik m.E.ökologisch relativ wenig bis nichts.
      Ist die fünffach teurere Holzkiste wirklich besser als die Plastikkiste? Immerhin schleust man mit deren Kauf ja wieder erheblich mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf, was zwar die Wirtschaftswachstumsfreunde freut, aber ökobilanzmäßig womöglich kontraproduktiv ist.Also besser überhaupt keine Kiste oder eine gebrauchte, egal ob aus Holz oder Plastik. Das mal nur als Beispiel.

      Vom ökologischen Aspekt abgesehen kann man für sich selbst durch Plastikreduktion aber sicher eine Menge erreichen, wenn man sich dadurch einfach naturnäher fühlt und auch glaubt, dadurch gesünder zu leben.

      Das Bergproblem zum Markt habe ich auch, tja, das kommt davon, wenn man zu nahe am Himmel in den Wolken wohnen will. Aber wenn ich andernkommentars lese, dass da jemand 5 Kilometer zum Einkaufen geht, habe ich natürlich auch ein Faulheitsproblem 😉

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  8. Plastikfrei leben? Bei uns noch lange nicht. Langsam wächst bei mir das Bewusstsein und auch das Unbehagen, allerdings war ich bisher noch zu bequem, um das wirklich anzugehen. Allein, wenn ich meine Küchenschränke anschaue, was es da alles aus Plastik gibt: Siebe, Rührschüsseln, Aufbewahrungsdosen, Kochlöffel … und ich gestehe, ich mag die sogar lieber als Holz, weil sie besser zu reinigen sind. Gerade bei diesen Dingen sehe ich auch nicht, dass sie in absehbarer Zeit ersetzt werden. Was soll ich auch mit ihnen machen? Ich werde sie wohl bis sie kaputt sind, weiternutzen und danach umsteigen. Einfacher ist es bei Verpackungen, da geht schon vieles plastikfrei. Auch wenn man wirklich sehr aufpassen muss. Da freut man sich, dass man folienfreie Paprika gefunden hat und legt total gedankenlos eine eingeschweißte Gurke in den Einkaufswagen … Wie gesagt, mein Weg ist da noch lang.

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  9. Ich differenziere für mich zwischen den Plastikarten: PVC z.B. ist unter Umweltschutzaspekten hochproblematisch, Polycarbonat ist wegen BPA gesundheitlich bedenklich. Dagegen sehe ich bei PP und PE kein großes Problem, wenn es ordentlich entsorgt wird (was hier in der Regel Müllverbrennung bedeutet). Irgendwo las ich mal, dass eine Einwegglasverpackung bei der Herstellung 125mal mehr Energie verbraucht als Plastik! Die Transportenergie ist bei Glas wegen des Gewichts auch höher. In manchen Bereichen geht es auch gar nicht ohne Plastik, zum Beispiel in der Medizin. Deshalb finde ich das Ziel „Plastikfrei leben“ gar nicht so erstrebenswert.
    Zum Vergleich mit dem Auto: Worauf beziehen sich die Prozentzahlen 5% Plastikverzicht/15% Autoverzicht?

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  10. Hallo!
    Ich bin gerade über diesen Blog gestolpert und wirklich beeindruckt. Sehr interessante Themen lassen sich hier finden und daher nehme ich gleich einmal die Verfolgung auf.

    Mein Mann und ich leben Mülltrennung, sie gehört bei uns zum Alltag dazu. Obwohl wir versuchen, Plastik so gut es geht zu vermeiden, kommen tatsächlich pro Woche 3 große Müllsäcke voll Plastik zusammen. (Wir sind ein 2-Personen-Haushalt!)

    Aber ich denke, so lange wir das Plastik umweltbewusst entsorgen, können wir gut damit leben.

    Im Sommer haben wir damit angefangen, BAP-freie Trinkflaschen für unterwegs zu verwenden. Daher brauchen wir zumindest keine Plastikflaschen mehr und es ist ein nächster Schritt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  11. Ich hasse Plastik und habe in der Folge in Deutschland nach plastikfreien Alternativen für alle Dinge des täglichen Bedarfs gesucht.

    Seit Oktober wohne ich in Jerusalem und habe einen Plastikkoller. Ich gehe bewusst auf dem Markt einkaufen, weil dort die Aussichten, Dinge plastikfrei zu bekommen, höher sind. Manchmal klappt das gut, manchmal überhaupt nicht. Viele Menschen stecken in einem Trott und ziehen wie eine Maschine eine Tüte nach der anderen hervor.

    Aber davon lasse ich mich nicht abbringen. Und es gibt sogar positive Aussichten: Auch Israel möchte Tüten zukünftig versteuern. 🙂

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