Kleiderkreisel – meine Erfahrungen | Gastbeitrag

Dies ist ein Gastbeitrag von Lisi – auf Twitter besser bekannt als @__white_space__. Dort reagierte sie vor ein paar Tagen auf unsere getwitterte Frage nach Meinungen über den Kleiderkreisel

… und ließ sich auch promt von uns zu einem Blogpost motivieren. Hier ist er:

***

Kleiderkreisel – Meine Erfahrungen

Wenn ich ein Kleidungsstück aussortiere, entscheide ich nach einem bestimmten Prinzip, was mit ihm passiert. Ich habe den Entscheidungsprozess einfach mal auf Papier skizziert, weil er so leichter zu verstehen ist, als wenn ich ihn aufgeschrieben hätte:

Lisis Entscheidungspfad

Lisis Entscheidungspfad

Grundsätzlich stelle ich mir die Frage: Lohnt es sich, das Shirt, die Hose oder die Schuhe zu verkaufen? Falls ja, stelle ich sie meistens bei Kleiderkreisel rein, ansonsten verschenke ich sie. Dinge, nicht nicht mehr tragbar sind, kommen in die Altkleidertonne oder in den Müll.

Ich nutze Kleiderkreisel vor allem, um ausrangierte Schuhe und Klamotten zu verkaufen. Selbst gekauft habe ich dort bisher ein Paar Sneaker, für die ich viel weniger gezahlt habe, als ich es im Laden hätte tun müssen und Flipflops, die ich zu „Barfußschuhe umgebaut habe. Statt zu verkaufen oder zu verschenken, gibt es auch die Möglichkeit, Kleidung zu tauschen. Genutzt hab ich diese Option bisher aber noch nicht.

Anders als z.B. Ebay stellt Kleiderkreisel „lediglich eine Plattform und damit die technische Vorrichtung zur Verfügung, um einen Warenaustausch unter den Mitgliedern zu ermöglichen“ (siehe hier). Das heißt, dass ein Käufer, der einem Kauf zugestimmt hat, nicht gezwungen werden kann, auch zu bezahlen. Mir ist das bisher aber erst einmal passiert. Umgekehrt trägt die Käuferin selbst das Risiko, ob die Ware wie beschrieben ist oder eben nicht. Solange man über Kleiderkreisel also nicht besonders teure Sachen kauft bzw. verkauft, ist das Risiko überschaubar.

Was ich besonders gut an Kleiderkreisel finde: Die Plattform verlangt keine Gebühren. Selbst bei kleinen Verkaufsbeträgen (bei mir liegt die Untergrenze bei 5 Euro) lohnt es sich also, dort zu verkaufen. Außerdem trägt Kleiderkreisel entscheidend dazu bei, dass Kleidung weitergegeben und wiederverwendet wird. Das verhindert, dass sie weggeworfen werden, verlängert damit ihre Nutzungsdauer und im Endeffekt auch die Produktion neuer Kleidungsstücke.

Mein Fazit: Wer seine aussortierte Kleidung unkompliziert weitergeben möchte, aber keine Lust hat, Ebaygebühren zu zahlen, dem kann ich Kleiderkreisel sehr an Herz legen.

Viele Grüße & viel Spaß beim Ausmisten!
Lisi

Blog: whitespaceandchips.tumblr.com
Twitter: @__white_space__

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15 Gedanken zu “Kleiderkreisel – meine Erfahrungen | Gastbeitrag

  1. Liebe Lisi

    Ich finde Kleiderkreisel auch eine tolle Sache. Jedoch habe ich leider nie etwas verkaufen können. Hast du viel verkauft? Vielleicht sollte ich Kleiderkreisel nochmals eine Chance geben, das letzte Mal war vor ca einem Jahr.

    Liebe Grüsse
    sArah

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  2. Hi Lisi,
    ich trage keine gebrauchten Sachen. Dafür trage ich sie auf. Dann putze ich das Treppenhaus damit. Und werfe sie weg. Weil es sonst den Kleidermarkt im Ausland kaputt macht, wenn ich sie spende. Besitz soll kein durchlaufender Posten werden. Kleiderkreisel klingt irgendwie so.

    Liebe Grüße – Tanja

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    • Hallo Tanja,

      was meinst du mit „durchlaufender Posten“?

      Altkleidercontainer sind in der Tat ein schwieriges Thema, mit dem Roten Kreuz hab ich bisher aber ganz gute Erfahrungen gemacht..und das meiste, was ich in die Tonne tu, ist eh schon ziemlich hinüber. Ich hab mal gehört, dass aus den unbrauchbaren Klamotten Putzlappen etc. hergestellt werden, aber das werd ich vielleicht nochmal genauer recherchieren!

      Löchrige Socken eignen sich übrigens super zum Staubwischen 😉

      Liebe Grüße
      Lisi

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  3. Also: Ich will es nicht schlecht machen. Nur die Girls hier, die ich kenne und Kleiderkreisel machen, brauchen keine Kleider. Sondern: das richtige Maß. Und die Haltung „Ich kann ja über’s Internet schnell wieder alles verticken“ ist etwas, was ich mir selbst gestatte und auch ablehne. Danke, dass du es hier vorstellst.

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    • Hallo Texterinmitbiss,

      jedes System hat seine Tücken, das stimmt – aber ich finde es trotzdem gut, wenn Menschen ihre Sachen wenigstens hin und wieder gebraucht kaufen, anstatt ausschließlich den Klamottenfirmen das Geld in den Rachen zu werfen.

      Die von dir beschriebene Haltung sehe ich auch kritisch, aber trotzdem bin ich der Meinung, dass Kleiderkreisel eine sinnvolle Plattform ist – gerade auch, weil ich meine Kleidung eben ausschließlich gebraucht kaufe.

      Viele Grüße
      Lisi

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  4. Liebe Lisi,

    dein Umgang klingt gut damit. Mit „durchlaufendem Besitz“ meinte ich, die Tendenz im Konsumverhalten dank Internet, dass Besitz nicht mehr bis zum „End of life“, Ende eines Produktlebens benutzt wird. Sondern schon mit der vollen Absicht gekauft wird, es nur kurz zu verwenden und schnell wieder auszusortieren. Führt das nicht auch wieder zu dem derzeitigen Hyperkonsum? Ich denke noch ein bisschen über deine schöne Zeichnung nach. 🙂 Lappen für die Autoindustrie werden noch aus Altkleidern gemacht, die man nicht mehr verwenden kann, hieß es in einer Reportage.

    Liebe Grüße – Tanja

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    • Ich profitiere davon, dass andere so denken 😉 von denen kaufe ich dann Sachen, die in der letzten Saison dreimal getragen wurden, und jetzt „out“ sind.
      Ich bin immer baff, wenn ein KK-Katalog 200 Artikel oder mehr anzeigt. Wieviel Kleidung hat jemand, der 200 Stücke aussortieren kann?

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  5. Hallo,

    ein Kommentar zu der Altkleider-Putzlappen-Frage: Es ist richtig, dass untragbare Kleidung als Putzlappen für z.B. Arbeiten mit öligen Bauteilen weiter verwendet wird. Ist in meiner Firma auch so. Das sind Streifen von Baumwoll-Textilien ohne Knöpfe, Pailletten etc.. Um sicher zu gehen, dass mein olles Shirt nicht doch in Afrika verkauft wird, schneide ich ausrangierte Klamotten an einer Stelle kaputt.

    Hinweise zu „guten“ Verwertern in Deiner Nähe gibt es hier: http://www.fairwertung.de

    Grüße

    Fup

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  6. Ich würde Kleiderkreisel gerne mögen,
    allerdings habe ich hier einen großen Umzugskarton voller Klamotten die bei Kleiderkreisel stehen und die ich nicht loswerde. Gleich daneben der Karton mit den Büchern von Tauschgnom.
    Dinge auszumisten und sie dann noch monatelang in der Wohnung stehen zu haben ist auch nicht wirklich befriedigend stelle ich fest 😉

    Den Prozess der „Vorauswahl“ finde ich sehr sinnvoll, vielleicht sollte das auch tun …

    lg
    iris

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