Schweden mit dem Rad – 7 Tipps für einen minimalistischen Urlaub

Quelle: Wikipedia

Ende Juli/Anfang August waren wir zweieinhalb Wochen in Schweden zwischen dem Vänern und dem Vättern mit dem Rad unterwegs gewesen. Am letzen Abend unseres Urlaubs lagen mein Freund und ich im Zelt und haben uns überlegt, wie unsere ultimativen Tipps für eine Radtour durch Schweden lauten, wenn man es – wie wir – mininmalistisch angehen möchte. Diese Liste, garniert mit ein paar Belegfotos, ist dabei herausgekommen:

1. Genieße das Jedermannsrecht!
Wir haben von den 15 Nächten, die wir mit dem Rad unterwegs waren, nur fünf auf Campingplätzen übernachtet. Eine wirkliche Notwendigkeit hat es für diese Camplingplatz-Zwischenstopps nicht gegeben, denn die anderen Nächte sind wir ohne warme Dusche beispielsweise nicht weniger sauber ins Zelt gekrabbelt – schließlich haben wir immer an einem Gewässer gezeltet, in dem man herrlich baden konnte. Das Jedermannsrecht beschert Dir einfach die schönsten Orte zum Zelten…

Das allemansrätt macht's möglich: Idylle pur

Das allemansrätt in Schweden macht’s möglich: Idylle pur…

Der Blick aus dem Zelt kann soooooo schön sein....

Der Blick aus dem Zelt kann soooooo schön sein….

Allerdings dand ich es dann doch angenehm, zwischendurch mal meine Haare mit Shampoo zu waschen. Und einmal haben wir die Waschmaschine auf einem Zeltplatz genutzt. Das bringt mich zu meinem zweiten Tipp…

2. Nimm viel weniger Kleidungsstücke mit, als Du denkst, dass Du brauchst…
Was beispielsweise wirklich überbewertet wird, ist Regenkleidung. Das sieht übrigens auch Conni von Planet Backpack so. Wenn es wirklich regnet, stellt man sich eh unter oder bleibt im Zelt und wettert ab. Wenn es nur ein ganz klein bisschen regnet, radelt man im Sommer bei warmen Temperaturen eh besser „halbnackt“. 😉 Eine Regengarnitur von Kopf bis Fuß macht einen nämlich wahnsinnig, weil es darin beim Radeln unangenehm heiß und stickig wird. Das Gleiche gilt für Schuhe: überbewertet! Völlig umsonst habe ich zwei Paar feste Schuhe mitgeschleppt, denn den kompletten Urlaub lang trug ich letztlich nur meine Trekking Sandalen – die den wunderbaren Nebeneffekt haben, dass sie aus Kunststoff sind und deshalb schnell trocknen – und somit auch zwischendurch beim Baden bei ungewissem Untergrund geholfen haben.

Freiheit für die Füße - zwei Wochen lang!

Freiheit für die Füße – zwei Wochen lang!

3. Mach Dich unabhängig von Einkaufsgelegenheiten!
Es passiert schnell, dass man beim Radeln durch kleinste Dörfer und viel Wald einen ganzen Tag lang keinen Laden zu Gesicht bekommt, wo man etwas zu essen oder zu trinken einkaufen könnte. Besser Du bist darauf vorbereitet! Wir hatten einen kleinen Kocher dabei, ausreichend leicht zu transportierende Vorräte wie Kartoffelpürree, Brühwürfel und kleine Nudeln, Pumpernickel und Pasten sowie Haferflocken, löslichen Kaffee und Kaffeeweißer (wenn uns die Milch ausging, die wir gelegentlich frisch kauften). Unser Frühstück sah dann oft so aus:

Unser minimalistisches Frühstück im Radelurlaub

Unser minimalistisches Frühstück im Radelurlaub

Zur Wasserversorgung eignen sich Friedhöfe. Ja, Du hast richtig gelesen. Die Kirchen- und Friedhofsdichte ist bei diesem eigentlich doch dünn besiedelten Land echt beeindruckend. Und auf jedem Friedhof gibt es fließend Wasser. Manchmal stand dran, dass es sich nicht um Trinkwasser handelt. Meistens stand da nichts dergleichen… Ob es dann wirklich immer Trinkwasser war? Uns hat es jedenfalls nicht umgebracht. 😉 Und mit der einen oder anderen Brausetablette angereichert, ist es auch geschmacklich eine Abwechslung. Alternativ hätten wir auch Wasseraufbereitungstabletten dabei gehabt, doch wir haben uns durchweg mit Wasser von den Friedhöfen beholfen. Wichtig ist es, rechtzeitig aufzufüllen, wenn man plant, für die Nacht einen geeigneten abseits gelegenen Ort zum Zelten zu suchen. Denn dort bliebe bei Wassermangel dann wirklich nur das Aufbereiten des Wassers aus dem See oder Fluss.

4. Nimm Dir Zeit und vergiss Deine Pläne!
Das Wetter (Wind!) und die Landschaft (Berge..) bestimmten unser Tempo. Wir wussten nie, wie weit wir es an einem Tag schaffen würden – das war zum Glück ja auch nicht wichtig, weil wir durch das Jedermannsrecht, unsere Zeltausrüstung und die Bevorratung mit ausreichend Proviant wirklich unabhängig waren. So konnten wir an schönen Plätzen stundenlange Pausen einlegen oder einen radeltag auch einfach mal früher für beendet erklären. So konnten wir auch in den Abend rein fahren, wenn wir noch nicht den optimalen Platz fürs Zelt gefunden hatten. Im Schnitt saßen wir am Tag sechs Stunden auf dem Rad.
Geschafft haben wir oft „nur“ 60 Kilometer, denn was wir bei flotten Abfahrten gewonnen hatten, wurde uns bei langgezogenen Anstiegen wieder genommen.

Das ist alles nicht wichtig, denn das Geheimnis liegt in der Langsamkeit und in der Achtsamkeit für den Moment und für die unmittelbare Umgebung. Sonst hätten wir diesen wunderbaren Moment mit der Elchkuh und ihrem Kleinen am Wegesrand doch glatt überradelt…

Ich glaube, sie haben UNS beobachtet...

Ich glaube, sie haben UNS beobachtet…

5. Halte Dein Zeugs trocken!
Was man mitschleppt, kann nass werden und muss dann auch wieder trocknen – sonst hast Du auf Dauer keinen Spaß. Wenn das Zelt durchnässt ist, hält es den nächsten regen nicht mehr gut ab, und feuchte Kleidung fängt echt an zu müffeln… Beherzige also Punk 4 (Nimm Dir Zeit!) und sorge für ausreichend Platz und Zeit zum Trocknen, wenn in der Nacht zuvor alles ein bisschen durchweicht wurde – das sieht dann zum Beispiel so aus:

Zwangspause zum Trocknen von einfach allem...

Zwangspause zum Trocknen von einfach allem…

6. Ohne Ersatzteile und Grundkenntnisse Routine in punkto Fahrradreparatur geht nichts!
Den ersten Platten hatten wir direkt vor dem Start noch auf dem Campingsplatz. Beim dritten Platten wär ohne Ersatzschlauch nichts mehr gegangen – da waren wir mitten im Wald…

Man muss sich schon zu helfen wissen...

Man muss sich schon zu helfen wissen…

7. Überleg Dir, worauf Du auf keinen Fall verzichten möchtest – und nimm es mit!
Wir wollen es wieder tun. Allerdings verzichte ich beim nächsten Mal auf meinen Anhänger und begnüge mich wieder mit Satteltaschen. Dafür muss ich mein Gepäck zwar weiter reduzieren, doch das ist es mir Wert, denn dann können mir Wind und Berge noch wenigier anhaben… Worauf ich auf keinen Fall verzichten würde? Auf Bücher (drei waren zu wenig…!) Und auf meine homöopathische Hausapotheke! Mit ihrer Hilfe tat der Wespenstich am Hals nicht weh und die Entzündung am Fuß ging sofort zurück. Zugegeben, als ausgebildete Homöopathin habe ich viel Vertrauen in diese Arzeimittel. Wer was anderes braucht, muss was anderes mitnehmen. 🙂

Meine homöopathische Hausapotheke ist immer dabei

Meine homöopathische Hausapotheke ist immer dabei

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Und Du? Welche minmalistischen Tipps hast Du von Deiner letzten Reise mitgebracht?

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4 Gedanken zu “Schweden mit dem Rad – 7 Tipps für einen minimalistischen Urlaub

  1. Hallo Dörte,

    ich war vor sehr viele Jahren mal in Schweden. Damals hat mich schon diese Ruhe und Natur so begeistert. ich wollte schon immer dieses Land ganz langsam und in ruhe mit dem Fahrrad bereisen. Nächstes Jahr bin ich allerdings Frankreich unterwegs, ich will die Westküste von Norden nach Süden fahren. Auch sehr minimalistisch

    Aber 2016 wäre ein gutes Jahr für einen längeren Aufenthalt in Schweden. danke für die Erinnerung.

    Herzliche Grüße
    Afschin

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  2. Was sich bei mir bewährt hat: Woll-kleidung. Lässt sich wunderbar zwieblen und man kann sie solange tragen bis man sich nicht mehr traut.
    Ich hatte für zwei Wochen Radurlaub zwei kurze und zwei Lange Shirts dabei, und eines aus Baumwolle fürs nicht-radeln.
    Und eigentlich wars zuviel …

    (Auf Regenkleidung würd ich allerdings nicht verzichten wollen)

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    • Mir hätten auch zwei Radelshirts mit kurzen Ärmeln und zwei T-Shirts für die „Feierabende“ gereicht, dazu eine Wolljacke. Hosen ähnlich: eine Radelhose, eine für den Feierabend. Fertig. Übrigens würde ich auch nie auf eine RegenJACKE verzichten – gerade an Regentagen im Zelt: Manchmal muss Frau da eben doch raus… 😉 Doch zusätzlich noch Regenhose und Schuhüberzieher waren zuviel, denn die Erfahrung zeigt: Im Regen radeln vermeide ich eh. 😉

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