Vier MinimaMusen stellen sich vor

Heute wird die Minima Muse süße zwei Monate alt, denn kurz vorm Sommeranfang, am 20. Juni 2014, erblickte dieses Blog mit meinem Vorwort das Licht der Welt. Was ich an dem Tag noch nicht ahnte: Es würde rasch ein Vierling sein! Dörte (dieGoerelebt), Hanne (die beckerin), Monika (mons7) und Tanja (texterinmitbiss) – vier Bloggerinnen haben hier neben ihrem jeweiligen Hauptblog sehr schnell eine thematische Heimat gefunden.

Monika ist ursprünglich meine liebste Twitter-Bekanntschaft aus der EduCampSzene und wir haben in den vergangenen Jahren schon richtig viel zusammen auf die Beine gestellt. Dass sie Minimalistin ist, habe ich erst vor kurzem und ganz nebenbei mitbekommen.

Hanne und Tanja kenne ich erst seit und durch die Minima Muse. Als engagierte und blitzgescheite Kommentatorinnen waren sie plötzlich in jeder Diskussion hier im Blog sehr präsent. Was lag da näher, als sie einzuladen, ihre eigenen Themen einzubringen?! 😉

Seit wir uns letzte Woche zum bloggenden Glückskleeblatt gemausert haben, basteln wir an einer ausführlicheren Vorstellungsrunde. Jede von uns hat dazu in den vergangenen Tagen eine Frage beigesteuert, getreu dem Motto „Was ich Dich schon längst mal fragen wollte…“

Die MinimaMusen fragen

Dörte fragt: „Würdest Du Dich als Minimalistin bezeichnen oder passt ein anderer Begriff besser zu Dir und Deiner Lebensweise?“

Monika fragt: „Wie siehst Du das mit dem Smartphone: überflüssig im Sinne des Minimalismus? Oder ein Instrument, diesen leichter zu leben? Und warum?“

Hanne fragt: „Wie geht Deine Umgebung mit Deinem Bedürfnis nach Minimalismus um? Eckst du an? Wirst Du unterstützt?“

Tanja fragt: „Was macht Dich statt Konsumpf wirklich glücklich?“

… und alle haben wir sehr persönlich geantwortet. So lernt Ihr uns ein bisschen besser kennen – und seid gleichzeitig herzlich eingeladen, diese vier Fragen selbst in Euren Blogs zu beantworten (Daniel hat das Prinzip ja letztens in seinem Blog vorgemacht).

Die MinimaMusen antworten

TANJA

Tanja-Heller-PotraitIch bin Minimalistin. Mir fehlt der Besitzwille. Was ich nicht liebe oder brauche, verliere oder verschwende ich absichtlich. Schon immer.  * Ich habe kein Smartphone. Ganz bewusst. * Meine Tochter (16) fragt manchmal, wie es meinem Minimalismus geht. Als wäre das ein Mitbewohner. Sie sichert ihre Sachen lieber beim Papa. Besucher kommen rein, sehen die wenigen Sachen und sagen “So würde ich auch gerne leben.” Einfach machen. 🙂  * Was macht mich statt Konsumpf wirklich glücklich? Ein Leben aus einfachen Handlungen wie Gartenliebe, am Feuer sitzen mit Freunden, die Tiefe in den Dingen ergründen. Mein Ziel ist es, am Meer zu leben und am Strand zu schlafen.

HANNE

diebeckerinWenn man meiner Lebensweise ein Etikett geben will, passt Minimalismus ganz gut. Auch wenn der Begriff recht wenig aussagt über das Warum und Wie. Ich mag die Begriffe Genuss-Minimalismus und Minimalismus der Fülle (den zweiten Begriff habe ich von Sandra), denn mir geht es nicht einfach um Reduktion, sondern um bewusstes Entscheiden, womit ich mich umgeben und wie ich leben will. Immer wichtiger werden mir auch Aspekte wie Nachhaltigkeit und soziales Bewusstsein. * Ich würde nicht sagen, dass mein Smartphone Minimalismus leichter macht, für mich ist es dennoch unverzichtbar. Ich verwalte damit meine Aufgaben, Kontakte und Termine und nutze es regelmäßig für meine Tour durch die sozialen Netzwerke. Es ersetzt ein Stück weit das Notebook und den PC (den ich mittlerweile abgeschafft habe), aber minimalistisch ist mein Umgang mit dem Smartphone nicht. * Minimalismus in der Familie? Das ist ein schwieriges Thema, da ich die einzige bei uns zuhause bin, für die weniger mehr ist. Wenn ich etwas aussortiere, kann es gut sein, dass einige Dinge dann doch dableiben. Die Bedürfnisse sind einfach sehr unterschiedlich. Manchmal wirkt mein Drang zum Weniger aber auch ansteckend. Im weiteren Bekanntenkreis ernte ich eher Neugierde und Interesse, besonders wenn es um Möglichkeiten geht, Dinge sinnvoll weiterzugeben. Öffentliche Bücherschränke, Give-Boxes … das sind Ideen, die nicht nur für strenge Minimalisten interessant sind. * Was macht mich statt Konsumpf wirklich glücklich? Zeit mit meiner Familie zu verbringen, am liebsten draußen und ohne Druck durch Termine und Erwartungen – da kann der Tag noch so lang sein, mir geht’s einfach gut. Glücklich macht mich auch die ehrenamtliche Arbeit für einen Hospizdienst, sie lässt mich das Leben anders wertschätzen und es fühlt sich gut und richtig an, sich dort zu engagieren.

MONIKA

mons7Ich bin Möchte-gern-Minimalistin. Weil die Tanja in unserer Runde viel mehr Minimalistin ist, als ich es je sein werde können. Ich bin Möchte-gern-Kreative. Weil die Dörte in unserer Runde viel mehr kreativ ist, als ich es je sein könnte. Aber ich bin es gern. Und auch nicht böse darum, wenn es dafür keinen Namen gibt. * Für mich birgt mein Smartphone beides: das exzessive, sich verlierende, überflüssige, … aber eben auch das leicht machende, ersetzende (wie z.B. Kamera inklusive), das all in one, das vielleicht mal alle weiteren Geräte wie Laptop und Kaffeemaschine ersetzt. Ich übe noch am Gebrauch üben. 😉 * Mein Tun wird von meinem Umfeld kaum bemerkt. Erstaunlicherweise. Wenn ich mich dazu artikuliere, kommen tiefsinnige philosophische Gespräche zustande. Bisher keine Ablehnung. Eher… Anlass für Austausch und Kommunikation. * Was macht mich statt Konsumpf wirklich glücklich? Zutiefst und wirklich das Zusammensein mit meinem Hund. Sie macht mich glücklich weil … sie wenige aber eindeutige Bedürfnisse hat: Futter, Bewegung, Sozialleben … sie mir jeden Tag Vorschuss-Lorbeeren an Zuneigung und Freude gibt … sie einfach knuffig ist.

DÖRTE

diegoerelebtIch habe mich jahrzehntelang als Antimaterialistin bezeichnet, weil ich den Begriff Minimalismus gar nicht kannte. Erst im Frühjahr diesen Jahres habe ich das Konzept des Minimalismus kennen gelernt. Ich finde den Begriff Minimalismus jedoch nicht wirklich optimal für mich, weil er so nach Verzicht klingt. Dabei habe ich vielmehr das Gefühl, durch meine Lebensweise sehr viel zu gewinnen! Wichtiger als die Reduktion meines persönlichen Besitzes ist es mir, alternative Wirtschaftsformen zu praktizieren, das heißt auch: nicht so sehr den Geldwert von etwas in den Vordergrund zu stellen und nicht so “entfremdet” zu leben. Ja, ich habe meinen Marx gelesen… 🙂 * Ich habe kein Smartphone, sondern nur so ‘nen ollen Handy-Knochen. 🙂 Allerdings habe ich ein iPad (für das ich mir sogar extra eine neue Handtasche in der passenden Größe gekauft habe, damit es mich immer begleiten kann). Das iPad ersetzt für mich kein anderes Gerät – weder das Handy (es kann ja auch nicht telefonieren), noch das Laptop und auch nicht die Kamera und auch kein Buch (denn ich liebe gedruckte Bücher und verweigere noch jeden eBook Reader…. Mein iPad ist einfach nur praktisch, weil ich so unterwegs sehr bequem ins Internet komme UND weil ich damit unterwegs ganz hervorragend Blogposts schreiben kann. Das wär mir am Smartphone zu fummelig. Kurzum: Mein iPad hat gefühlt mit Minimalismus rein gar nichts zu tun. 🙂 * Ich bin ja schon lange bekennende Antimaterialistin und werde mit meinen Schrulligkeiten (z.B. kein Führerschein) von meinen Liebsten voll akzeptiert. Das ich jetzt noch eine Schippe drauf lege und wieder konsequent zu meiner früheren „Besitzlosigkeit“ zurück kehre, wird mit wohlwollendem Interesse zur Kenntnis genommen. Was mich freut: Eine meiner engsten Freundinnen hat sich anstecken lassen, seit ich das Minima Muse Blog betreibe und mir selbst immer neue Herausforderungen suche: Sie begleitet mich auf meinen Streifzügen durch Hamburg auf der Suche nach Orten alternativer Wirtschaftens, veranstaltet mit mir zusammen Flohmarktstände und mistet selbst gründlich aus. Diese sehr konkrete Beteiligung tut mir sehr gut. * Was macht mich statt Konsumpf wirklich glücklich? Kunst und Liebe. Vor allem: Mich ins (selbst) geschriebene Wort versenken. Und was Neues lernen (so wie zurzeit Norwegisch), nicht nur in einem Kurs, sondern sehr gern auch autodidaktisch. Draußen sein, möglichst Tag und Nacht (wie jüngst auf der Radtour mit Zelt durch Schweden). Eine Mahlzeit aus frischen Zutaten zubereiten. Ein inspirierendes Gespräch. Mit Menschen Zeit verbringen, denen ich voll und ganz vertraue und bei denen ich mich geborgen fühle. All das macht mich sehr glücklich … und kostet sehr wenig.

***

… und Eure Antworten auf unsere vier Gretchenfragen?

***

PS: Es dürfen auch gern noch mehr MinimaMusen werden – und wir warten sehnsüchtig auf den ersten Mann… 😉 Übrigens: Um nicht durcheinander zu kommen, wer eigentlich gerade bloggt, lohnt ein Blick an den Anfang des Posts, dort steht der Autorinnenname. Und in der rechten Sidebar ganz oben sehr Ihr jeweils die letzten drei Artikel einer jeden MinimaMuse.

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3 Gedanken zu “Vier MinimaMusen stellen sich vor

  1. Super Idee, klasse umgesetzt!!

    Bei mir:
    Minimalistin: Ich hatte immer schon eher wenig Zeug, habe regelmäßig entrümpelt, bin zunehmend konsumkritisch, auch minimalistisch.
    Smartphone: nach langem hin und her bin ich froh, dass ich so eine Kiste habe.
    Umgebung: die kenne das in der Regel ja schon: bei Gabi steht fast nie was rum. Wundern sich manchmal, akzeptieren aber meine „Schrulligkeit“.
    Glücklich: Zeit haben, Natur erleben, meine Leben alls Nicht-Single, endlos viele interessante Themen. Genießen, dass es heute sowas wie Internet und Vernetzungsmöglichkeiten gibt.

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