Für euch gelesen: Happy Money

Sonntag ist für mich immer so ein heiliger Tag, an dem ich nicht muss, aber darf. Z.B. lesen, was ich mag (und nicht notwenigerweise wissenschaftliche Artikel), und soviel ich mag. Gleichsam exzessiv. 🙂 Begonnen habe ich zunächst einmal mit einer Blog-Runde durch die Minimalistenwelt. Falls euch auch mal danach ist, rechts in der Blog-Roll findet sich einige Inspiration.

Nun ja. Vorbei gekommen bin ich z.B. bei Joshua Becker, der von einer Art Haushaltsplan schreibt, aber in der Weise, dass er für sich einen Betrag ermittelt, der zur freien Verfügung steht, und dann überlegt, wie er den denn ausgibt. Gleichsam ein „spending plan“. Und genau dieses ganz grundsätzliche Vorgehen, nämlich den Blick auf das lenken, für was ich mein zur Verfügung stehendes Geld ausgebe(n) will, das gibt es bei „Happy Money“.

Ich hole den himmelblauen Band hervor, studiere ihn, lese ihn glatt nochmals durch.

Happy_Money

Meine Erkenntnisse daraus

… sind nicht 1:1 (und auch gar nicht so umfangreich) wie jene, die im Buch stehen. Sondern lediglich jene, die ich rausgezogen bzw. für mich draus gemacht. Und das sind.

1. Mal anders probieren. Nicht in Dinge, ins Tun und Erleben die Kohle stecken

Auch wenn ich es nicht merke oder reflektiere. Mein Ausgabeverhalten ist ziemlich eingefahren und gewohnheitsmäßig. Gleichmäßig. Wiederkehrend. Happy Money stiftet dazu an, mal – den gleichen Betrag – ganz anders auszugeben. Z.B. ins Erleben, anstatt ins Dingliche.

Konkret für mich? Das nächste Mal, wenn ich mich verführt sehe, mir eine (weitere) graue Strickjacke zuzulegen, dann spare ich mir das Geld und verbrate es für ein Erlebnis. Das vielleicht auch kostet, aber mal was anderes ist. Und dann fahre ich mit dem Doppeldecker-Bus durch Frankfurt! Was würdest Du Schönes machen?

2. Oder in Menschen

Das kann man natürlich noch toppen. Indem ich z.B. ein weiteres Ticket an jemanden verschenke und zusammen auf dem Dach des Buses und hoffentlich in der Sonne die Stadt unsicher mache. Geld in Menschen statt in Dinge zu investieren, das bringt laut Happy Money zutiefst bzw. zumindest tiefere Befriedigung. Denke ich an meine Ausgaben in den letzten zwei Jahren zurück, ist mir nicht viel in Erinnerung. Aber doch etwas. Die beiden Ausgaben, die ich über Startnext getätigt habe. Die sind für mich besonders. Weil da habe ich – aus meiner Sicht – in Menschen investiert, die etwas Großes damit leisten (können).

Natürlich kann man noch unvermittelter – oder ist unmittelbarer das richtige Wort? – in Menschen investieren. Wir (ich) sind (bin) es nur nicht so gewohnt.

3. Auf jeden Fall ungewöhnlich

Ungewönlich soll jedoch auch noch in anderer Weise gut sein. Als ungewöhnlich empfinden wir Dinge oder Erlebnisse, die uns gewohnheitsmäßig eben nicht zur Verfügung stehen. So ist in Happy Money zu lesen „Wenn Sie wissen, Sie können über einen tollen Gegenstand nicht die ganze Zeit verfügen, wissen Sie ihn doch viel mehr zu schätzen.“ (S. 62) Ergo: Nicht das tolle Auto (also ich eh‘ nicht aber plakativ ausgedrückt) kaufen,… sondern dann und wann mal leihen. Oder nochmals grundsätzlich ausgedrückt „Wenn Quantität die Feindin der Qualität ist, dann ist Knappheit unser bester Verbündeter.“ (S. 53)

Ist uns etwa deshalb unsere Zeit so wertvoll, weil sie uns so knapp ist?

4. Die Sache mit der Zeit und dem Geld

Das Kapitel zu Zeit kaufen (Kapitel 3) ab S. 73 muss ich definitiv nochmals (ein drittes Mal 😉 ) lesen. Da steck zu viel drin. Deshalb nur zwei Aspekte. Zum einen nehmen uns Produkte, die wir kaufen, oft Dinge ab, die uns eigentlich Spass machen würden, so wir sie selbst täten. (Dann am besten drauf verzichten, für mehr Freude). Zum anderen bekommen wir anscheinend seltsamerweise das Gefühl, mehr Zeit zu haben, so wir anderen Menschen helfen.

Also Geld doch nicht ganz gleich Zeit? Nochmals apropos Geld.

5. Gleich zahlen, später machen/nutzen

Ein weiterer wissenschaftlich belegter Hinweis aus dem blauen Bändchen. Denn „Weil späteres Konsumieren Zeit für angenehme Erwartungen schafft, nützt es auch unserer Fähigkeit, die Brüche zuzukleistern.“ (S. 111) Im Klartext. Wir stellen uns etwas Tolles vor, wenn wir auf etwas warten. („Stellen Sie sich vor, liebe Leser, Sie reiten auf einem Einhorn auf den Ringen des Saturn. Die Fähigkeit, sich auch einen solche beeindruckende und unmögliche Aktivität vorstellen zu können, trägt zum Zauber des Menschseins bei“, S. 110) Wird es dann real, so können wir besser mit der Realität, weil wir sie … irgendwie mit unserer Vorstellung mischen.

6. Am besten alles zusammen und Morgen gleich mal (wieder) 

Angeblich wäre laut Happy Money man am meisten happy, so man mit einem Geldausgeben gleich mehrere Punkte erfüllt. Also z.B. nicht nur was mit Erlebnis macht, sondern auch noch mit jemandem zusammen. Das ganze aber schon letzt bezahlt hat, das Erlebnis kurz bevor steht.

Und das natürlich immer wieder tut.

Na? Angefixt?

Gelesen, aber noch gut

Zwar habe ich es – wie oben be- und geschrieben gleich zweimal gelesen, das blaue Buch, auch mit Leuchtstift bearbeitet und da und dort eine Anmerkung hineingekritzelt. Aber es ist noch gut (lesbar). Wer es also haben möchte, um vertieft darin einzusteigen, der melde sich mit einem entprechenden Kommentar unter dem Beitrag.

Selber haben wollen

Wer es selbst haben und besitzen mag, weil er/sie zu dem Ergebnis gekommen, dass dies eine Ausgabe, die ihn/sie glücklich macht, dann hier über meinen Amazon-Affiliate-Link Happy Money: So verwandeln Sie Geld in Glück entlang.

Dann machst Du mich auch noch ein wenig glücklich. 🙂

Habt ihr Bücher im Schrank bzw. gelesen, die ihr gerne empfehlen/rezensieren mögt? Dann gerne hier auf Minimamus. Vielleicht als Gastblogger/in?

Es freut sich drauf

@mons7 von der Lernspielwiese.

 

 

 

 

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5 Gedanken zu “Für euch gelesen: Happy Money

  1. Na da melde ich mich doch gleich einmal: Habe von dem Buch noch nie gehört und deine Rezension hat mich neugierig gemacht. Bin gespannt, welche neuen Impulse das Buch bereithält und wie ich mein Geldausgeben danach beurteile. Einen Blogbeitrag gäbe es dann hier natürlich und danach ginge das Buch weiter an den nächsten Interessenten.

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  2. Ich würde es gar nicht so auf der Geldschiene machen.

    Erlebt habe ich letzte Woche, dass wenn ich spontan 80 Steine aus dem Garten rausreiße und ich eigentlich Angst hab vor der Aktion, Nachbarn kommen und mir helfen und mir die Erde abnehmen. Ich dem Nachbarn für 5 Euro ein angebrochenes Päckchen Grassamen abkaufe. Ich Lavendel geschenkt bekomme und Lachflashs mit Menschen hab.

    Oder wenn ich mit dem Nachbarshasen meine Möhren teile. Schöneres Gefühl, als wenn ich das Grün einfach wegwerfe. Außerdem schickt mir die Nachbarin ein Bild von ihm beim Fressen. Oder mal 1 Kind zu ’nem Eis einlade. Das sind doch die Sachen.

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